Was sich schon seit Wochen angekündigt hat, ist nun Tatsache. Nach dem Kapellenplatzfest in Kaltbrunn und dem Gartenfest in Langenrain-Freudental fällt nun auch das Seetorfescht der Allensbacher Vereine, das von 24. bis 26. Juli geplant war, wegen der Corona-Krise aus. Dies sei in Absprache mit Bürgermeister Stefan Friedrich beschlossen worden, erklärt Edwin Braun, der Sprecher der Vereine.

Auf dem Rathausplatz findet in diesem Jahr kein Allensbacher Seetorfescht statt. Edwin Braun muss aufgrund der Corona-Krise die Absage verkünden.
Auf dem Rathausplatz findet in diesem Jahr kein Allensbacher Seetorfescht statt. Edwin Braun muss aufgrund der Corona-Krise die Absage verkünden. | Bild: Zoch, Thomas

Keine Dorffeste bis Ende August

Die gesetzliche Regelung sei jetzt klar, dass bis 31. August auch Dorffeste als Großveranstaltungen verboten sind. Und das Seetorfescht ist mit mehreren tausend Besuchern das größte Fest in der Gemeinde. Die Vereine verzichten auf einen Ersatztermin später im Jahr, so Braun, denn: „Es ist längst nicht sicher, ob wir es später veranstalten könnten.“ Ministerpräsident Winfried Kretschmann habe ja diese Woche im SÜDKURIER-Interview bereits gesagt, dass größere Feste bis zum Jahresende ausfallen sollten. „Daher haben wir die Chance bei null gesehen“, so der Vereinssprecher.

Großer finanzieller Verlust für die Vereine

„Die Stimmung ist allgemein gedrückt“, so Braun, doch: „Jedem war klar, dass das nicht funktioniert. Es hat jeder vor der Wirklichkeit kapituliert.“ Finanziell sei das ein gewaltiger Verlust. „Für die Vereine bedeutet das, dass zwei Drittel ihrer Jahreseinnahmen wegfallen.“ Dadurch seien dann, wenn die Krise mal überstanden sei, natürlich auch die Möglichkeiten geringer, selbst Veranstaltungen zu machen oder Dinge anzuschaffen.

„Man kann nichts machen.“

Braun sieht neben der wirtschaftlichen Auswirkung noch ein Problem: „Was mir und den anderen weh tut, ist nicht nur der finanzielle Ausfall, sondern der psychologische und moralische Aspekt, dass man nichts machen kann.“ Das finde er persönlich sogar noch wichtiger. „Es ist für die Vereinsverantwortlichen schwierig, ihre Leute bei der Stange zu halten, wenn keine Aktivitäten sind“, sagt Braun. Für Vereine sei es ohnehin schon schwer genug, ehrenamtlich Engagierte zu finden.

Viel Arbeit für nichts

Der organisatorische Aufwand, der bereits betrieben werden musste, sei damit natürlich auch umsonst gewesen. Aber wenigstens hätten die Vereine keine Ausgaben. Aus bereits geschlossenen Verträgen könne man ohne Ausfallzahlungen aussteigen, weil solche Veranstaltungen derzeit verboten seien. Braun tut es daher auch für andere Beteiligte leid, wie etwa die halbprofessionellen Musikgruppen, die am Freitag- und Samstagabend auftreten sollten und bei solchen Festen einen Gutteil ihrer Einnahmen erzielen.

Verständnis für die Maßnahmen

Besonders hart treffe es den Bühnenverleiher, der von solchen Veranstaltungen lebe, meint Braun: Der sei noch schwerer betroffen als die Vereine. Doch Braun hat auch Verständnis für die Maßnahmen und Auflagen, die die Regierung verordnet. Die Abstandsregeln seien bei so einem Fest nicht einzuhalten.

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