Theoretisch leben Radfahrer seit einigen Jahren deutlich sicherer, wenn sie zwischen Allensbach und Dettingen unterwegs sind. Denn entlang der Kreisstraße 6172 gibt es einen Rad- und Fußweg.

Allerdings – so Radfahr-Aktivist Martin Hummel aus Konstanz – hätten sich immer wieder Unfälle ereignet, bei denen Autos auf den Radweg geraten seien: „Ich habe Spuren auf dem Weg gesehen.“ Und dabei habe es sich eindeutig um Bremsspuren von Autos gehandelt.

Zwei Unfälle im Jahr 2019

Hummel berichtet von zwei Fällen im Jahr 2019: einmal in der Nähe des Aussiedlerhofs, wo die Straße nur durch einen Bordstein vom Weg getrennt ist, und dann zwischen dem Hof und der Abzweigung nach Kaltbrunn. „Ich denke nicht, dass diese Unfälle publik geworden sind.“

Außerdem verweist Hummel auf eine schwere Kollision im Begegnungsverkehr im Mai 2019, bei der ein Auto auf dem Grünstreifen zwischen Straße und Weg zum Stehen kam, das andere sogar mit einem Rad auf dem Weg stand.

Autos zu schnell unterwegs?

Hummel schätzt, dass circa ein Viertel der Autofahrer auf der kurvigen Strecke zu schnell unterwegs sind. Er fordert deshalb zumindest an Teilen der Straße Leitplanken.

Beim Landratsamt (LRA), der Polizei und der Stadt Konstanz ist von Problemen bisher nichts bekannt. Andreas Tast vom Sachbereich Verkehr beim Polizeipräsidium sagt: „Wir haben dort keine besonderen Auffälligkeiten.“ Eine Unfallhäufung könne er nicht erkennen und damit auch keinen Unfallschwerpunkt.

Schutzplanken nicht vorgesehen

Andreas Tast hat in den Polizeiberichten von 2019 lediglich drei Unfälle gefunden – unter anderem den oben genannten. Demnach sei in keinem Fall ein Auto auf dem Radweg gestanden. LRA-Sprecher Jens Bittermann bezieht sich darauf und weist darauf hin, dass es dort keinen starken Verkehr gebe. „Somit sind Schutzplanken nach der hier anzuwendenden Richtlinie nicht vorgesehen.“

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Er erklärt zudem, das LRA habe dort 2019 keine Tempomessungen durchgeführt. Anja Fuchs von der Pressestelle sagt: „Es hat bisher keiner Probleme gemeldet. Aber wenn Probleme auftreten und Bedarf besteht, blitzen wir gern.“