Es war vor gut 20 Jahren eine günstige Gelegenheit und eine zukunftsweisende Idee. Die Gemeinde Allensbach und die Sparkasse Reichenau kauften 1996 das Gebäude einer ehemaligen Blumenfabrik an der Kaltbrunner Straße für wenig Geld und gründeten gemeinsam das Technologiezentrum Allensbach (TZA). Junge Unternehmen und Existenzgründer sollten dort die Chance bekommen, bei günstigem Mietpreis Fuß zu fassen am Markt. Und nach ein paar Jahren sollten sie Platz machen für neue. Das funktionierte zunächst auch gut, war ein Erfolgsmodell.

Doch die Zeiten haben sich geändert und das Haus, Baujahr 1959, ist in die Jahre gekommen. „Der Run hat ein Stück weit nachgelassen“, erklärte Sparkassendirektor Johann Roth im Gemeinderat. Aufgrund des gestiegenen Angebots in Konstanz und Radolfzell gab es in den vergangenen Jahren weniger Existenzgründer im TZA. Um Leerstand zu vermeiden, seien die Kriterien aufgeweicht worden. Manche Unternehmen sind schon viele Jahre im TZA, und es wurden verschiedene Branchen aufgenommen. Und nun ist das Haus auch noch deutlich sanierungsbedürftig.

„Wir müssen uns Gedanken machen“, sagte Bürgermeister Stefan Friedrich deshalb. Denn nachdem die Mieter schon länger darauf hingewiesen hätten, dass manches nicht mehr zeitgemäß sei im Haus, habe man sich das genauer angeschaut – mit dem Ergebnis: Allein für die Sanierung und Dämmung des Gebäudes außen müssten rund 620 000 Euro investiert werden. Jürgen Böhler vom Ortsbauamt verwies darauf, dass es zudem im Inneren, vor allem im Bereich Wasser/Abwasser einige Schäden gebe. Roth erklärte, eine solche Investition wäre nur über deutlich höhere Mieten refinanzierbar.

Und das sei weder den Eigentümern noch den Mietern zuzumuten. Sinnvoller sei eine Diskussion und ein Konzept, wie und wo künftig eine Wirtschaftsförderung in der Gemeinde stattfinden könnte, in welcher Form und Qualität. Daran wollen nun die Sparkasse und die Gemeinde arbeiten.

Ludwig Egenhofer (CDU), Tobias Volz (SPD) und Svenja Grampp (Bunte Liste) pflichteten bei. „Wir müssen einen Plan haben für die, die darin arbeiten“, sagte Volz. Und Grampp meinte, es gebe schon Bedarf in der Region. Man sollte sich auch über eine Planung des TZA-Geländes Gedanken machen. Pius Wehrle (Freie Wähler) meinte, da es im Gewerbegebiet an Flächen fehle für neue Unternehmen, könnte man das TZA zunächst teilsanieren. Dagegen sprach sich Roth aus, der betonte: „Keiner denkt darüber nach, das TZA morgen zu schließen.“