Bodman-Ludwigshafen 200 Jahre Kirchenchor St. Otmar: Ein Jubiläum als Kulturgenuss

Der Kirchenchor St. Otmar wird 200 Jahre alt und feiert das an einem Wochenende mit einem Konzert und anderen Chören.

Das Geschehen in der Pfarrgemeinde St. Otmar in Ludwigshafen steht am Samstag und Sonntag, 18. und 19. November, ganz im Zeichen der Feier zum 200. Jubiläum des Kirchenchores. Dieses Ereignis wird in Verbindung mit dem Kirchenpatrozinium begangen und dürfte zu einem weiteren Markstein in der Geschichte der Pfarrei werden.

Eröffnet werden die Festtage am Samstag um 19 Uhr mit einem Literarischen Orgelkonzert. Bei diesem wird Benediktinerpater Landelin Fuß vom Kloster Beuron zu verschiedenen Themen und Liedern aus dem Gotteslob und der Literatur auf der Orgel improvisieren, dazu wird der Leiter der Seelsorgeeinheit See-End, Pfarrer Rainer Auer, Texte, Lieder und Gedichte vortragen. Ab 18.30 Uhr können sich die Gläubigen zu einem Glas Sekt und einem Häppchen auf dem Kirchplatz einfinden.

Das Jubiläum erreicht seinen Höhepunkt am Sonntag mit dem Festgottesdienst um 10 Uhr, in dem Pater Landelin Fuß die Festpredigt hält und der Kirchenchor unter Leitung von Birgitt Mauch die "Kleine Festmesse" von Ernst Tittel mit Instrumentalbegleitung sowie das "Halleluja" von Georg Friedrich Händel aufführen wird. An der Orgel sitzt Matthias Auer. Im Anschluss an den Festgottesdienst wird zu einem Stehempfang in das Gemeindezentrum eingeladen, den der Musikverein Ludwigshafen musikalisch umrahmen wird. Es schließt sich das Mittagessen an und ab 13.30 Uhr gibt es Kaffee und Kuchen. Nachmittags konzertieren die Kirchenchöre der Seelsorgeeinheit See-End.

Gerne erinnert man sich an die Feier des 175-jährigen Bestehens des Kirchenchores im 1992, bei dem das Ensemble vom Deutschen Cäcilienverband mit Sitz in Regensburg mit der Palestrina-Medaille ausgezeichnet wurde. Die Verleihung der Palestrina Medaille ist an bestimmte Voraussetzungen geknüpft. So muss ein Kirchenchor nachweislich mindestens 100 Jahre ohne Unterbrechung bestehen, wobei dem Prüfungsausschuss entsprechende Unterlagen vorzulegen sind, was über einen so langen Zeitraum hinweg nicht immer einfach ist. Viele Kirchenchöre führten kein Protokollbuch im eigentlichen Sinne. So auch der Ludwigshafener Chor. In Ludwigshafen griff man auf das Pfarr- und Gemeindearchiv zurück, wobei man 1817 auf eine erste offizielle Erwähnung des Kirchenchores stieß. Es darf aber mit Sicherheit angenommen werden, dass der Chor sogar schon früher bestanden haben muss.

Bildungsreisen gehören dazu

Bis zum Jahr 2002 war der Kirchenchor nicht als Verein organisiert, hatte nicht die Satzung für Kirchenchöre angenommen und besaß damit auch keine Vorstandschaft, wie es vom Cäcilienverband und der Erzdiözese Freiburg vorgesehen ist. Im März 2002 setzte der Chor die vorschriften um und wählte einen Vorstand. Einen ganz besonderen Stellenwert haben beim Chor die Bildungsreisen. Sie gingen im Jahr 2007 nach Irland, und 2010 nach Rom. Im nächsten Jahr soll die Bildungsreise nach Lourdes führen.

Mit der Aufführung der "Kleinen Festmesse" gedenkt der Kirchenchor eines österreichischen Komponisten, Organisten und Musiktheoretikers, dem als damals einzigem Kirchenmusiker Österreichs des 20. Jahrhunderts die höchste päpstliche Auszeichnung, das Komturkreuz des Ordens des hl. Gregor des Großen, verliehen wurde.

Tittel studierte an der Wiener Musikakademie Kirchenmusik und Komposition sowie an der Universität Wien Musikwissenschaft. Als Organist war er in der Wiener Franziskanerkirche tätig und wirkte von 1934 – 1969 bei der "Geistlichen Stunde" bei Radio Wien mit. Der 1910 in Sternberg (Mähren) geborene Kirchenmusiker starb 1969 in Wien. Und etwas verbindet ihn mit Bodman und Ludwigshafen: Im Jahre 1956 reiste er mit einer Gruppe junger Kirchenmusiker an den Bodensee, wo die Musiker unter anderem Reichenau, Konstanz und die Kirchen in Bodman und Ludwigshafen besuchten.

 

Die Chorleiter seit 1950

Der Kirchenchor von St. Otmar hatte in den vergangenen 50 Jahren seiner nun 200 Jahre langen Geschichte sechs Chorleiter und vier Vorsitzende. Von 1950 bis 1964 leitete Hildegard Borowski die Gruppe, von 1965 bis 1980 war es Helmut Widenhorn, dann folgte bis 1990 Hildegunde Marignoni und von 1999 bis 2007 hatte Melanie Blender alles in der Hand. Auf sie folgte bis 2016 Matthias Weisgerber, dessen Nachfolgerin Birgitt Mauch den Chor heute noch leitet. (fws)

 

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