Als die DLRG ihren neuen Wagen vor vier Monaten erhalten hat, war es ein ganz normaler Mercedes Vito. Seit Ende März haben Bezirks-Einsatzleiter Michael Koch sowie einige Mitglieder der DLRG-Gruppe Bodman rund 500 Einsatzstunden investiert, um den Transporter zum Kommandowagen "Pelikan Bodensee-Konstanz 80/10-1" umzubauen. "Wenn man ihn so sieht, denkt man das gar nicht", sagt Michael Koch fast bedauernd. Dabei haben sie fast den gesamten Wagen auseinander genommen, damit er künftig bei Einsätzen im gesamten Landkreis als Kommandozentrale dienen kann.

Die Liste der nötigen Zusatzausrüstung ist lang: Verschiedene Funkgeräte und eine Sondersignalanlage liegen auf der Hand. Ein Kommandowagen braucht aber auch Handscheinwerfer, Innenraumbeleuchtung, eine zweite Batterie sowie einen externen Batterieanschluss, ein Regalsystem im Kofferraum und einen Tisch, an dem die Dokumentation erfolgen kann. So kamen schnell viele Arbeitsstunden zusammen, sie hätten beispielsweise viele Meter an Kabel im Inneren des Fahrzeugdachs verlegt. Rund 9000 Euro investierte die DLRG an Materialkosten, wie Einsatzleiter Koch sagt. Auch der gebrauchte Wagen sei aus Eigenmitteln des Bezirks bezahlt.

Während eines Einsatzes wird der Wagen so zur Zentrale, hier sitzen dann Einsatzleiter Michael Koch oder sein Stellvertreter Roger Wester sowie jemand für Dokumentation und Funk. Das hat sich bereits nach den ersten Einsätzen vor wenigen Tagen bewährt, wie Koch erklärt. Er ist wie sein Stellvertreter in Doppelfunktion im Bezirk sowie in der Gruppe Bodman aktiv. Bisher hätten sie einen VW Polo genutzt. "Es hat sich herausgestellt, dass der für uns zu klein ist, weil wir oft mit zwei bis drei Leuten ausrücken", sagt Koch. Dadurch, dass der vorherige Wagen gemietet war, hätten sie außerdem keine individuelle Ausstattung fest verbauen können. Jetzt könne man vernünftig arbeiten – und ehrenamtlich Menschenleben auf und am Wasser im gesamten Landkreis Konstanz retten.