Die Begeisterung vieler Menschen für alte Autos ist nach wie vor ungebrochen. Wenn der MSC Sernatingen Oldtimerfreunde seine internationale Oldtimertreffen macht, findet dies jedes Mal seine Bestätigung. Alle, die einen Oldtimer ihr eigen nennen dürfen, wollten dabei sein. Sie kamen von weither: Aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien. Ludwigshafen war zwei Tage das Mekka der Freunde alter Karossen. Tausende Zuschauer bestaunten mehr als 750 solcher Fahrzeuge. Zum 30. Bestehen kam sogar ein Gratulant aus der Luft. Ein Zeppelin – allerdings kein Oldtimer, sondern neuester Bauart – überflog in niedriger Höhe, wie angekündigt, den Festplatz und sandte Glückwünsche von oben herab.

Das Wetter war wechselhaft und ein Gewittersturm verdarb am Samstagabend dem Veranstalter das Programm. Das Feuerwerk wurde trotzdem gezündet und begeisterte die noch verbliebenen Festbesucher. Am Sonntag zeigte sich der Himmel als ob nichts geschehen wäre.

Wohin man im Schlösslepark auch blickte: Überall waren Oldtimer und viele Menschen, die die alten. liebevoll gepflegten Fahrzeuge bestaunten. Bild: Friedrich W. Strub
Wohin man im Schlösslepark auch blickte: Überall waren Oldtimer und viele Menschen, die die alten. liebevoll gepflegten Fahrzeuge bestaunten. Bild: Friedrich W. Strub | Bild: Friedrich W. Strub

MSC-Chef Dieter Jänicke und sein Team freuten sich über so viel Zuspruch von allen Seiten und auch Bürgermeister Matthias Weckbach, selbst ein passionierter Oldtimerfan, zeigte sich begeistert. Nach der Begrüßung der vielen Gäste durch die MSC-Führungsspitze, würdigte das Gemeindeoberhaupt in einer kurzen Ansprache die Verdienste des Vereins, der der lebenden Generation durch die Oldtimertreffen altes Kulturgut vermittle. Mit von der Partie war auch das MAC-Museum Art & Cars aus Singen mit seinem Vorsitzenden Hermann Maier und Christoph Karle vom Management, der ehemalige langjährige Vorsitzenden des MSC Sernatingen.

Zum 30. Mal mit ihrem Wanderer-Oldie mit dabei: Lilo und Willa Kornmayer aus Singen, 82 und 86 Jahre alt. Bild: Friedrich W. Strub
Zum 30. Mal mit ihrem Wanderer-Oldie mit dabei: Lilo und Willa Kornmayer aus Singen, 82 und 86 Jahre alt. Bild: Friedrich W. Strub | Bild: Friedrich W. Strub

Die vielen Besucher konnten sich an den stählernen Karossen internationaler Auto- und Motorradmarken nicht genug satt sehen. Stars unter den Schnauferln waren vor allem Vorkriegsklassiker, wie zum Beispiel ein englischer Lacona aus dem Jahr 1938 oder ein Hupmobil, Jahrgang 1930, Modell Sedan, von dem es in Europa nur noch zwei Exemplare gibt. Das Fahrzeug, das sich in Schweizer Besitz befindet, wurde mit kanadischen Zollpapieren erstmals in der Schweiz am 21. Mai 2015 in die Schweiz importiert, nachdem es zuvor einem Arzt in Kanada gehört hatte. Neben Klassikern wie Ford, Fiat, Opel, Mercedes, BMW, Auto Union, Wanderer und andere mehr fanden Luxuskarossen wie Buick, Jaguar und Rolls Roys die Aufmerksamkeit der Fans. Die Auswahl war riesengroß. Natürlich ist ein Oldtimertreffen ohne Zugmaschinen nicht denkbar.

Aufmarsch der Oldies: Über eine Rampe fahren die Oldtimerfahrzeuge in den Schlösslepark ein. Bild: Friedrich W. Strub
Aufmarsch der Oldies: Über eine Rampe fahren die Oldtimerfahrzeuge in den Schlösslepark ein. Bild: Friedrich W. Strub | Bild: Friedrich W. Strub

Traditionsgemäß gab es an beiden Tagen Ausfahrten. Am Samstag ging es nach Singen und am Sonntag ins Stockacher Hinterland. Für die Gastronomie an den beiden Tagen waren örtliche Vereine zuständig, die mit vielerlei Köstlichkeiten aufwarteten.

Ein Hingucker war dieser Oldtimer, Jahrgang 1930. Von diesem Hupmobil gibt es in Europa nur noch zwei Exemplare. Der Oldie wurde jetzt erstmals in Deutschland vorgestellt. Bild: Friedrich W. Strub
Ein Hingucker war dieser Oldtimer, Jahrgang 1930. Von diesem Hupmobil gibt es in Europa nur noch zwei Exemplare. Der Oldie wurde jetzt erstmals in Deutschland vorgestellt. Bild: Friedrich W. Strub | Bild: Friedrich W. Strub

Erstmals seit es in Ludwigshafen ein Oldtimertreffen gibt, blieb die historische Kanone stumm. Kein einziger Schuss verkündete den Festbeginn. Des Rätsels Lösung: Als Gemeindekanonier Josef Zimmermann mit seiner Kanone vor einigen Wochen beim Beschussamt im Ulm zum TÜV erschien, wurde ihm bedeutet, dass die Kartuschen nicht mehr genehmigungsfähig seien und es ohne neue Kartuschen auch keinen Stempel gebe. Aber die Beschaffung neuer Kartuschen bereitet Schwierigkeiten, denn es können derzeit keine geliefert werden. "Dieses Jahr ist es mit Schießen nichts mehr", bedauerte der Gemeindekanonier. So kann er auch den Dorfhock der Freiwilligen Feuerwehr am Sonntag, 2. September, nicht einschießen. Die Kanone seines Bodmaner Kollegen Karl Sailer ereilte übrigens das gleiche Schicksal.