Die diesjährige Reihe von „umsonst & draußen“ im Allensbacher Seegarten soll etwas Besonderes werden. Es ist die letzte Saison des Reigens auf der über 20 Jahre alten Steinbühne. Ab Herbst will die Gemeinde eine neue, moderne und besser ausgestattete Bühne errichten. Am 28. Mai geht es los mit der Musikkameradschaft Langenrain-Freudental.

Abschied für die alte Steinbühne

Die Vorschau auf das Festival ließe sich auch mit dem Ende beginnen. Das letzte Konzert der Reihe am 15. September mit dem Musikverein Allensbach sei auf der Terrasse des Seegarten-Restaurants geplant, sagt Kulturbüroleiterin Sabine Schürnbrand. Denn die alte Bühne soll dann schon weg sein.

Das könnte Sie auch interessieren

Den eigentlichen Abschiedsabend werde es am 3. September geben mit dem Zauberer Zink, dessen Programm passenderweise „Schrott“ heiße. Und das Motto laute „Die Bühne von heute ist Schrott von morgen“, erklärt Schürnbrand. Natürlich werde in diesem Augenblick auch Wehmut dabei sein, ist sie überzeugt, „es war eine schöne Zeit. Aber ich freue mich riesig auf die neue Bühne“.

Vielfältiges Programm zum Nulltarif

Bis zum Abschied werde es noch einmal ein besonderes Programm geben, kündigt Schürnbrand an. Klassiker werden dabei sein wie die Schweizer Gruppe Gaptones (13. Juni), die bereits zum zehnten Mal im Seegarten auftritt; daneben Künstler, die nach Jahren wieder dabei seien und nach denen immer wieder gefragt worden sei, wie die Konstanzer Zoff Voices (2. Juli) oder der Boogie-Pianist Martin Schmitt (17. Juli) mit einem „Bässdoff“-Programm; aber auch einige vielversprechende junge Talente unter dem Motto „Young and next“.

„Es wird ein vielfältiges Programm für Groß und Klein geben mit regionalen und internationalen Künstlern – und dies alles zum Nulltarif“, blickt die Kulturbüroleiterin voraus.

Die junge Band Fainschmitz tritt am 19. Juni erstmals im Allensbacher Seegarten auf und stellt ihren Jungle Swing vor.
Die junge Band Fainschmitz tritt am 19. Juni erstmals im Allensbacher Seegarten auf und stellt ihren Jungle Swing vor. | Bild: hfr

Unter dem Motto „Young and next“ gebe es am 19. Juni die Gruppe Fainschmitz zu entdecken, so Schürnbrand. Die vier studierten Musiker begeisterten seit einigen Jahren ebenso in Konzerthäusern wie mit Straßenmusik. Jungle Swing nennen sie selbst ihre eigenwillige Mischung aus Gypsy Swing, Chanson, Pop und Jazz. Und ein Markenzeichen sei, dass sie ihre mehrsprachigen Texte durch ein Megafon singen. Ihr Lied „Delfine zählen“ sei auch schon recht bekannt.

Als vielversprechender Nachwuchs folge am 10. Juli die irischen Cuig. Die fünf Jungs kenne in ihrer Heimat schon so ziemlich jeder, und selbst beim weltgrößten Irish Folk-Festival in den USA hätten sie schon begeistert, berichtet Schürnbrand.

 
„Es ist einfach immer wieder spannend, diese Talente zu hören.“

Sabine Schürnbrand, Kulturbüroleiterin


 

Und eine weitere „Young and next“-Band folge am 14. August mit dem T.o.P.-Ensemble. Die zehn Musikstudenten der Hochschule Stuttgart interpretieren Lieder der legendä­ren Funkband Tower of Power. Sie alle feiern Premieren in Allensbach. Jung und immer vielversprechend sei dagegen das Landes-Jugend-Jazz-Orchester, das am 25. Juli bereits zum 25. Mal hier auftritt. „Es ist einfach immer wieder spannend, diese Talente zu hören“, sagt die Programmchefin. Viele heute bekannte Jazzer seien dort einst dabei gewesen.

Die junge Band Beyond Headlines leistete bereits im Vorjahr einen begeisternden Auftritt.
Die junge Band Beyond Headlines leistete bereits im Vorjahr einen begeisternden Auftritt. | Bild: Beyond Headlines

Beeindruckend und begeisternd sei auch der Auftritt der jungen Konstanzer Band Beyond Headlines im Vorjahr gewesen, sagt Schürnbrand. Deshalb gebe es am 21. August ein weiteres Mal die Gelegenheit, die Gruppe mit ihrem Mix aus elektronischer Musik, Hip-Hop und Jazz in Allensbach live zu erleben.

Dasselbe gelte am 27. Juni für die Band Moi et les autres, die im Vorjahr mit ihrem Mix aus Chanson, Swing und Musette eine große positive Überraschung gewesen sei; und für die Double Drums, die bei einem Familienkonzert der besonderen Art (6. August) wieder auf allem trommeln werden, was eigentlich nicht als Schlaginstrument gedacht war.

Schräge und sehr direkte Musik-Comedy ist vom Frauenduo Suchtpotenzial zu erwarten. Sie geben ihre Allensbach-Premiere am 1. August.
Schräge und sehr direkte Musik-Comedy ist vom Frauenduo Suchtpotenzial zu erwarten. Sie geben ihre Allensbach-Premiere am 1. August. | Bild: hfr

Und ihre Allensbach-Premiere gebe zudem das Musikcomedy-Frauenduo Suchtpotenzial (1. August), das sie schon in den Vorjahren gern engagiert hätte, sagt Schürnbrand. Julia Gamez Martin und Ariane Müller böten eine Mischung aus unwiderstehlichem Charme und gnadenlosem Humor. „Die machen ziemlich schräge Comedy mit sehr direkten Texten.“ Da gehe es mal um fastende Frauen im Detox-Wahn, dann um Smartphone-Süchtige ohne Netz.

Angebote für Kinder

Und das ist immer noch nicht alles, was die alte Bühne zum Abschied bieten kann. Dagmar Egger präsentiert mit ihren See Sisters erneut 1940-Jahre-Swing (6. Juni). Das Allensbacher BodanXtett gestaltet am 16. Juni eine Matinée, ebenso die Tamala-Clown-Akademie am 14. Juli. Und – nicht nur – für Kinder gebe es am 13. August das Stück „Wi-Wowa-Wunderbuch“, so die Kulturbüroleiterin.

Auch Gaby Hauptmann freut sich auf die Angebote

Auch Bestsellerautorin Gaby Hauptmann ist gern hier, sie sagt: „Wo gibt es denn so etwas? Wöchentlich ein Spitzenprogramm mit verschiedenen Musikrichtungen – und dies an einem der schönsten Plätze am Gnadensee. Als Tourist wäre ich dankbar für so ein Angebot, als Einheimische liebe ich es, abends hinzugehen, die Stimmung zu erleben, der Musik zu lauschen, Freunde zu treffen, neue Bekanntschaften zu machen und ein Gläschen zu trinken. Umsonst & draußen ist ein echtes Geschenk für die Seele.“ Mit der neuen Bühne werde das Ganze professioneller, und: „Ich glaube, die Stimmungsbilder, die Musiker vor der Seekulisse, werden grandios werden. Ich freue mich schon darauf.“