Mit dem Barfußpfad hat sich Alex Rommel einen kleinen Traum erfüllt. Der Wirt des Biergartens Hof Höfen hat das Projekt in den vergangenen zwei Jahren vorangetrieben. „Dank zweimal Corona sind wird jetzt fertig geworden“, gewinnt er den langen Zwangspausen während der Pandemie etwas Gutes ab.

„Unsere Kinder haben mitgeholfen“, erzählt er. Gemeint sind die Kinder Franka, Jole, Moritz, Nils und Oskar der Familien Simone und Alex Rommel sowie Christine Rommel und Norman Odersky-Rommel. „Auch die Mitarbeiter haben freiwillig geschaufelt“, berichtet er weiter. Mitgewirkt hat auch Hansi Hierling, der nach dem Verkauf seiner Metzgerei das frühe Rentnerdasein genießt. „Der ist körperlich sehr fit“, sagt Alex Rommel bewundernd.

Auch die Seniorchefs Hansi und Gerlinde Rommel trugen ihren Teil bei: kleine Zweige, sehr fein sortiert und mit einer Heckenschere klein geschnitten. „Die müssen wir jedes Jahr neu auffüllen, da sie vermodern. Ich habe sehr gestaunt, als Hansi die angeschleppt hat“, erzählt Alex Rommel. Mit Holz, Wacken, Kieselsteinen und fein geschnittenem Gras vom nicht weit entfernten Golfplatz sind einige der Stationen bestückt. „Damit lässt sich die Durchblutung anregen“, erläutert der Wirt.

Franka stapft grinsend über den Fichtenzapfenpfad bei Hof Höfen.
Franka stapft grinsend über den Fichtenzapfenpfad bei Hof Höfen. | Bild: Nikolaj Schutzbach

Alex Rommel möchte nicht nur den Füßen Vergnügen bereiten. Auch das Wissen soll nicht zu kurz kommen. „Ich habe geschaut, dass etwas Lehrreiches dabei ist, und Tafeln aufgestellt“, erklärt er und hofft, dass Kindergärten und Schulen sein Angebot nutzen werden. „Ich freue mich, wenn sich Erzieher oder Lehrer melden. Gerne komme ich auch am Vormittag außerhalb der Öffnungszeiten“, betont er und ergänzt. „Mit der Buslinie sind wir relativ gut angebunden.“

Die Regiobuslinie 203 fährt von Wollmatingen über Reichenau Bahnhof, Allensbach und Langenrain nach Dettingen und zurück. Wer aus dem Besuch einen Halb- oder Ganztagesausflug gestalten will, dem ist ebenfalls gedient, denn in der Nähe gibt es zwei fußläufig erreichbare Grillstellen. „Die gehören aber nicht zu uns“, erläutert Alex Rommel.

Die Schwestern Simone Rommel und Christine Odersky-Rommel mögen es, wenn die kleinen Zweige an den Füßen kitzeln.
Die Schwestern Simone Rommel und Christine Odersky-Rommel mögen es, wenn die kleinen Zweige an den Füßen kitzeln. | Bild: Nikolaj Schutzbach

Der einladende Eingangsbereich ist aufwendig wie ein Spielplatz gestaltet, mit einer hölzernen Wippe und einem Holzhaus mit herausnehmbaren Wänden. Zahlreiche Sitzgelegenheiten im Schatten oder in der Sonne ergänzen die Anlage. Alle zwei Wochen soll ein Mitarbeiter die Umgebung und den Barfußpark in Schuss halten. „Der ist damit acht bis zehn Stunden beschäftigt“, erklärt Alex Rommel. In den Jahrzehnten davor war einiges an Unrat zusammen gekommen. „Wir haben hängerweise Müll weggefahren“, berichtet der Wirt.

Jole und Nils lieben es auf den Wacken herumzuturnen.
Jole und Nils lieben es auf den Wacken herumzuturnen. | Bild: Nikolaj Schutzbach

Alex Rommel hatte während seiner Lehrzeit in der Traube Tonbach in Baiersbronn den großen Barfusspark in Dornstetten-Hallwangen kennengelernt. Das kleine Wäldchen links der Zufahrt zu Hof Höfen schien ihm geeignet für seine Idee, „ein kleines, kulturelles Highlight“ zu schaffen.

Jole, Franka und Nils (vorne) sowie Oskar und Moritz (Mitte hinten) mit den Eltern Simone und Alex Rommel und Christine Odersky-Rommel mit Oma Gerlinde Rommel freuen sich über den gelungenen Barfußpark in Hof Höfen.
Jole, Franka und Nils (vorne) sowie Oskar und Moritz (Mitte hinten) mit den Eltern Simone und Alex Rommel und Christine Odersky-Rommel mit Oma Gerlinde Rommel freuen sich über den gelungenen Barfußpark in Hof Höfen. | Bild: Nikolaj Schutzbach

Überrascht wurde er vom Genehmigungs- und Planungsaufwand, den er vorab betreiben musste. Zuerst habe er sich ans Rathaus in Allensbach gewendet, auf dessen Gemarkung das Grundstück liegt. „Zuerst wusste keiner, wer zuständig ist“, blickt Rommel zurück. Schließlich musste er einen Bauantrag einreichen, für den er einen Architekten beauftragte. Jeder Baum wurde mit Umfang und Durchmesser vermessen und genau verzeichnet.

Vom Umweltamt des Landratsamts gab es weitere Vorgaben. So durfte er keine Fundamente setzen. „Gerne hätte ich Kronkorken ausgebracht“, berichtet er. Aber alle verwendeten Materialien mussten natürlichen Ursprungs sein. „Vom Landratsamt waren sie zu zweit da und haben sich alles angeschaut“, berichtet der Wirt.