Hat sich längst alles in Wohlgefallen aufgelöst – oder treibt ein junger Mann noch im Bodensee? Mit einem Großaufgebot haben DLRG, Feuerwehr, Seepolizei Schweiz, Wasserschutzpolizei und Polizei am späten Samstagabend am Sandseele auf der Insel Reichenau nach einem vermissten Schwimmer gesucht. Die Suche ging auch am Sonntag weiter.

Zeugenaussagen sind nicht eindeutig

Zeugen hatten laut Freiwilliger Feuerwehr Reichenau beobachtet, wie eine Gruppe von fünf Personen ins Wasser gegangen sei. Als davon nur vier zurückkehrten, alarmierten sie die Polizei. Clemens Menge vom DLRG kam als Einsatzleiter kurz vor 23 Uhr an der Sandseele an.

Bild: DLRG

„Es gab Zeugen, die gesehen haben, wie ein etwa 20-Jähriger im Wasser war und sich an den rot-weißen Badetonnen, die den Badebereich abgrenzen, festgehalten hat. Er war offenbar in Not“, sagte Menge. Andere hätten beobachtet, wie ein stark alkoholisierter junger Mann aus dem Wasser gekommen und auf dem Fahrrad in Schlangenlinien davon gefahren sei. Auf ihn habe die Beschreibung zugetroffen: Der Vermisste wird auf etwa 20 Jahre geschätzt, seine Statur soll kräftig sein.

Kleider des Mannes lagen am Ufer

Als Hauptgrund, warum sich die Helfer für eine groß angelegte Suche entschieden hätten, nennt Clemens Menge den: Dass Socken, Hose, Schuhe des jungen Mannes am Ufer lagen.

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„Wir haben mit sechs Motorrettungsbooten die Wasseroberfläche abgeleuchtet. Parallel haben sechs Taucher den ufernahen Bereich unter Wasser abgesucht.“ Polizei und Feuerwehr Reichenau waren zeitgleich am Ufer unterwegs, wie auch die Feuerwehr Reichenau in einer Pressemitteilung schreibt.

Polizei geht von gutem Ende aus

Im Einsatz gewesen seien elf Feuerwehr-Kräfte mit zwei Löschfahrzeugen. Außerdem die Polizei und die Wasserschutzpolizei aus Konstanz, die Seepolizei Schweiz und über 30 DLRG-Kräfte aus Allensbach, Gaienhofen, Konstanz, Moos und Radolfzell.

Gegen Mitternacht sei der Einsatz ergebnislos abgebrochen worden.

Die Polizei und Feuerwehr gehen laut einer Pressemitteilung zwar davon aus, dass der Vermisste an einer anderen Stelle an Land gegangen ist.

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Unsicherheit über Schicksal des jungen Mannes

Aber: „Ob er tatsächlich vermisst ist oder nicht können wir abschließend nicht sagen“, so DLRG-Sprecher Clemens Menge. Wer etwas beobachtet hat, soll bei Polizei oder der DLRG unter der Nummer 07531/17 400 anrufen. „Für uns ist die Klarheit wichtig. Der junge Mann soll sich unbedingt bei uns melden, falls er in Sicherheit ist. Ihm passiert auch nichts, er kann ja nichts dafür“, so Menge.

Update, Montag, 2. August:

Auch am Montagmittag gab es noch keine neuen Erkenntnisse. So sagte Armin Förster, Sprecher bei der zuständigen Bereitschaftspolizei Göppingen: „Wir haben am Sonntag noch einmal vor Ort gesucht und das Personal des Campingplatzes befragt.“ Leider ohne neue Erkenntnisse. Auffällig jedoch: Es gibt bisher keine Vermisstenanzeige. Förster: „Er war laut den Berichten angetrunken: Es ist möglich, dass er irgendwo anders an Land gegangen und mit Socken und Unterhose auf dem Rad nach Hause gefahren ist.“