Wie wohl überall im Land fragen sich Bürger der Gemeinden Allensbach und Reichenau ebenfalls, ob angesichts der Corona-Pandemie die geliebten Feste stattfinden können. Die Feuerwehr-Abteilung Kaltbrunn hat bereits das Kapellenplatzfest Mitte Juni abgesagt, wie Abteilungskommandant Boris Böck erklärt. Wenig zuversichtlich äußern sich auch Organisatoren des Reichenauer Wein- und Fischerfests sowie des Langenrainer Gartenfests. Lediglich der Allensbacher Vereinssprecher Edwin Braun gibt sich etwas optimistischer beim Seetorfescht. „Die Zahl der Impfungen steigt“, das sei ein kleiner Hoffnungsschimmer.

Wein- und Fischerfest Reichenau:

Karl Wehrle, Hauptorganisator des Reichenauer Wein- und Fischerfests, erklärt, eine Entscheidung solle in der ersten Junihälfte fallen. Organisatorisch gesehen, würde das zeitlich reichen, weil das Fest erst am ersten Augustwochenende stattfinden soll. Doch Wehrle erklärt: „Das Weinfest sehe ich kritisch. Ich persönlich glaube nicht, dass wir es machen können.“ Eine Umfrage unter den elf teilnehmenden Vereinen habe ergeben: „Die einen sagen gleich ab, die anderen wollen abwarten oder sagen, ‚wir wissen es nicht‘.“

Ein Bild aus dem Jahr 2019: Der Fanfarenzug Reichenaus spielt beim Wein- und Fischerfest auf der Insel auf.
Ein Bild aus dem Jahr 2019: Der Fanfarenzug Reichenaus spielt beim Wein- und Fischerfest auf der Insel auf. | Bild: Nikolaj Schutzbach

Einerseits gingen die Infektionszahlen relativ deutlich zurück. „Dann wird es Öffnungen geben müssen“, sagt Wehrle. Allerdings bedürfe das Impfen noch Zeit. Wehrle geht nicht davon aus, dass Anfang August bereits eine große Mehrheit geimpft sein wird. Und: „Ich weiß nicht, wie die Politik zu Festveranstaltungen steht.“ Zuversichtlicher sei er bei Kulturveranstaltungen wie der Inselklassik am 16. Juli und dem Theater auf der Insel in der zweiten Julihälfte – natürlich unter Einhaltung von Hygieneregeln.

Seetorfescht Allensbach:

Geteilte Meinungen gibt es auch unter den Allensbacher Vereinen. „Wahrscheinlich fällt‘s aus“, sagt Ludwig Egenhofer, Präsident des Narrenvereins Alet und einer der Hauptorganisatoren. Der Vereins-Ausschuss habe noch keinen Beschluss gefasst. Die Entscheidung soll Ende Mai fallen, sagt Edwin Braun, Sprecher der Vereine. Dann müsse er darüber noch mit Bürgermeister Stefan Friedrich sprechen. „Wir geben die Hoffnung nicht auf“, betont Braun. Noch Mitte April habe er selbst nicht daran geglaubt, dass das Seetorfescht am letzten Juliwochenende möglich sein könnte.

Edwin Braun, Vereinssprecher Seetorfescht: „Wir geben die Hoffnung nicht auf.“
Edwin Braun, Vereinssprecher Seetorfescht: „Wir geben die Hoffnung nicht auf.“ | Bild: Zoch, Thomas

Doch Braun nennt die steigende Zahl an Impfungen als Hoffnungsschimmer. „Ich bin fest überzeugt: Es geht noch wenige Monate, dann haben wir Impfstoff ohne Ende“, sagt Braun. Und: „Fakt ist: Wir haben die wichtigsten Dinge, die wir brauchen, bestellt. Tische, Bänke, Geschirr, Bühne. Der Termin ist festgelegt und das Spülmobil reserviert“, erklärt der Vereinssprecher und fügt hinzu: „Wenn es kurzfristig möglich ist, sind wir bereit, das auch kurzfristig zu machen. Wir können das innerhalb von vier Wochen auf die Beine stellen.“

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Kapellenplatzfest Kaltbrunn:

Eine Entscheidung gefällt hat dagegen jüngst der Ausschuss der Feuerwehr-Abteilung Kaltbrunn, wie Kommandant Boris Böck erklärt: „Wir sind überein gekommen, das Kapellenplatzfest Mitte Juni in diesem Jahr wieder nicht durchzuführen. Auch falls kleinere Feste wieder möglich sein sollten, so werden die Auflagen und Einschränkungen doch auf jeden Fall so streng sein, dass sie den Aufwand erheblich erhöhen würden. Außerdem ginge der besondere Charakter des Festes sicherlich verloren“, meint Böck.

Gartenfest Langenrain-Freudental:

Noch keine Entscheidung gefallen ist bei der Musikkameradschaft Langenrain-Freudental, ob das Gartenfest am Waldrand zwischen den beiden Dörfern Ende Juni stattfinden soll. Dies erklärt auf Nachfrage Lothar Bottlang, Ortsvorsteher sowie Dirigent und einer der Hauptorganisatoren. Er geht von einer Entscheidung noch im Laufe des Mais aus. „Ich sag mal: Vorsichtig pessimistisch“, formuliert er seine Meinung, „nach heutigen Stand würde ich sagen nein.“ Es sei auch noch nichts vorbereitet, keine Kapellen kontaktiert wegen eines möglichen Auftritts. Zum sei unklar, wie lange der Lockdown noch dauern wird. Und: „Ich sehe nicht, wie man bei so einem Fest auf so einem Platz ein Hygienekonzept umsetzen könnte. Es geht da ja schon immer sehr eng zu.“ Zugangskontrollen wären auch kaum möglich.

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