Am Ende der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses (HFA), bei der der Standort für das Kinderhaus in Allensbach diskutiert wurde, platzte Müttern und Erzieherinnen der Kragen. Was solle mit der Container-Notlösung im Ackerweg passieren, wenn dort gebaut würde, riefen sie in den Ratssaal. Und: „Der Kindergarten kann nicht noch mal umziehen.“

Bürgermeister Stefan Friedrich versuchte zu beschwichtigen. „Natürlich fließen die Wünsche der Erzieherinnen und Eltern ein.“ Doch von solchen Sätzen haben die Eltern genug.

Das Unverständnis wächst, dass es trotz des Zeitdrucks weiter in kleinen Schritten vorangeht

Denn auch der HFA legte sich bei seiner Empfehlung an den Gemeinderat nicht auf einen Standort fest, schloss lediglich den bei der Schule aus. Die Verwaltung soll nun ein Konzept für die Beauftragung von ein bis drei Architekten erstellen, die dann die Möglichkeiten auf dem Grundstück nordwestlich der Bodanrückhalle (Alternative eins/A1) und dem am Ackerweg, wo die Container stehen (Alternative drei/A3) prüfen sollen.

Dieses Grundstück nordwestlich der Bodanrückhalle (hinten) fänden die Elternbeirätinnen des Montessori-Kindergartens und die Allensbacher Verwaltung am besten geeignet für das neue Kinderhaus.
Dieses Grundstück nordwestlich der Bodanrückhalle (hinten) fänden die Elternbeirätinnen des Montessori-Kindergartens und die Allensbacher Verwaltung am besten geeignet für das neue Kinderhaus. | Bild: Zoch, Thomas

Doch selbst über dieses Konzept muss erst noch der Gemeinderat beschließen, bevor Planer beauftragt werden. Wann das sein wird, blieb offen. Das Ganze soll laut Verwaltung mehrere Zehntausend Euro kosten.

Den Frust bei den Betroffenen hat das kaum gemindert – im Gegenteil

Die Elternbeirätinnen Vanessa Bort, Birgit Gutmann und Susanne Kößler erklärten nach der Sitzung gegenüber dem SÜDKURIER, sie hätten eine klare Entscheidung für einen Standort erwartet – und zwar für A1, den auch die Verwaltung favorisiert. „Wir haben Sorge um die Kinder und das Personal bei einem weiteren Umzug“, sagte Gutmann. Der wäre wohl nötig, wenn das neue Kinderhaus im Ackerweg gebaut würde. Bort meinte, auch ein Neubau neben den Containern wäre eine Zumutung wegen des Drecks und Lärms.

Den Standort A3 hatte die CDU in der Gemeinderatssitzung zusätzlich als Möglichkeit ins Gespräch gebracht. Dafür stark machten sich nun im HFA aber vor allem Doris Hellmuth (Bunte Liste) und Tobias Volz (SPD).

Hellmuth regte an, den Engelbert-Weltin-Weg zwischen diesem Grundstück und dem Kinderhaus Walzenberg zu schließen, für eine gemeinsame Kindergartenfläche. Volz meinte, wenn das neue Kinderhaus nah am Walzenberg gebaut würde, bleibe viel vom Grundstück übrig, wo nun die Container stehen. „Ich glaube, dass wir da am wenigsten kaputt machen“, so der SPD-Chef.

Kaputt gemacht hat er damit allerdings die Hoffnung bei den Eltern, dass es Gemeindevertreter ernst meinen, wenn sie vom Einbeziehen der Erzieherinnen sprechen

Bort sagte, das Kinderhaus Walzenberg und der Montessori-Kindergarten seien zwei völlig unterschiedliche Einrichtungen. Gutmann ergänzte, es sei schade, dass das pädagogische Personal nicht gefragt werde, bevor solche Vorschläge gemacht würden. Den Eltern fehle angesichts des Zeitdrucks jegliches Verständnis, wenn Gemeinderäte neue „sensationelle Ideen“ aufbrächten.

Pius Wehrle (Freie Wähler) legte sich auf A1 fest. Hier sehe er die größte Chance, dass man schnell bauen könne. Ludwig Egenhofer (CDU) sagte: „Wir wollen den Kindergarten dort, wo es am schnellsten geht.“

Thomas Buser, Leiter des Baurechtsamts beim Landratsamt, und Sachbearbeiter Frank Ruhland hatten erklärt, sie hielten an beiden Standorten ein Kinderhaus für machbar. Bei A1 bräuchte es ein normales, zweistufiges Bebauungsplanverfahren. Wenn der Lärmschutz geklärt sei, könnte es in vier bis fünf Monaten abgeschlossen sein. Parallel dazu könnte die Gemeinde die Baugenehmigung beantragen und diese nach Abschluss des Planverfahrens zügig bekommen. Bei A3 gebe es einen Bebauungsplan, der im einfachen Verfahren geändert werden könne. Doch weil es dort mehr Anwohner gebe, sei auch die Gefahr größer, dass Einwendungen kämen, so Ruhland.