Eine Auszeichnung in Form einer großen Metallplakette weist künftig auf die Barrierefreiheit des Rathauses in Ludwigshafen hin. Lokale Vertreter des Sozialverbands Deutschland (SoVD) haben Bürgermeister Matthias Weckbach das Schild übergeben. Das Zollhaus ist damit das erste öffentliche Gebäude in der Doppelgemeinde mit dieser Würdigung als gutes Beispiel für andere.

Neben dem Ortverbandsvorsitzenden Rainer Wester und seiner Stellvertreterin Cornelia Boldt waren auch die Mitglieder Andreas Karle und Gerald Sauter dabei. Beide sitzen im Rollstuhl und wissen, wie schwer es ist, wenn ein Gebäude nicht behindertengerecht ist. Wester hatte an alles gedacht und überreichte dem Bürgermeister auch gleich noch vier Schrauben und Dübel für die Auszeichnung, die etwa das A4-Format hat.

Plakette erst jetzt wegen Aufzugs-Defekt

Die SoVD-Vertreter hätten dem Zollhaus die Auszeichnung sogar schon früher verliehen, wenn im vergangenen Jahr nicht über Monate der Aufzug defekt gewesen wäre. Inzwischen ist ein neuer Lift eingebaut.

Das Lob für das historische Gebäude und die nahe Umgebung war bei der Übergabe-Zeremonie groß: Parkplatz, Lift und Toiletten seien behindertengerecht. „Es ist perfekt gelöst“, sagte Karle. Mit einem speziellen Euroschlüssel sei sichergestellt, dass nur Behinderte die Toilette benutzen können. So sei auch immer alles sehr sauber.

Auszeichnung für sanierte Gebäude

Natürlich ist das Zollhaus nicht das einzige barrierefreie, öffentliche Gebäude in der Seegemeinde, aber die Auszeichnung des SoVD gibt es nur für sanierte Häuser, keine Neubauten. Im Zollhaus, das in den 1990er-Jahren zum Rathaus wurde, gab es einen umfangreichen Umbau.

Im Gespräch wurde auch klar: Es gehe bei Barrierefreiheit nicht nur darum, dass es Menschen gibt, die bereits körperlich behindert sind. Es könne auch jedem passieren, dass er plötzlich von einem auf den anderen Tag plötzlich eingeschränkt sei. „Wenn man mal eine Krücke braucht, sieht man, was dann alles nicht geht“, sagte Wester.