Pius Wehrle (Freie Wähler) fragte, ob man das Ganze nicht beschleunigen könnte. Bürgermeister Stefan Friedrich erklärte: „Wir müssen ja erst noch einen Bebauungsplan machen.“ Dieser ist nötig, weil das rund 2500 Quadratmeter große Grundstück nordwestlich der Bodanrückhalle bisher Grünland im Außenbereich ist.

„Wir wollen einen realistischen Zeitplan“

Den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan fasste der Gemeinderat erst im Mai. Der Planer Ekkehard Böhler sagte damals, „sportlich gesehen“, wenn es keine Hindernisse gäbe, könnte der Plan bis Ende des Jahres abgeschlossen sein.

Friedrich sagte nun, das zweistufige Verfahren mit frühzeitiger Beteiligung der Behörden und der Öffentlichkeit plus Offenlage könne auch ein Jahr dauern. Und dann brauche es noch die Baugenehmigung durch das Landratsamt und es könnte Verzögerungen geben. „Wir wollen einen realistischen Zeitplan.“

Doch Ludwig Egenhofer (CDU) hakte nach: „Seit 2017 sprechen wir von einem neuen Kindergarten.“ Das wären rund sechs Jahre bis zur Fertigstellung, monierte er. „Da geht es ja sogar beim Adler schneller.“ Man könnte doch manche Planungen und Arbeiten parallel erledigen, meinte Egenhofer.

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Die Verwaltung solle darüber mit dem Architekten reden. Frank Ruhland, der Leiter des Ortsbauamts, erklärte allerdings, der Architekt sehe keine Optimierungsmöglichkeit, um Zeit einzusparen. Der Bürgermeister sagte zu, dass der Architekt schriftlich darstellen soll, warum das Ganze so lang dauern müsse.

Bald sollen andere Kinderhäuser besichtigt werden

Im Mai hatte zuletzt die Arbeitsgruppe Kinderhäuser getagt und mit der Verwaltung und dem Architekten den aktuellen Planungsstand besprochen. Laut Verwaltung seien dabei noch einige Optimierungen und Anregungen aufgenommen worden. Als einer der nächsten Schritte sei gedacht, Kinderhäuser zu besichtigen, die dem in Allensbach geplanten entsprechen und ebenfalls vom Architekturbüro Lanz/Schwager realisiert wurden.

Die Architekten Markus Lanz (rechts) und Nicolas Schwager meinen, dass der Baubeginn fürs neue Kinderhaus wohl erst im September 2021 erfolgen kann. Einige Allensbacher Gemeinderäte finden das ziemlich spät.
Die Architekten Markus Lanz (rechts) und Nicolas Schwager meinen, dass der Baubeginn fürs neue Kinderhaus wohl erst im September 2021 erfolgen kann. Einige Allensbacher Gemeinderäte finden das ziemlich spät. | Bild: Zoch, Thomas

Nach der Beauftragung und Festlegung der Honorare des Architektenbüros (rund 300.000 Euro) und des Planers (15.000 Euro) im Mai beschloss der Gemeinderat nun die Beauftragung aller benötigten Fachplaner. Es handele sich um Büros, die der Verwaltung und/oder dem Architekten aus früherer Zusammenarbeit bereits bekannt seien.

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Auf Nachfrage von Rochus Schulter (CDU) erklärte Friedrich, dass für die einzelnen Bereiche im Rahmen einer beschränkten Ausschreibung jeweils drei bis fünf Büros angefragt worden seien. Die jeweils günstigsten Anbieter erhalten die Aufträge.

Gesamtkosten liegen aktuell bei rund 4,3 Millionen Euro

Dabei geht es um die Bereiche Tragwerksplanung/Statik, Heizung/Lüftung/Sanitär, Elektroplanung, Landschaftsarchitekt, Bauphysik, Brandschutz, Sicherheit und Gesundheit sowie den Bodengutachter. Für alles zusammen fällt ein Brutto-Honorar von 296.100 Euro an. Zusammen mit den Honoraren für Architekt und Planer sind dies bereits rund 611.000 Euro an Nebenkosten.

Hierfür sind in der Grobkostenberechnung laut Verwaltung insgesamt rund 820.000 Euro vorgesehen. Nach dieser Berechnung liegen die Gesamtkosten für den Neubau aktuell bei rund 4,3 Millionen Euro. Eine genauere Kostenberechnung folgt.

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