Durch die Corona-Krise werden auch in der Gemeinde Allensbach Einnahmen fehlen. Da passt es umso weniger, wenn die Kosten bei einer laufenden Maßnahme noch steigen. Doch so sieht es nun beim Ausbau und der Sanierung des alten Montessori-Kindergartens in der Höhrenbergstraße aus.

Die Kosten hatte Architekt Hartmut Hügel ursprünglich auf gut eine Million Euro geschätzt. Im Gemeinderat nannte er nun aber als aktuelle Schätzung 1,24 Millionen Euro. Er begründete dies unter anderem mit noch mehr Auflagen für den Brandschutz und einer anderen Heizung.

Laut Architekt lassen Heizung, Brandschutz und Baugrund die Kosten steigen

Zunächst hatte er eine Gastherme vorgesehen. Weil es nicht mehr zeitgemäß sei, fossile Brennstoffe zu verwenden, gebe es jetzt eine Luft-Wasser-Wärmepumpe. Den Auftrag hatte der Gemeinderat im April vergeben für 73 400 Euro. Damals sagte Jürgen Böhler vom Ortsbauamt aber auch, dass der Bund eine Förderung in Höhe von 26 250 Euro in Aussicht gestellt habe.

Als weiteren Grund für die Teuerung nannte Hartmut Hügel die beengten Verhältnisse, die das Arbeiten erschweren, und einen schlechten Baugrund. Es sei deshalb ein Bodenaustausch nötig gewesen.

CDU-Rat Egenhofer fordert, bei dem Projekt woanders einzusparen

Damit gab sich Ludwig Egenhofer (CDU) nicht zufrieden. Dass dort die Verhältnisse schwierig seien, habe man schon vorher gewusst. Er forderte eine klare Abrechnung aller Gewerke. Und bei Mehrkosten von rund 240 000 Euro müsse geschaut werden, wo es bei der Ausführung der Arbeiten Möglichkeiten zur Einsparung gebe.

Das könnte Sie auch interessieren

Hügel erklärte: „Wir bauen hier nichts Exklusives.“ Es gehe darum, etwas für Kinder zu bauen, und es solle nachhaltig sein. Im alten Gebäude, das nun saniert wird, hatte es nur eine Gruppe gegeben.

„Wir planen für insgesamt 30 Kinder“, betonte Hügel, je eine U3- und Ü3-Gruppe auf zwei Geschossen. Im Norden gebe es einen Anbau mit Essbereich und Büros. Das Vorhaben sei eine Herausforderung auf dem kleinen Grundstück, meinte Hügel.

Ostern 2021 könnte der Umbau fertig sein

Baubeginn war vor zwei Monaten. Ene Verzögerung habe es zunächst gegeben, weil die Baugenehmigung später kam als gedacht. Und dann wegen Corona bei den Abbrucharbeiten. Bürgermeister Stefan Friedrich wollte wissen, wann mit der Fertigstellung zu rechnen sei. Es gebe Eltern, die anfragen. Hügel sagte, Ostern 2021 halte er für realistisch.

Der Gemeinderat vergab dann noch eine Reihe von Arbeiten an die Firmen mit dem jeweils günstigsten Angebot. Dabei geht es um Fensterbau und Sonnenschutz, Brandschutzverglasung, Zimmerer- und Dachdeckerarbeiten, Dachabdichtung sowie Blechnerarbeiten. Jürgen Böhler rechnete vor, dass die Schätzung für diese fünf Gewerke zusammen bei rund 207 000 Euro gelegen habe, das Ergebnis sei bei circa 202 000 Euro.