Nach einjährigem, Corona-bedingtem Dornröschenschlaf erlebt die neue Bühne im Allensbacher Seegarten nun ihr Premieren-Konzert. Am Donnerstag, 10. Juni, um 19.30 Uhr ist es so weit: Musik-Comedy mit dem Trio Berta Epple steht auf dem Programm. Und bis Anfang September plant das Kulturbüro insgesamt zehn Umsonst-und-draußen-Konzerte auf der neuen Bühne.

Doch noch ist natürlich längst nicht alles ganz normal, wie Kulturbüroleiterin Sabine Schürnbrand betont. Nach der aktuellen Verordnung wären maximal 250 Besucher gestattet. Da aber jeder einen festen Sitzplatz braucht, seien nur 200 möglich auf der Wiese, weil zwischen den Stühlen Abstände sein müssen. Das habe die Probebestuhlung ergeben. Und auch wenn das Konzert am 10. Juni und alle folgenden kostenlosen Eintritt haben, müssen sich die Besucher vorher anmelden und einen Platz reservieren, so Sabine Schürnbrand.

Sabine Schürnbrand, Leiterin des Allensbacher Kultur- und Tourismusbüros.
Sabine Schürnbrand, Leiterin des Allensbacher Kultur- und Tourismusbüros. | Bild: SK-Archiv/Aurelia Scherrer

Weiter gelten natürlich die üblichen Hygieneregeln wie Maskenpflicht (außer am Sitzplatz), getrennte Ein- und Ausgänge, feste Laufwege. Voraussetzung für den Einlass ist entweder ein tagesaktueller negativer Corona-Test oder der Nachweis, dass man gegen Covid-19 geimpft oder von der Viruserkrankung genesen ist. Als besonderer Service sei das Testzentrum im Torkel am Allensbacher Rathausplatz am Veranstaltungstag zusätzlich von 16 bis 18.30 Uhr geöffnet, erklärt Sabine Schürnbrand.

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Musik-Comedy, Chansons und ein vielversprechender Nachwuchs-Musiker

So oder so ist klar: Zunächst einmal überwiegt die Freude, dass überhaupt wieder etwas möglich ist. Und zum Auftakt am 10. Juni kommen drei alte Bekannte in ihrer noch recht neuen Formation Berta Epple. Dahinter stecken Gregor und Veit Hübner sowie Bobbi Fischer, die schon öfter in Allensbach gastierten – mit der Musik-Comedy-Gruppe Tango Five oder einzeln in jazzigen Konzerten. Mit Berta Epple machen die drei ebenfalls Musik-Comedy und ihr Programm heißt „Im Casino – Die Rente ist sicher“.

Und weiter geht es bei Umsonst-und-draußen auf der Kultur-am-See-Bühne am 24. Juni um 19.30 Uhr mit dem Quintett Moi Et Les Autres um die Sängerin Juliette Brousset. Sie begeisterten bereits bei ihrem ersten Auftritt in Allensbach vor zwei Jahren das Publikum mit ihrer Mischung aus Chansons, Swing, Latin und Musette.

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Ein vielversprechender Nachwuchs-Musiker tritt dann am 30. Juni in der Reihe „Young & Next“ auf: Der 21-jährige Pascal Blenke studiert Jazz und Pop an der Musikhochschule Stuttgart, ist Mitglied im Landesjugendjazzorchester Baden-Württemberg und Sänger im Bundesjazzorchester. Er trat schon als Support von Jamie Cullum auf, berichtet Kulturbüroleiterin Sabine Schürnbrand. Nach Allensbach komme der Sänger, Songwriter und Pianist mit seiner Band und eigenen Songs.

Die weiteren geplanten Konzerte: Unter anderem eines von Bê Ignacio

Am 15. Juli kommt die Band Yxalag zum zweiten Mal nach Allensbach mit Klezmer zwischen Tradition und Moderne. „Eine super Gruppe“, meint Sabine Schürnbrand. Am 21. Juli tritt erstmals die bekannte Sängerin Bê Ignacio im kleinen Familienkreis mit Tochter und Ehemann in Allensbach auf. Am 29. Juli gibt es ein Wiedersehen mit den See-Sisters, die einmal mehr die legendäre Swing-Ära wieder aufleben lassen wollen.

Am 4. August will die regionale Band Back To Blues erneut den Seegarten einheizen. Erstmals in Allensbach gastiert am 25. August der Berliner Sänger, Songwriter und Musik-Kabarettist Lennart Schilgen. Mal was ganz anderes gibt es dann am 31. August mit dem Geigen-Duo The Twiolins und deren Programm „Eight Seasons“, das Musik von Vivaldi und Piazolla kombiniert. Und den Abschluss macht am 3. September die junge irische Band Cuig, die auch schon mal in Allensbach das Publikum begeisterte.

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Kulturbüroleiterin: „Wir haben immer die Inzidenzen im Blick“

„Wir wollten die Bühne ja einweihen mit einem Fest für alle“, so Sabine Schürnbrand. „Das ist alles in der Schublade, ein buntes Programm für eine fröhliche Feier.“ Das große Fest soll nun nächstes Jahr stattfinden. „Es ist dieses Jahr ein etwas kleineres Programm, ein schönes Programm“, sagt die Kulturbüroleiterin. „Wir hoffen, dass wir es durchführen können. Wir haben immer die Inzidenzen und Verordnungen im Blick.“

Auch der Allensbacher Bürgermeister Stefan Friedrich betont: „Wir haben ein tolles Programm und hoffen, dass das Wetter uns gnädig ist.“ Denn eine Verlegung in geschlossene Räume werde es nicht geben, bei Unwetter fallen die Konzerte notfalls aus.

Allensbacher Bürgermeister Stefan Friedrich.
Allensbacher Bürgermeister Stefan Friedrich. | Bild: SK-Archiv/Aurelia Scherrer

Der Bürgermeister ergänzt: „Es ist schön, dass die neue Bühne jetzt endlich bespielt werden kann, wenn auch nur mit halber Kraft.“ Das übrigens funktioniert nur mit Zuschüssen.

Coronajahr war für alle ein Kraftakt

Zumal Einnahmen aus den vielen verlegten Kulturveranstaltungen seit mehr als einem Jahr fehlen. Zwar habe es so keine Ausgaben für Gagen gegeben, erklärt Sabine Schürnbrand, aber natürlich trotzdem Kosten allein schon für Schutzkonzepte. „Wir hatten immer zu tun im Lockdown – eigentlich sogar mehr.“ Vor allem das zum Teil mehrfache Verlegen von Veranstaltungen sei ein Kraftakt, betont sie. Das sei nicht so einfach, weil die geplanten Auftritte in Allensbach ja Teil von Tourneen seien, die durch mehrere Bundesländer oder Länder gehen.

Das alles neu zu organisieren, verlange den Agenturen und Veranstaltern viel ab. Doch in fast allen Fällen sei es gelungen, dank der jahrelangen guten Zusammenarbeit des Kulturbüros mit Künstlern und Agenturen. Und so sollen im Herbst und Winter einige Konzerte nachgeholt werden, die schon 2020 geplant waren sowie noch ein paar neue stattfinden, so Sabine Schürnbrand.