Im Zeitraum vom 13. bis 20. April seien neun weitere Fälle akuter Infektionen gemeldet worden, sagte Friedrich. Der SÜDKURIER hat dies hochgerechnet auf 100.000 Einwohner. Dabei ergibt sich für diese Woche ein Inzidenzwert von rund 125, was nicht nur deutlich unter dem im Landkreis, sondern auch bundesweit ist, aber dennoch von Experten als im kritischen Bereich betrachtet wird.

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Friedrich betonte aber auch: „Die Lage ändert sich jeden Tag.“ Schon ein kleinerer Ausbruch in einer Familie oder einem Betrieb könne die Zahlen deutlich in die Höhe treiben. Seit Beginn der Pandemie vor gut einem Jahr habe es 213 bestätigte Corona-Fälle in der Gemeinde gegeben.

„Tolle Arbeit“ im Testzentrum in der Torkel

Noch keinen einzigen positiven Fall habe es dagegen in den vergangenen Wochen bei den kostenlosen Schnelltests im Testzentrum in der Torkel gegeben, berichtete Friedrich. Das Angebot hat die Gemeinde mittlerweile von einem auf drei Tage ausgeweitet. Man sei dort bisher organisatorisch top gerüstet, meinte der Bürgermeister – vor allem dank der vielen Ehrenamtlichen, die mithelfen. „Ohne Ehrenamtliche ist es nicht zu leisten.“ Und im Testzentrum werde tolle Arbeit geleistet.

Pro Schicht seien sechs oder sieben Helfer im Einsatz, und weil zeitweise Leute anstehen, sei in weniger als einer Minute eine Person getestet worden. „Das ist eine absolute Top-Quote“, sagte Friedrich. Und zudem setze die Gemeinde weiter auf das Testangebot ohne vorherige Anmeldung, obwohl der Ablauf mit einfacher wäre. „Da sind wir die absolute Ausnahme“, so der Bürgermeister. Doch es sei wichtig, das Angebot niederschwellig zu gestalten.

Und natürlich beteilige sich die Gemeinde am landkreisweiten Testwochenende vom 23. bis 25. April mit mehreren Teststellen im Kernort und allen Ortsteilen, so Friedrich, wobei der Freitag vor allem für Betriebe, Vereine, Schulen und Kitas gedacht sei. Er bitte alle Bürger darum, sich an diesem Wochenende wenigstens einmal testen zu lassen.

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„Im besten Fall können wir so Leute rausfiltern, die vielleicht gar nicht wissen, dass sie infiziert sind“, betonte der Bürgermeister. Und wenn Bürger Fragen haben rund ums Thema Corona, dann können sie sich weiterhin an Diana Rogg in der Verwaltung wenden unter Telefon (07533) 80114 oder E-Mail corona@allensbach.de. Man werde die Fragen so gut es gehe beantworten, sagte Friedrich.

Doch nicht nur dadurch entstehe für die Verwaltung wegen Corona massiv mehr Geschäft. Das Testzentrum erfordere viel Logistik und Koordination. Das Testwochenende sei ein Aufwand vergleichbar mit dem bei einer Wahl, so der Bürgermeister. Die Verwaltung müsse zudem überwachen, ob Leute ihre Quarantäne einhalten. Und selbst für Reiserückkehrer Bescheinigungen ausstellen, weil das Auswärtige Amt nicht hinterherkomme, so Friedrich.

Nachrüstungen an Schulen werden diskutiert

Innerhalb der Verwaltung würden die Mitarbeiter natürlich regelmäßig getestet, betonte der Bürgermeister, und was bisher gut geklappt habe, sei die Lieferung von Schnelltests für Schulen und Kitas. Friedrichs Fazit lautete daher, es sei top, was alle Mitarbeiter leisten, Haupt- wie Ehrenamtliche. „Wir haben die Gesamtgemeinde und das aktuelle Geschehen im Blick.“

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Pius Wehrle (Freie Wähler) dankte der Verwaltung und allen Helfern. Und auch wenn es im Testzentrum noch keine positiven Ergebnisse gegeben habe, sei es gut, dass getestet werde. Tobias Volz (SPD) mahnte dagegen zur Vorsicht und appellierte an alle, weiter alle Maßnahmen einzuhalten. Auch geimpfte Personen könnten noch infektiös sein und andere anstecken. Und die Tests würden nicht zu 100 Prozent etwas aussagen. Der Bürgermeister räumte ein, dass es bei den Tests natürlich eine Fehlerquote gebe. Dennoch sei es wichtig, sich testen zu lassen.

Patrick Konopka (FDP) hatte den Antrag gestellt, dass Sporthallen möglichst wieder geöffnet werden sollten, sofern dies rechtlich möglich sei. Und es sollte geprüft werden, ob die Gemeinde an den Schulen durch den Einbau von Luftfiltern die Situation verbessert werden könnte. Der Bürgermeister erklärte, beides habe die Verwaltung bereits geprüft und werde es weiter tun.

Beim Thema Luftfilter gebe es allerdings auch die Auffassung, dass Lüften sinnvoller sei. Dies räumte Konopka ein, dennoch könnten Filter unterstützend Sinn ergeben, meinte er. Und dann wäre es sinnvoll, diese noch vor den Ferien zu bestellen, damit sie bis zum Winter installiert seien.

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