Eine Sitzung des Allensbacher Gemeinderats und eines Fachausschusses hat noch einen Nachklang. Es war im April, als Bürgermeister Stefan Friedrich deutlich machte, dass die Gemeinde keine Luftreiniger zur Corona-Prävention für die Grundschulen anschaffen werde. FDP-Rat Patrick Konopka hatte eine Prüfung gefordert, ob die Anlagen sinnvoll seien.

Konopka: Gemeinde sollte alles unternehmen

Die Verwaltung solle, erklärt Konopka in einer Pressemitteilung für die FDP Allensbach, ihre ablehnende Haltung gegenüber dem Einbau von Luftreinigern endlich aufgeben und stattdessen im Rahmen der Förderprogramme des Bundes und des Landes-Württemberg die Anschaffung und den unverzüglichen Einbau von Luftreinigern für die Grundschule Hegne sowie die Grundschule Allensbach in die Wege leiten. „Die Verwaltung hat damals – wie das Bundesumweltamt auch – außer Acht gelassen, dass wir alles Erdenkliche dafür unternehmen sollten, um im kommenden Winter Unterricht in kompletten Klassen, möglichst ohne Maskenpflicht und unter erträglichen klimatischen Bedingungen zu ermöglichen“, kommentiert Gemeinderat Patrick Konopka diese Entscheidung.

FDP-Gemeinderat Patrick Konopka: „Die Verwaltung hat damals – wie das Bundesumweltamt auch – außer Acht gelassen, dass wir alles Erdenkliche dafür unternehmen sollten, um im kommenden Winter Unterricht in kompletten Klassen, möglichst ohne Maskenpflicht und unter erträglichen klimatischen Bedingungen zu ermöglichen.“
FDP-Gemeinderat Patrick Konopka: „Die Verwaltung hat damals – wie das Bundesumweltamt auch – außer Acht gelassen, dass wir alles Erdenkliche dafür unternehmen sollten, um im kommenden Winter Unterricht in kompletten Klassen, möglichst ohne Maskenpflicht und unter erträglichen klimatischen Bedingungen zu ermöglichen.“ | Bild: Tassilo Stewanowitsch

Bürgermeister Stefan Friedrich erklärte auf SÜDKURIER-Anfrage: Nach wie vor habe er nichts gegen Luftfilteranlagen, im Gegenteil. Seien diese Teil der Lösung, unterstütze er eine rasche Anschaffung. Allerding sei der Effekt der Geräte umstritten. Experten der Universität Stuttgart haben an zehn Stuttgarter Schulen die Infektionsrisiken anhand der Aerosolkonzentrationen und deren Ausbreitung in unterschiedlichsten Konstellationen und Raumgrößen untersucht. Für die Stadt Stuttgart war anhand des Ergebnisses klar: „Luftreinigungsgeräte sind keine Alternative zum Lüften. Gekippte Fenster bringen deutlich weniger als kurzzeitig geöffnete Fenster, je größer die Fensterfläche, desto besser die Wirkung.“ Aber: Mobile Luftfiltergeräte biete sich laut Studie als kurzfristige unterstützende Maßnahme trotz Lautstärke und Zugluft an. Mittelfristig wird der Einbau von Raumlufttechnischen Anlagen empfohlen.

Allensbacher Bürgermeister Stefan Friedrich: Derzeit gebe es für alle Kommunen gleiche Rahmenbedingungen, „und deshalb erwarte ich eine Entscheidung auf Landes- oder Bundesebene und klare Vorgaben“.
Allensbacher Bürgermeister Stefan Friedrich: Derzeit gebe es für alle Kommunen gleiche Rahmenbedingungen, „und deshalb erwarte ich eine Entscheidung auf Landes- oder Bundesebene und klare Vorgaben“. | Bild: Scherrer, Aurelia

Stefan Friedrich will für Allensbach keinen Sonderweg beschreiten. Auch für seine Gemeinde habe es höchste Priorität, Schulen und Kindertagesstätten im Herbst offenzuhalten und gleichzeitig den Gesundheitsschutz in einer möglichen vierten Welle zu garantieren. Dafür brauche es ein Konzept aus Tests, Masken, Lüften und im Einzelfall, in schwer belüftbaren Räumen, mobile Lüftungsanlagen. Allensbach setze vorerst auf das Lüften von Unterrichtsräumen, auf das Testen und gegebenenfalls das Tragen von Masken. Derzeit gebe es für alle Kommunen gleiche Rahmenbedingungen, „und deshalb erwarte ich eine Entscheidung auf Landes- oder Bundesebene und klare Vorgaben“.

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