Eine alltägliche Blechlawine schiebt sich Nachmittag für Nachmittag stadtauswärts aus Konstanz hinaus. Auf der Bundesstraße 33 ist das Stauproblem für zehntausende Pendler allgegenwärtig, vor allem freitags zum Feierabendverkehr wächst die Kolonne öfter bis zur Kindlebildkreuzung an der Zufahrt zur Insel Reichenau an.

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Findige Anwohner und Pendler umfahren den Stau durch die Waldsiedlung und biegen später auf die Landesstraße 220 ein. Diese fädelt am Knoten Waldsiedlung auf die B 33 ein. Das sorgt allerdings für weitere Probleme und Rückstaus. Das Landratsamt Konstanz und die Polizei wollen nun reagieren.

Problem ist bekannt

„Die Problematik wurde bereits mit dem Regierungspräsidium Freiburg wie auch dem Landratsamt Konstanz erörtert“, sagt Tatjana Deggelmann, Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Konstanz, dem SÜDKURIER. „Es ist beabsichtigt, durch eine Änderung der Signalgebung am Knoten Waldsiedlung die Umfahrung für Pendler unattraktiver zu machen und den Verkehrsfluss auf der B 33 zu verbessern.“

Konkret ist eine Anpassung der Ampelanlage für den Autoverkehr auf der L 220 aus Richtung Konstanz-Wollmatingen geplant. Das gibt Marlene Pellhammer, Pressesprecherin des Landratsamts, auf SÜDKURIER-Nachfrage an. „Derzeit sind die Signalgeber für den Autoverkehr in der Grundeinstellung dunkel“, sagt Pellhammer. „Erst bei einer Anforderung durch Fußgänger, welche die Landesstraße queren möchten, schaltet die Anlage auf Rot.“

Quelle: Google-Earth/Südkurier-Grafik: Schönlein
Quelle: Google-Earth/Südkurier-Grafik: Schönlein | Bild: Schönlein, Ute

Das soll nun dahingehend geändert werden, dass die Ampeln für den Verkehr auf der Landesstraße aus Richtung Wollmatingen in der Grundeinstellung Rot zeigen. Umschalten sollen sie zeitgleich mit der Grünphase auf der B33 aus Richtung Hegne.

Verkehr soll besser fließen

„Von der Umstellung erhoffen wir uns eine Verbesserung des Verkehrsabflusses auf der B 33 aus Richtung Konstanz stadtauswärts Richtung Hegne“, gibt Marlene Pellhammer an. Denn durch die Zufahrt des Verkehrs aus Wollmatingen ist die B 33 derzeit oft überfüllt. Künftig habe die Ampel auf der L 220 nun Rot, wenn die Linksabbieger aus Konstanz fahren dürfen. So gebe es keinen laufenden Zustrom von rechts auf das Nadelöhr, und der Verkehr aus Konstanz komme besser voran.

Umfahren ist erlaubt

Doch hat das Umfahren der Stelle durch viele Pendler das Problem auf der B 33 eigentlich schlimmer gemacht? Laut Tatjana Deggelmann vom Polizeipräsidium Konstanz ist es zunächst einmal legitim, bei Stau auf andere Straßen auszuweichen. Grundsätzlich könne man aber der Aussage zustimmen, dass dies das Stauproblem verschärfe.

Da es allerdings erlaubt sei, gebe es keinerlei Handhabe für Kontrollen oder Sanktionen seitens der Polizei. Hinzu komme, dass der Verkehr oft ja auch nach der Einfädelspur Richtung Hegne nicht zügig fließe. Im Stau stünden die umfahrenden Pendler dann trotzdem. Trotz der Problematik seien der Polizei lediglich zwei Unfälle im Bereich der Einmündung und der Einfädelspur bekannt, gibt das Polizeipräsidium Konstanz an.

Corona könnte Grund für mehr Verkehr sein

Das ohnehin schon seit langer Zeit hohe Verkehrsaufkommen ist laut Walter Rügert, Pressesprecher der Stadt Konstanz, der Grund für den Ausbau der Bundesstraße 33. Eine zusätzliche Ursache für das erhöhte Verkehrsaufkommen in diesem Jahr könnte die Corona-Pandemie sein, so werde beispielsweise der öffentliche Personenverkehr weniger genutzt, sagt Rügert.

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Doch Abhilfe ist nun ja in Sicht: Laut dem Landratsamt sollen die Ampeln im Laufe des Novembers umgestellt werden. Die Umstellung erfolgt durch die Firma Siemens und soll auch bis auf Weiteres bestehen bleiben. Dann wird sich zeigen, ob die Maßnahme etwas nützt.

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