Von den Bahnunterführungen am Allensbacher Rathausplatz und dem so genannten Latschariplatz bei der Bäckerei Ratzek führen keine Treppen und Wege mehr zum See, sondern stufenfreie Stege. Der vom Rathaus kommende ragt sogar ein Stück weit über den See.

Für eine Neugestaltung der Allensbacher Lände hat der Gemeinderat nun eine Vorplanung ausgewählt. Unter anderem sind wellenförmige Sitzgelegenheiten vorgesehen. Bis zur Umsetzung wird es aber noch einige Zeit dauern.
Für eine Neugestaltung der Allensbacher Lände hat der Gemeinderat nun eine Vorplanung ausgewählt. Unter anderem sind wellenförmige Sitzgelegenheiten vorgesehen. Bis zur Umsetzung wird es aber noch einige Zeit dauern. | Bild: Zoch, Thomas

Die Lände bietet wellenförmige Terrassen mit geschwungenen Sitzmäuerchen. Auch die Uferpromenade verläuft wellenförmig, und parallel dazu gibt es einen Radweg. Der Kinderspielbereich wird näher ans Restaurant Casa Mia gerückt, durch Aufhügelungen vom Radweg getrennt und zum Thema Schiff attraktiv gestaltet.

Stege zum See und eine Festwiese

Außerdem bietet die Lände eine große Festwiese. Und an der Bahnlinie können weiterhin Fußgänger flanieren oder sich auf Bänkchen ausruhen.

So könnte es einmal aussehen an der Allensbacher Lände. Jedenfalls sieht das der Vorentwurf des Landschaftsarchitekten Stefan Fromm aus Dettenhausen vor.

Die Gemeinde hatte vier Planungsbüros beauftragt, Entwürfe anzufertigen für das Sanierungsprojekt „Mitte(n) am See“, das das Ortszentrum von der Brunnengasse bis zum Bahnhof umfasst. Und eine Jury aus Fachleuten und den Mitgliedern des Haupt- und Finanzausschusses hatte schon im Januar Fromms Arbeit als Sieger gekürt und dem Gemeinderat empfohlen. Dieser stimmte nun auch einhellig zu.

Was der Plan vorgibt – und was nicht

Bürgermeister Stefan Friedrich betonte: „Es ist nicht ein Plan, in dem steht, was wir tun müssen.“ Der Entwurf zeige vielmehr auf, was man verändern könnte. Dies betreffe auch den Radweg, den Franz Scheppe (CDU) einmal mehr als unpassend an der Lände monierte. Auch bei der Bürgerbeteiligung 2019 hatte es hierzu geteilte Meinungen gegeben.

Der Weg aus der Rathausunterführung: Hier soll ein Steg hinaus auf den See führen.
Der Weg aus der Rathausunterführung: Hier soll ein Steg hinaus auf den See führen. | Bild: Zoch, Thomas

Friedrich: „Der Radweg ist allein von der Entscheidung des Gemeinderats abhängig – nicht vom Plan.“ Dieser zeige nur auf, wo und wie ein solcher gebaut werden könnte.

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Auch gebe der Entwurf keinen Zeitplan vor. Wann was umgesetzt werden kann, hänge auch von den Finanzen ab. Und diese könne er schon für 2021 kaum abschätzen. Es gehe aktuell nur darum, die Planung ein Stück weit voranzubringen.

Ideen für die Ortsmitte

Tina Mühleck von der Beraterfirma Translake stellte den Entwurf im Gemeinderat vor. „Es ist ein sehr gutes Ergebnis, das überzeugt“, meinte sie. Auftrag an die Planer war es, einen so genannten Realisierungsteil mit konkreteren Vorschlägen für die Lände zu machen und zusätzlich in einem Ideenteil für den Bereich nördlich der Bahnlinie, was in einem nächsten Schritt angegangen werden soll.

Der Spielplatz an der Lände. Die Planer wollen einen neuen, attraktiveren schaffen.
Der Spielplatz an der Lände. Die Planer wollen einen neuen, attraktiveren schaffen. | Bild: Zoch, Thomas

Hier sehe Fromms Vorschlag für den Rathausplatz vor, dass zunächst nur das Parken an der Nordseite entfallen soll. Erst wenn die drei Kastanien an der Brunnengasse abgängig seien, solle man diesen Bereich umgestalten mit einer Stufenanlage, einem großen Platzbaum und Sitzgelegenheiten, und den Brunnen könnte man in die Mitte verlegen.

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Beim Latschariplatz könnte man die Parkplätze verlegen auf die Westseite des Bahnhofs und eine Radanlage beim Platz in den Hang schieben, so Mühleck. Der Platz selbst solle so Aufenthaltsqualität bekommen zum Beispiel mit Bäumchen und Brunnen. Als verbindendes Element solle das ganze Zentrum einen einheitlichen Bodenbelag bekommen und die Fahrbahn verschmälert werden.

Was Ratsmitglieder sagen

Einige Ratsmitglieder lobten zwar den Entwurf, traten aber zugleich auf die Bremse. Karin Heiligmann (Freie Wähler) meinte, es sei wichtig, ein Gesamtkonzept zu haben, aber es sei ein Vorentwurf für die Zukunft: „Das sind alles nur Ideen, die eventuell mal umgesetzt werden könnten.“ Es gelte zunächst andere Baustellen abzuarbeiten.

„Auch eine Gemeinde sollte Visionen haben“

Patrick Konopka (FDP) meinte. „Wir werden Abstriche machen müssen, am Ende werden Kompromisse nötig sein.“ Er hoffe aber, dass in den nächsten Jahren wenigstens einige Bausteine umsetzbar sind. Auch Doris Hellmuth (Bunte Liste) betonte, man müsse dies langfristig betrachten. Solange die B 33 nicht fertig ausgebaut sei bei Allensbach, werde man wohl kaum eine Verkehrsberuhigung im Ortszentrum hinbekommen. Scheppe meinte, so lange die drei Kastanien am Rathausplatz stehen, könne man dort sowieso nichts machen.

Ludwig Egenhofer (CDU) sagte: „Auch eine Gemeinde sollte Visionen haben. Aber in den nächsten Jahren wird die Umsetzung sicher nicht in Frage kommen.“ Lediglich Tobias Volz (SPD) plädierte für eine schnellere Umsetzung. „Wegen Corona sollte man nicht alles umschmeißen. Ich hoffe sehr, dass es mal vorangeht.“