Thomas Zoch und Jana Mantel

Wenn das erste Lichtlein auf dem Adventskranz brennt, geht es endlich los mit den Weihnachtsmärkten. Auch in Allensbach und auf der Reichenau. Am vergangenen Wochenende haben deshalb viele Besucher die Chance genutzt, sich in Allensbach auf dem Rathausplatz und auf der Insel Reichenau im Klosterhof und auf dem Münsterplatz zu treffen. Immerhin waren die Märkte corona-bedingt mehrere Jahre ausgefallen.

Vieles ist geboten auf der Reichenau

Auf den Markt auf der Reichenau zieht es Alexander Broszeit und Klaus Michel aus der Waldsiedlung. Sie freuen sich, wie wohl viele Besucher, dass der Weihnachtsmarkt auf der Reichenau wieder stattfindet. „Es ist schon schön, wieder unter die Leute zu kommen“, sagt Broszeit. Es sei gemütlich wie immer. „Es gibt dieses Jahr wirklich tolle handwerkliche Sachen. Das ist richtig schön. Und man trifft immer Leute.“ Er habe alles Mögliche gekauft: Kugeln, Gestecke und Likör.

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Auch Birgit Schulze aus Konstanz ist mit ihren Kindern Klara und Markus gekommen. „Ich komme hauptsächlich wegen dem Second-Hand-Stand der DLRG.“ Außerdem auch wegen einer Leckerei: der im Fett gebackenen Teigkringel Strubete, einer Reichenauer Spezialität. „Die gibt‘s ja nur hier.“ Am Stand der DLRG freut sich Kassiererin Sibylle Häringer über die Kundschaft. Der Verein wolle damit das Wintertraining im Konstanzer Hallenbad mitfinanzieren, wofür man nun doppelt so viel zahlen müsse wie früher.

Birgit Schulze ist mit ihren Kindern Markus und Klara auf den Reichenauer Weihnachtsmarkt gekommen.
Birgit Schulze ist mit ihren Kindern Markus und Klara auf den Reichenauer Weihnachtsmarkt gekommen. | Bild: Zoch, Thomas

Unter den vielen schönen selbst gemachten Sachen gibt es auch sehr originelle Dinge. So etwa am Stand von Elke Ritzenthaler, Andrea Heckmann und Christina Pelz: Schutzengel aus „Seeglas“ – sprich: aus am Ufer gesammelten Glasscherben. „Die findet man ja überall“, meint Pelz. Unter anderem kleine Reisetäschchen aus alten Stadtplänen von Rom und Arezzo hatte Andrea Di Noro gebastelt. „Ich war schon oft in Rom“, erklärt sie die Idee. „Weil man heutzutage Stadtpläne auf dem Handy hat, braucht man die aus Papier nicht mehr.“ Bei Sabine Bär gibt es weihnachtlich mit Tannenzweigchen gefüllte Solargläser, die im Dunkeln leuchten. Auch Solargläser, in denen Pusteblumen verarbeitet sind, was gar nicht so einfach sei. „Die muss man ernten, bevor sie aufgehen“, verriet Bär.

Auch in Allensbach weihnachtet es

Eine gute Stimmung herrscht auch auf dem Weihnachtsmarkt in Allensbach. Dort lachen lauthals Sara Gondarzi und Joelle Arno. Sie sind beide aktive Handballerinnen beim SV Allensbach. Auch ihr Verein hat einen Stand auf dem Markt. Und dort gewinnt gerade ein Besucher durch Ansage eines 6er-Pasches eine Eintrittskarte für ein Heimspiel der Handballer. Die Einnahmen – jedes Würfeln kostet einen Euro – fließen direkt zum Förderverein und kommen den Spielern wieder zugute.

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Nebenan werden Waffeln verkauft, der obligatorische Glühweinstand fehlt auch nicht, samt Würstchenverkauf. Auch das Kinder- und Familienzentrum Allensbach ist in diesem Jahr am Start und verkauft dank gut gelaunter Mannschaft allerlei Selbstgemachtes. Erzieherin Daniela Hilpp-Azougarh sagt: „Wir Erzieher sind gemeinsam mit Eltern hier zum ersten Mal dabei und es gefällt uns großartig!“

Schon viele Jahre lang nimmt dagegen Ursula Weih am Markt teil und verkauft ihre selbst hergestellten Kränze. „Dieser Weihnachtsmarkt ist zwar klein, aber sehr heimelig, ich bin immer gern hier“, sagt sie. An ihrem Stand bildet sich schon eine kleine Traube und Weih verschwindet wieder in Richtung Kundschaft: „Die Kränze hier, das ist tatsächlich genau das, was viele Menschen auf dem Markt kaufen wollen.“ Standinhaberin Antje Veith ist ebenso voll des Lobes: „Es ist super schön hier auf dem Markt und vor allem die Organisation lief ganz hervorragend!“

Antje Veith ist mit Filzbildern dabei und lobt die gute Organisation.
Antje Veith ist mit Filzbildern dabei und lobt die gute Organisation. | Bild: Jana Mantel

Dieses Jahr gibt es 24 Stände

Das hört Björn Zimperl, Vorsitzender des Angelsportvereins Allensbach, sicherlich gern: „Es ist schon eine Menge Arbeit, diesen Markt für diesen einen Tag auf die Beine zu stellen“, sagt er. Die Idee zum Markt hatte allerdings ein anderer Allensbacher Verein vor Jahren. Seither wechseln sich die Vereine in der Organisation ab. Die Verkaufsstände selbst sind das Jahr über bei der Gemeinde untergestellt. Auf- und Abbau liegen jedoch komplett in den Händen des jeweils organisierenden Vereins. Dieses Jahr sind 24 Stände dabei. Dabei werde bei der Auswahl darauf geachtet, ob es einen Bezug zu Allensbach gibt. „Wir wollen eine breite Mischung im Verkaufsangebot hier bei den Ständen haben“, so Zimperl.

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Das breite Angebot begeistert auch die Allensbacherin Monika Terwort, die schon direkt beim ersten Stand fündig geworden ist und eine gefilzte Handytasche erstanden hat: „Ich freue mich, dass der Markt wieder stattfindet“, sagt sie mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Verkäuferin Claudia Hoffmann ist schon mehrere Jahre beim Weihnachtsmarkt in Allensbach dabei und bietet allerlei Dinge aus Filz an: „Ich bin gern auf dem Markt, die Menschen sind sehr offen“, erzählt sie und setzt schmunzelnd nach: „und erfreulicherweise auch kaufwillig“.