Bodman Bei der Einwohnerversammlung im Seeum fordern die Bürger Klarheit in der Museumsfrage

Am Ende der Einwohnerversammlung im Seeum kommt es zur regen Diskussion. In der Debatte kritisieren die Teilnehmer vor allem das Vorgehen der Gemeinde zum Thema Kunsthalle.

Wer nach der ausführlichen Information des Bürgermeisters über Wohl und Wehe der Gemeinde kritische Bemerkungen zur Arbeit der Verwaltung und des Gemeinderates erwart hatte, sah sich getäuscht. Die Einwohnerschaft ist offenbar zufrieden, was auf dem Rathaus vor sich geht. Hohen Redebedarf gab es hingegen bei dem Museum für die Gemeinde. Hier wünschen sich die Bürger eine Lösung.

Einige Bürger sorgten sich wegen der Verkehrsangelegenheiten in Bodman. In der Debatte machte Michael Zeiser nochmals auf entstehende Probleme beim Bau einer Entlastungsstraße wegen der Sanierung der Kaiserpfalzstraße sowie beim Bau einer zweiten Straße im Rahmen der Erschließung des Neubaugebietes "Kapellenäcker" aufmerksam. "Ich befürchte da ein Verkehrschaos", sagte er. Weiterhin sorgten sich die Diskussionsteilnehmer in Bodman um die derzeitige Verkehrssituation in den Straßen, insbesondere in der Kaiserpfalzstraße.

Max Sohm fordert generell ein Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 Kilometer pro Stunde in Teilbereichen. Marion von Holdt sprach von gefährlichen Situationen infolge schnellen Fahrens in den engen Straßen. Kurt Schmidt, langjähriger Gemeinderat, ging auf die Busverbindungen von und nach Bodman ein. Um vor allem älterenBürgern auch außerhalb der Busverbindungszeiten eine Gelegenheit nach Ludwigshafen, Radolfzell oder Stockach zu bieten, sollte eine Mitnahme-Möglichkeit geschaffen werden. "Ich werde diesen Vorschlag aufgreifen," versprach Bürgermeister Weckbach.

Wie zu erwarten war, erkundigte sich Karin Weber aus dem Hause der Familien Weber, die sich um die Urgeschichte und Archäologie in Bodman große Verdienste erworben haben, um den Stand der Einrichtung eines Museums, zu diesem Zweck im Seeum ein entsprechender Raum eingerichtet ist. Karin Weber zeigte sich sehr ungehalten über die bisherige Entwicklung. "Das Museum ist nicht vergessen und wir bemühen uns um eine Lösung", sagte Weckbach. Gemeinderat Klaus Gohl, der sich dieser Frage besonders annimmt, bat um Geduld, denn die Einrichtung eines Museums sei keine Kleinigkeit und insbesondere eine Kostenfrage, die sich weniger bei der Einrichtung, aber vor allem beim Unterhalt stelle.

Hier müsse ein erträgliches Maß gefunden werden, so Gohl. Ihm pflichtete Ratsmitglied Alwin Honstetter bei, der auf die große finanzielle Belastung hinwies, die sich aus den anstehenden und dringlich erforderlichen millionenschweren Investitionen ergeben. Auch ihm liege ein Museum am Herzen und er werde jede vernünftige Möglichkeit um zu einer Lösung zu kommen, unterstützen.

Schließlich meldete sich auch der Vorsitzende des Fördervereins Museum, Ehrenbürger Wilderich Graf von und zu Bodman, zu Wort. Er schlug die Bildung einer Arbeitsgruppe zum Museum vor, die Lösungsvorschläge erarbeitet und diese dann dem Gemeinderat zur Beschlussfassung vorlegen soll. Man solle sich jetzt endlich allen Ernstes mit der Angelegenheit befassen, appellierte er an die Verantwortlichen. Der Förderverein stehe zur Mitarbeit bereit und verfüge auch durch Spendeneingänge und Mitgliedsbeiträge bereits über ordentliche Mittel, die er für das Museum zur Verfügung stellen könne.

Da die Besucherzahl aus Ludwigshafen nicht besonders groß war, meldeten sich nur wenige Teilnehmer zu Ludwigshafener Interessen. Hier war es der frühere und langjährige Gemeinderat Kurt Pfundner, der sich zum Projekt Mühlbachsanierung äußerte. "Da können sich die Anlieger, die von der Durchführung des Projekts betroffen sind, auf etwas gefasst machen", sagte er. Der hochwassersichere Ausbau des Mühlbachs wird einige Jahre in Anspruch nehmen, zumal die meisten Arbeiten in offener Bauweise vonstatten gehen. Der Friedhof wird allerdings im Bereich der St. Anna-Kapelle unterquert. Schließlich kam auch die Bauplatzfrage im Neubaugebiet "Haiden" zur Sprache. Wie der Bürgermeister mitteilte, könne mit dem Angebot an Bauplätzen etwa im Mai oder Juni gerechnet werden.

Förderverein Museum

Im März 2009 wurde der Förderverein Museum Bodman-Ludwigshafen gegründet. Die Zielsetzung: Die Gemeinde bei der Einrichtung eines Museums, in welchem die Ur-und Frühgeschichte aufgearbeitet und dargestellt wird, finanziell und ideell zu unterstützen. Im neu erbauten Seeum wurde auch ein großer Raum für die Unterberingung des Museums bereitgestellt. Alle bisherigen Versuche sind aus Kostengründen gescheitert. Auch nach nahezu neun Jahren zeichnet sich noch keine Lösung ab. In der Einwohnerversammlung ist das Thema einmal mehr angeschnitten worden. Bürgermeister Matthias Weckbach versicherte, dass man das Thema Museum keineswegs aus den Augen gelassen habe und daran arbeite. (fws)

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