Eine deutliche Verkehrsberuhigung in der Ortsdurchfahrt, Wasserspiele und schönere Geräte beim Spielplatz an der Lände sowie insgesamt mehr Aufenthaltsqualität auf dem Rathausplatz und in der Ortsmitte generell durch weitere Bänke, Bäume und Bewirtung: Das haben sich rund 150 Allensbacher Bürger beim Bürgerdialog im März gewünscht. Manche wollten aber auch wenig Veränderungen oder sagten, sie seien damit zufrieden, wie es sei.

Und was passiert nun mit den Ergebnissen des Dialogs zu "Mitte(n) am See"? Tina Hekeler fasste diese erst einmal für den Gemeinderat zusammen; der ist sich nicht ganz einig.

Bürgermeister Stefan Friedrich sagte vorab: "Wir haben gute Rückmeldungen bekommen." Klar sei aber, dass letztlich der Gemeinderat über Umsetzungen entscheiden werde. Zumal es bei einigen Themen wie etwa dem Radverkehr (an der Straße oder Lände) unterschiedliche Meinungen gebe. Da sei abzuwägen, so Friedrich: "Man kann es nicht allen recht machen."

Ein besonderer Fall bleibt das ehemalige Gasthaus Adler. Zuletzt prüften Gutachter, ob das Nebengebäude wirklich denkmalschutzwürdig sei oder abgerissen werden könne. Ergebnisse wolle er noch vor dem Herbst dem Gemeinderat vorlegen, kündigte Friedrich an.

Als Erstes konkret angehen will die Verwaltung eine Umgestaltung der Lände, so der Bürgermeister. Und hier gehe es zunächst vor allem um eine Erweiterung und Erneuerung des Spielplatzes. Translake schlägt deshalb eine Exkursion mit Vertretern aus Gemeinderat, Verwaltung und vielleicht auch Bürgern vor, um sich andernorts Wasserspielplätze anzuschauen. Dies will die Verwaltung am 3. Mai machen.

Den Spielplatz an der Lände will die Gemeinde Allensbach möglichst bald schöner gestalten. Das wünschen sich etliche Familien und Kinder. Andere Bürger wollen im Sanierungsgebiet Mitte(n) am See aber auch nicht viel ändern und lieber ihre Ruhe.
Den Spielplatz an der Lände will die Gemeinde Allensbach möglichst bald schöner gestalten. Das wünschen sich etliche Familien und Kinder. Andere Bürger wollen im Sanierungsgebiet Mitte(n) am See aber auch nicht viel ändern und lieber ihre Ruhe. | Bild: Zoch, Thomas

Zudem soll ein Planungswettbewerb vorbereitet werden. Mehrere Landschaftsarchitekten sollen aus den vielen Ideen und Vorschlägen der Bürger Konzepte erstellen, was auf welche Weise umgesetzt werden könnte. Der Sieger soll im Dezember feststehen.

Translake schlägt vor, diese Entwürfe zu entzerren: in einen konkreten Realisierungsteil für die Lände und eine bessere Verknüpfung von Ortsmitte und Seeufer über die Bahn hinweg sowie in einen Ideenteil für Rathausplatz, Ortsdurchfahrt und den früheren Latschariplatz zwischen Bahnhof und Bäckerei. Wichtig sei es, ein planerisches Gesamtkonzept zu haben, das in den nächsten Jahren schrittweise umgesetzt werden könnte mithilfe von Fördermitteln des Landes.

Wie stehen die Gemeinderäte zu den Ideen?

  • Ludwig Egenhofer (CDU) erklärte, seine Fraktion befürworte einen Wasserspielplatz, aber: "Wir hätten lieber die Sanierung des Adlers beschlossen." Wichtig sei zudem, dass es einen überschaubaren zeitlichen und finanziellen Rahmen bei der Umsetzung gebe. Er erklärte zudem, beim Bürgerdialog hätten zwar viele teilgenommen, aber ein Schwachpunkt sei, dass kaum Jugendliche und wenig junge Familien dabei gewesen seien. "Da müssen wir vielleicht nochmal nachsteuern."
  • Das merkte auch Pius Wehrle (Freie Wähler) an. Auch seine Fraktion sei für Wasserspiele, aber wichtig sei, ein Gesamtkonzept zu erstellen für die Ortsmitte. "Es muss so geplant sein, dass es ein Gesicht hat." Zum Beispiel der Radverkehr betreffe den ganzen Bereich, und es gehe um die Gestaltung des gesamten Zentrums. Allerdings merkte er an: "Die Ideen müssen auch umsetzbar sein." Eine Tiefgarage unter dem Rathausplatz, was von Bürgern vorgeschlagen wurde, sei nicht realisierbar, weil dort ein Regenrückhaltebecken sei. Der Bürgermeister pflichtete bei, dass es eines stimmigen Konzepts bedürfe, auch wenn die Priorisierung auf der Lände liege. "Das Thema Gesamtkonzept haben wir auf dem Schirm."
Für eine Umgestaltung des Allensbacher Rathausplatzes haben Bürger viele Ideen und geteilte Meinungen. Manche wollen weniger oder gar keine parkenden Autos mehr.
Für eine Umgestaltung des Allensbacher Rathausplatzes haben Bürger viele Ideen und geteilte Meinungen. Manche wollen weniger oder gar keine parkenden Autos mehr. | Bild: Zoch, Thomas
  • Tobias Volz (SPD) sagte, auch er habe nichts gegen Wasserspiele, aber er sehe darin nicht die oberste Priorität und halte die Exkursion für unnötig. Es gebe Wichtigeres wie etwa den Adler. Zudem forderte er klarere Aussagen zur Finanzierung der Maßnahmen. Man müsse den Bürgern mitteilen, was haushaltspolitisch überhaupt möglich sei. "Ich hätte gern mehr Strategie darin. Es ist kein Wunschkonzert. Wir gehen mit Steuergeldern um." Zudem sei zu sehen, dass es offenbar keine große Unzufriedenheit gebe. Der Bürgermeister sagte, in der nächsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses wolle er erste Zahlen präsentieren.
  • Doris Hellmuth (Bunte Liste) erklärte, es sei bezeichnend, dass für viele Bürger das Thema Verkehr sehr wichtig sei. Die Verwaltung sollte daher auch bald mit der Verkehrsbehörde klären, was umsetzbar sein könnte. Aktuell würden wieder viele Autofahrer bei Stau auf der B33 durch den Ort fahren, und es seien zunehmend Radfahrer unterwegs. Den Spielplatz an der Lände sollte man zwar vergrößern, aber es würde dort auch viele Bürger Ruhe suchen. Und: "Der Rathausplatz ist zu schade als Parkplatz."