Etliche Bürger im Allensbacher Ortsteil Kaltbrunn haben grundsätzlich Interesse daran, ihre Häuser künftig über ein Nahwärmenetz zu beheizen. Die Gemeinde hat deshalb eine Fachfirma beauftragt, eine Machbarkeitsstudie zu erstellen, ob und wie dies wirtschaftlich und praktisch umzusetzen wäre.

Über die ersten Ergebnisse hierzu werde die Verwaltung nun am Montag, 30. Mai, informieren, kündigte Bürgermeister Stefan Friedrich im Gemeinderat an. Nach einem nicht-öffentlichen Termin für Gemeinde-, Ortschafts- und Klimarat sei an jenem 30. Mai ab 20.15 Uhr ein Infoabend für interessierte Bürger geplant, voraussichtlich im Feuerwehrhaus.

Ein „Multi-Millionen-Projekt“

Der Bürgermeister sprach beim Thema Nahwärmnetz von einem „Multi-Millionen-Projekt“. Der erste Winter, in dem damit geheizt werden könnte, dürfte frühestens 2024/25 sein.

Ergänzend zu den bisher für die Studie gemachten Untersuchungen seien nun noch tief reichende Probebohrungen unerlässlich, sagte Ortsbauamtsleiter Frank Ruhland. Es gehe darum, verlässlichere Zahlen zu bekommen, ob das Projekt sinnvoll sei. Friedrich meinte: „Wir müssen in der Tiefe erforschen, was uns erwartet.“

Die Bohrungen seien im Juni/Juli im Ortszentrum geplant, im Bereich der Straße Zur Breite und des Bolzplatzes, erklärte Ruhland. Die Arbeiten vergab der Gemeinderat an eine Firma aus Neuweiler zum Preis von rund 73.250 Euro. Ruhland merkte an, dass die Gemeinde vom Bund Fördergeld bekommen könne für diese Probebohrungen wie insgesamt für die eventuelle Realisierung eines Nahwärmenetzes.

Und weil es sich dabei eben um ein sehr großes Projekt handele, brauche die Verwaltung weiter Hilfe von außen, sagte der Bürgermeister. Ruhland erklärte, dies betreffe auch das Verfahren der – teils europaweiten – Ausschreibung und die Vergabe der Arbeiten. Deshalb wird nun dasselbe Fachbüro, das die Machbarkeitsstudie erstellt, mit der Verfahrensbegleitung beauftragt. Der Gemeinderat folgte damit dem Vorschlag der Verwaltung.

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Die Kosten sollen bei rund 59.500 Euro liegen. Ruhland erklärte, bei diesem Auftrag gehe es um alle Schritte im Vergabeverfahren – von der Ausschreibung bis hin zur Auswertung der Angebote.

Der Klimaplan, den der Gemeinderat 2021 beschlossen hat, sieht vor alle Heizungen auf Basis von Öl und Gas bis 2030 auf Wärmepumpen oder Block-Heiz-Kraft-Werke beziehungsweise Brennstoffzellen umzustellen. Dabei käme dann Nahwärme ins Spiel.