"Ein Erlebnis – nicht nur für Akkordeonfans!", versprach Sabine Schürnbrand, Leiterin des Kulturbüros Allensbach und Organisatorin der Reihe Jazz am See im Vorfeld des Konzertes des Motion Trio (Janusz Wojtarovicz, Marcin Galazyn, Pavel Baranek) in der evangelischen Gnadenkirche Allensbach. Und ein Erlebnis war es auch. Das Publikum in der ausverkauften Gnadenkirche feierte frenetisch die drei Polen, die mit ihrer unglaublichen Spielwucht und gewinnenden Ausstrahlung rund 80 Minuten eine ganz besondere Präsenz zeigten und ihren Akkordeons unglaubliche Töne entlockten.

"Wir freuen uns, nach zehn Jahren wieder hier in Allensbach zu sein, und ich muss sagen: Sie haben sich gut gehalten!", scherzte Janusz Wojtarovicz zur Begrüßung. Das Akkordeon, so das Credo des Trio-Gründers, "hat eine besondere Seele, weil man es so nah am Körper trägt und spürt". Er selbst begann mit sechs Jahren Akkordeon zu spielen – bei seinem Vater. "Ich bin abhängig vom Akkordeonspiel", resümiert er. Seit 20 Jahren gibt es das Trio nun bereits.

Fast verschmelzen die Musiker auf der Bühne mit ihren 15 Kilogramm schweren Instrumenten, werden eins mit ihnen, aber immer bleibt der Bogen in den Saal gespannt. Die meist selbst komponierten Stücke lassen sich in keine Schublade stecken und bewegen sich zwischen Jazz, Klezmer, Folk, Tango und Balkanmusik. Weltmusik trifft es wohl am besten. Die einzigartigen Musikstücke bauen sich langsam und stimmig auf, um in einem fulminanten Finale, gleich einem Feuerwerk, zu gipfeln. Die Zuhörer, die bei Stücken wie "Balkan Dance" kaum noch stillsitzen können, bedanken sich am Ende des Konzerts mit Standing Ovations bei den drei Instrumentalisten.

"Diese Momente auf der Bühne vor einem begeisterten Publikum sind einfach einmalig und wunderbar!", bedankt sich Wojtarovicz im Namen des Motion Trio ganz am Schluss bei den Zuhörern. Die verlassen beseelt und beglückt, Teil dieses Moments gewesen zu sein, die Gnadenkirche.