Am Ende wurde es dann doch ein wenig weihnachtlich: Zumindest ein Stück der beiden Zugaben war ein Weihnachtslied. Unmittelbar darauf folgte ein Stück namens „Amen“, um das gut besuchte Konzertereignis in der St. Peter und Paul Kirche Bodman stilgerecht abzuschließen.

Es hat bereits Tradition, dass die Jahreskonzerte der Musikkapelle Bodman keine weihnachtlich inspirierten Konzerte sind. Dafür ist es am ersten Advent auch noch ein wenig zu früh gewesen. Die Adventszeit beginnt gerade erst ganz leise und sachte. Die Menschenohren darf man nicht mit einem weihnachtlichen Musik-Überangebot überfordern – schließlich wird denen in den nächsten Wochen allerorten genug abverlangt.

Nicht weihnachtlich überlastet

Ein Adventskonzert in einer Kirche ist natürlich besonders gefährdet, weihnachtlich überbelastet zu sein. Im Gegensatz dazu stehen die Jahreskonzerte, welche, zeitlich immer um ein Jahr versetzt, im Seeum stattfinden. „Aber die Weihnachtsmusik in der Kirche ist eben tatsächlich der echten Weihnachtszeit vorbehalten, und so soll es auch sein“, erklärte Zita Wiedmann, eine der vielen Besucher. Sie komme natürlich regelmäßig zu diesen Konzerten, schließlich sei ihre halbe Familie in dem Klangkörper vertreten. Aber aber nicht nur wegen der Musik komme sie, sondern auch wegen des stimmungsvollen Miteinanders nach dem Konzert.

Fabian Grabowski und Felix Blessing führten charmant durch das Abendprogramm.(davor zu sehen li. Stefan Schwanz, re. Ralf Kraus)
Fabian Grabowski und Felix Blessing führten charmant durch das Abendprogramm.(davor zu sehen li. Stefan Schwanz, re. Ralf Kraus)

Dieses konnte man dann vor der Kirche erleben, wo die zwei eifrigen Helfer Michael Klein und Michael Wegmann einen gemütlichen Umtrunk, Glühwein und Punsch, dazu Plätzchen, beleuchtet von einer strahlend lodernden Feuerschale vorbereitet hatten. Zu dieser dunklen Jahreszeit tut es uns Menschen einfach gut, uns mit hellem Feuer- und Kerzenschein zu umgeben, uns zu wärmen und, wie am Sonntag, über das soeben erlebte und die Seele erhellende Musikerlebnis ein wenig zu schwatzen.

Michael Klein und Michael Wegmann (Michi und Michi, wie sie sich selbst nennen) versorgten die Konzertbesucher nach dem Musikerlebnis mit adventlich inspirierten Heißgetränken.
Michael Klein und Michael Wegmann (Michi und Michi, wie sie sich selbst nennen) versorgten die Konzertbesucher nach dem Musikerlebnis mit adventlich inspirierten Heißgetränken.

Hell und fröhlich

Orchesterleiter Lars Pohle hatte allerdings das Repertoire des Jahreskonzertes in der hell erleuchteten und mit vielen Windlichtern im Gang illuminierten St. Peter und Paul Kirche äußerst passend gestrickt: hell, fröhlich und abwechslungsreich, um die vielen Facetten und Klangfarben des Orchesters zu zeigen. „Das war harte Arbeit“, sagt Pohl, „aber sie hat sich gelohnt. Ich denke, man konnte erleben, dass Blasmusik auch sanft und virtuos und nicht nur bombastisch und laut sein kann.“

Nur wenige Plätze waren noch frei in der hell illuminierten St. Peter und Paul Kirche zu Bodman
Nur wenige Plätze waren noch frei in der hell illuminierten St. Peter und Paul Kirche zu Bodman

Was dem Verständnis der Musikstücke sehr zuträglich war: Zwei charmante, junge Musiker (Felix Grabowski und Felix Blessing) führten durch das Programm. Eingeleitet von einem festlichen Fanfarenstück (Unitiy Fanfare von Otto M. Schwarz) ging es direkt zum Stück „Morricones Melody“ von Ennio Morricone aus dem Film „The Mission“, in welchem Ralf Kraus mit seinem Flügelhorn, samtig-weichen Ansatz und einem warmen Ton sanft und gefühlvoll brillierte. Er zauberte damit vielen Zuhörern ein beseeltes Lächeln ins Gesicht und machte sie glücklich.

Auch der Marsch fehlt nicht – das ist schon Tradition

Neben pompösen Stücken wie „The Great Gate of Kiev“ von Modest Mussorgski aus der Suite „Bilder einer Ausstellung“, in welcher der Klangkörper das massive Geläut eines Glockenturms intonierte, und dem „Olympic Spirit“ vom großen Meister der Monumentalmusik John Williams, gab es natürlichin der Mitte des Konzertes einen Konzertmarsch. Das ist schon Tradition bei der Musikkapelle. Die Essenz des Marsches „Sympatria“ von Thomas Asanger ist: Heimat ist dort, wo wir uns wohlfühlen. Die liebe- und taktvolle Intonation der Musikkapelle hat diese Botschaft sicher jedem Zuhörer deutlich vermittelt.

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Einen weiteren klanglichen Aspekt und die Vielfältigkeit seiner musikalischen Möglichkeiten zeigte die Musikkapelle sowohl bei dem sanften Stück „The Glory of Love“ von Gerd Köthe/Roland Heck als auch bei „Klang der Alpen“ von Kurt Gable. Die Musiker haben das Erhabene der Natur musikalisch glorifiziert. Damit erinnerte das Ensemble daran, wie wunderschön und bestaunenswert Mutter Natur ist, ohne bei den Zeigefinger zu heben.

„Es war ein abwechslungsreiches Konzert“, sagte Konzertbesucherin Karin Weber, die auch regelmäßig kommt, „es war von allem etwas dabei. Es war traditionell, schmissig und gefühlvoll“.