Das Ortszentrum des Allensbacher Ortsteils Kaltbrunn könnte künftig attraktiver und zu einem Treffpunkt für die Bürger werden. Das umzusetzen, dazu hat die Gemeinde im Rahmen des Modellprojekts des Landes „Ortsmitten – gemeinsam barrierefrei und lebenswert gestalten“ die Chance. Mit einer ersten Planung war Jonas Schmid beauftragt worden. Er stellte in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats seine Ergebnisse vor. Kaltbrunn habe schon gute Voraussetzungen, aber es gebe noch Potenziale, so sein Fazit.

„Als Hauptpunkt hat sich die Aufenthaltsqualität erwiesen“, so Schmid. Um diese zu steigern, stehe zunächst vor allem der Kapellenplatz im Fokus. Als erste Maßnahme empfahl er, diesen nicht mehr als Parkplatz zu nutzen. Durch gestalterische Maßnahmen könne die Verweil- und Aufenthaltsqualität erhöht werden. Dazu beitragen könnten laut Schmid ein einheitlicher Bodenbelag, Sitzgelegenheiten, Barrierefreiheit und eine Begrünung des Platzes.

Und: „Wir möchten einen offenen Platzcharakter schaffen“, sagte Schmid. Hierzu könnte die Markelfinger Straße den Platz erweitern. Dazu müsse sie ebenfalls mit einheitlichem Bodenbelag versehen werden und verkehrsberuhigende Maßnahmen eingesetzt werden. Ferner gehe es um den Bereich des Spielplatzes an der Straße Im Bündt. Der Platz könnte umgestaltet, die Sitzmöglichkeiten aufgewertet und ein Sinnespfad angelegt werden, so die Vorschläge von Schmid.

Parkflächen könnten schon bald verschwinden

Ortsvorsteherin Elisabeth Müller betonte, es gebe ja noch das ambitionierte Projekt eines Nahwärmenetzes in Kaltbrunn. Dafür müssten Straße und Wege aufgerissen werden. Daher wäre es unsinnig, schon bald einen neuen Belag zu verlegen. Bürgermeister Stefan Friedrich pflichtete bei. Wenn etwas aufgerissen werde in diesem Bereich, werde es nicht wieder asphaltiert.

Die Parkflächen auf dem Platz könnte man aber schon bald entfernen. Das sei eine rein politische Entscheidung. Wie und wann die Maßnahmen umgesetzt werden sollen, blieb daher vorerst offen. Planer Schmid sagte, seine Aufgabe sei nun erledigt. Er habe nur Vorschläge für Maßnahmen formuliert. „Wie Allensbach weiter vorgeht, bleibt der Gemeinde überlassen.“

Kritik von einem der Räte

Wobei Zuschüsse vom Land zugesagt sind, falls etwas gemacht wird, wie Müller anmerkte. Erwin Moll (Freie Wähler) äußerte sich kritisch. Was der Planer vorschlage, sehe zwar schön aus. Doch wer solle sich da hinsetzen, fragte er. Die ganze Planung wäre vielleicht in einem größeren Ort sinnvoll. „Kaltbrunn ist zu klein dafür.“ Irmgard Weishaupt (SPD) dagegen meinte, den Parkplatz sollte man bald angehen. Und sie fände es schade, wenn die Ideen in einer Schublade verschwänden.

Der Planung vorausgegangen war ein Ortsmitten-Check zur Analyse des Ist-Zustands. Es gab im vergangenen Jahr eine Bürgerbeteiligung und Kinderbefragung, wobei Wünsche und Vorschläge gesammelt wurden. Mit den Ergebnissen befassten sich dann in einem Workshop der Ortschaftsrat und der Lokale-Agenda-Arbeitskreis Wir in Kaltbrunn (AK).