Das neue Montessori-Kinderhaus hat im Allensbacher Gemeinderat einmal mehr für Diskussionen gesorgt. Auslöser waren die voraussichtlich steigenden Kosten und der Zeitplan. Zum einen erklärten die Verwaltung und Architekt Markus Lanz, dass die bisherige Kostenschätzung von 4,6 bis 4,75 Millionen Euro brutto nun auf rund 4,85 Millionen Euro angehoben worden ist. Grundlage dafür seien Erfahrungswerte bei ähnlichen Projekten, sagte Lanz. Zudem sei bis ins Jahr 2022 eine jährliche Kostensteigerung von vier Prozent berücksichtigt.

Der Entwurf des Büros Lanz/Schwager sieht einen lang gestreckten kompakten Baukörper vor – das braune Modell. Links ist dei Bodanrückhalle, hinten die Wohnhäuser an der Schulstraße.
Der Entwurf des Büros Lanz/Schwager sieht einen lang gestreckten kompakten Baukörper vor – das braune Modell. Links ist dei Bodanrückhalle, hinten die Wohnhäuser an der Schulstraße. | Bild: Zoch, Thomas

Friedrich: „Nur eine Prognose“

Bürgermeister Stefan Friedrich betonte, dies sei nur eine Prognose. Eine erste Kostenberechnung werde es im November geben auf der Basis der Angaben von Fachplanern. Ludwig Egenhofer (CDU) monierte dennoch bereits die Kostensteigerung und forderte die Verwaltung und den Architekten auf, nach Einsparmöglichkeiten zu suchen.

Baubeschluss im November

Auch der Zeitplan brachte Egenhofer und Pius Wehrle (Freie Wähler) auf die Palme. Der Baubeschluss im Gemeinderat soll demnach im November 2020 erfolgen, wobei der nötige Bebauungsplan nun gerade mal die erste von zwei Offenlagen hinter sich hat. Im Winter soll die Detailplanung folgen, von April bis Juni 2021 die Ausschreibung der Arbeiten. Baubeginn könnte dann laut Lanz im September 2021 sein, Fertigstellung im Februar 2023. Egenhofer und Wehle forderten einen früheren Baubeginn. Seit drei Jahren rede man davon, wie dringlich das neue Kinderhaus sei, sagte Egenhofer, „wir können so nicht weitermachen.“ Markus Lanz erwiderte: „Wir haben es mit einem öffentlichen Ausschreibungsverfahren zu tun, in dem Fristen einzuhalten sind.“ Bürgermeister Stefan Friedrich erklärte dazu, der jetzige Zeitplan solle auf jeden Fall die Obergrenze sein.

Der Entwurf von Markus Lanz (rechts) und Nicolas Schwager sieht einen lang gestreckten kompakten Baukörper vor – das braune Modell. Links ist dei Bodanrückhalle, hinten die Wohnhäuser an der Schulstraße.
Der Entwurf von Markus Lanz (rechts) und Nicolas Schwager sieht einen lang gestreckten kompakten Baukörper vor – das braune Modell. Links ist dei Bodanrückhalle, hinten die Wohnhäuser an der Schulstraße. | Bild: Zoch, Thomas

Ein KfW40-Standard

Festgelegt hat sich der Gemeinderat nun auf das Energiekonzept. Das Kinderhaus soll KfW40-Standard haben. Hierzu empfahlen Lanz und der Bauphysiker Georg Rathfelder die größtmögliche Photovoltaikanlage mit rund 290 Quadratmetern auf dem Süddach plus eine Luft-Wasser-Wärmepumpe. Der Strombedarf soll laut Rathfelder damit von April bis September komplett über die Photovoltaik-Anlage gedeckt werden, die jährlichen Energiekosten lägen bei rund 12.000 Euro.

Gebäude doch nicht zwei Meter höher

Vor der Sommerpause hatte zudem für Irritationen im Gemeinderat gesorgt, dass das Kinderhaus plötzlich rund zwei Meter höher werden soll als das nächste Wohnhaus. Bürgermeister Friedrich und Architekt Lanz erklärten nun, dass das ein Missverständnis gewesen sei.