Es ist das wichtigste Lebensmittel, es lässt sich durch nichts ersetzen und ohne es kann niemand überleben: das Trinkwasser. Zu Ehren des blauen Goldes hat die UN-Generalversammlung am 22. Dezember 1992 bei der 47. Weltkonferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro den Tag des Wassers ins Leben gerufen. Er soll dazu beitragen, sich die Bedeutung von Wasser als Ressource und Lebensmittel bewusst zu machen.

In diesem Rahmen nimmt die Lokale Agenda 21 zusammen mit den Stadtwerken Radolfzell am Donnerstag, 23. März, um 19.30 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses Allensbach das Allensbacher Trinkwasser genau unter die Lupe. Im Gegensatz zu Konstanz, seinen Teilgemeinden, der Mainau und Reichenau gewinnt die Gemeinde Allensbach das Trinkwasser nicht aus dem Bodensee, sondern aus eigenen Quellen und Tiefbrunnen. Ortsbaumeister Harald Seidler und Siegfried Götz, Netzmeister bei den Stadtwerken Radolfzell, möchten Interessierten in einem kostenfreien Vortrag über das am besten überwachte Lebensmittel informieren. Es gehe darum, die Zuhörer von dessen hervorragenden Qualität in Allensbach zu überzeugen und mit Gerüchten über mögliche Verunreinigungen im Wasser, beispielsweise durch Nitratbelastungen, aufzuräumen.

Zu viel Nitrat im Wasser kann insbesondere für Säuglinge unter sechs Monaten gesundheitsschädlich sein. Zu hohe Nitratbelastung durch Überdungung in der Landwirtschaft sei auch beim Trinkwasser aus dem Überlinger See, das aus 700 Metern Entfernung vom Ufer und in 40 Metern Tiefe ins Seewasserwerk Konstanz-Staad gepumpt wird, nach Angaben von Wolfgang Fettke, dem Leiter des Seewasserwerks Konstanz-Staad, kein Thema. Der Nitratgehalt liege beim Trinkwasser aus dem Bodensee knapp über vier Milligramm pro Liter, das seien nicht einmal zehn Prozent des zulässigen Wertes, weshalb das aufbereitete Wasser unbedenklich für Babynahrung verwendet werden könne.

Wolfgang Fettke hat bei seiner Arbeit den Anspruch, ein möglichst naturbelassenes Produkt zur Verfügung zu stellen: "In 98 Prozent der Fälle hat das Wasser aus dem See aus physischer und chemischer Sicht schon Trinkwasserqualität. Wir versuchen aber, nicht nur die Grenzwerte einzuhalten, sondern das Wasser so sauber wie möglich zu bekommen." Zwischen zwei Dritteln und drei Vierteln des Konstanzer Trinkwassers kommen aus dem schweizerischen und österreichischen Alpenraum und es speist sich zu großen Teilen auch aus Schmelzwasser, das nicht von der Industrie belastet ist. Dass in Deutschland jeden Tag wie selbstverständlich frisches Wasser aus dem Hahn läuft, ist keine Selbstverständlichkeit. In vielen Regionen der Erde wie zum Beispiel in Kerala und Tamil Nadu in Indien lösen Verunreinigungen im Wasser regelmäßig Choleraepidemien aus.

Um das Bewusstsein für dieses Problem zu stärken und einen Beitrag zu einer besseren Wasserversorgung weltweit zu leisten, installieren die Stadtwerke Konstanz in Zusammenarbeit mit dem International Solar Energy Research Center Konstanz (ISC) in diesem Jahr auf dem Dach einer Krankenstation in Kalapetty im Süden Indiens eine Solaranlage. Mit ihr soll es möglich sein, in Zukunft Medikamente kühlen zu können und Wasser trinkbar aufzubereiten. "Wir wollten nach Möglichkeit in der Trinkwasseraufbereitung etwas leisten und fühlen uns verpflichtet, diesen Bereich zu unterstützen", erklärt Wolfgang Fettke. Einen Tag der offenen Tür könne das Seewasserwerk in nächster Zeit nicht mehr anbieten, da man beim Trinkwasser kein Sicherheitsrisiko eingehen dürfe.

Eng verbunden mit Trinkwasser ist immer die Frage nach dem entstehenden Abwasser und so lautet das Motto des diesjährigen Weltwassertags am 22. März auch "Wastewater" (zu Deutsch: Abwasser). Zwar haben die Entsorgungsbetriebe (EBK) Konstanz in diesem Jahr keine Veranstaltung an diesem Tag geplant. Bereits in in den vergangen Jahren sind aber immer wieder Führungen durch die Kläranlage zu Ehren des Tags des Wassers angeboten worden.

Gut zu wissen

  • Bezug aus dem See: Konstanz, die Mainau und Reichenau beziehen ihr Wasser aus dem Bodensee. Es gibt am Bodensee 17 Wasserwerke, die täglich vier Millionen Menschen mit Trinkwasser versorgen. Die entnommene Menge entspricht in etwa der, die auf natürlichem Weg verdunstet.
  • Veranstaltung: Ortsbaumeister Harald Seidler und Siegfried Götz, Netzmeister bei den Stadtwerken Radolfzell, referieren am Donnerstag, um 19.30 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses Allensbach über Wasser.