• Gründung fand eigentlich schon 1957 statt
  • Fünf SVGA-Präsidenten erinnern sich für den SÜDKURIER
  • Sie zeigen auf den Bildern seglertypische Gegenstände

Reinhold Bäder mit Anker

Präsident von 1977 bis 1985. Nach dem Zweiten Weltkrieg sei er nach Allensbach gekommen, und die Faszination des Wassers habe ihn ergriffen. Motorboote habe es noch gar keine gegeben und kaum Segler – vielleicht mal ein Reichenauer Fischer. „Die ersten Segelboote waren Eigenbauten.“ Und mache hätten sich dann das Allensbacher Wappen ins Segel eingenäht, um sich als Segler aus dem Ort auszuweisen. Ann seien es immer mehr Segler geworden. Und 1957 habe man im Reichenauer Gasthaus Kreuz beschlossen, eine Vereinigung zu gründen: die Segler vom Gnadensee. „Aber es war kein Verein“, so Bäder. „Man wollte keine Vereinsmeierei. Das war ein Schimpfwort damals. Es war alle spontan und sehr lebendig. Das Ziel war Segeln und Feiern.“ Doch dann habe es einen großen Schrecken gegeben, als schwäbische Geschäftsleute, die Liegeplätze haben wollten, 1968 in Allensbach den Yachtclub gründeten. „Das hat die Seglervereinigung wahnsinnig aufgeregt.“ Und veranlasste sie dazu, nun doch einen richtigen Verein zu gründen. „Die Faszination des Segelsports war unheimlich groß damals.“ Der Verein sei schnell gewachsen. Drei Regatten habe man eingeführt. Und 1974 durfte die SVGA sogar die Deutsche Meisterschaft in der Moth-Klasse ausrichten.
Bild: Zoch, Thomas

Präsident von 1977 bis 1985. Nach dem Zweiten Weltkrieg sei er nach Allensbach gekommen, und die Faszination des Wassers habe ihn ergriffen. Motorboote habe es noch gar keine gegeben und kaum Segler – vielleicht mal ein Reichenauer Fischer. „Die ersten Segelboote waren Eigenbauten.“ Und mache hätten sich dann das Allensbacher Wappen ins Segel eingenäht, um sich als Segler aus dem Ort auszuweisen. Ann seien es immer mehr Segler geworden. Und 1957 habe man im Reichenauer Gasthaus Kreuz beschlossen, eine Vereinigung zu gründen: die Segler vom Gnadensee. „Aber es war kein Verein“, so Bäder. „Man wollte keine Vereinsmeierei. Das war ein Schimpfwort damals. Es war alle spontan und sehr lebendig. Das Ziel war Segeln und Feiern.“ Doch dann habe es einen großen Schrecken gegeben, als schwäbische Geschäftsleute, die Liegeplätze haben wollten, 1968 in Allensbach den Yachtclub gründeten. „Das hat die Seglervereinigung wahnsinnig aufgeregt.“ Und veranlasste sie dazu, nun doch einen richtigen Verein zu gründen. „Die Faszination des Segelsports war unheimlich groß damals.“ Der Verein sei schnell gewachsen. Drei Regatten habe man eingeführt. Und 1974 durfte die SVGA sogar die Deutsche Meisterschaft in der Moth-Klasse ausrichten.

Bernd Zademack mit Teilen eines Flaschenzugs

Präsident von 1985 bis 1993. „In meiner Zeit war ganz schön was los“, erinnert sich Bernd Zademack, der sich einst spontan in einer Hauptversammlung zur Wahl stellte, weil kein anderer gewollt habe. Naturschützer hätten damals eine Sperrung des Gnadensees für den Sportbootverkehr angestrebt. In einer Interessengemeinschaft habe man sich zusammen mit anderen Vereinen erfolgreich zur Wehr gesetzt. Und es begannen die Aktivitäten für einen Hafenbau in Allensbach. Mit den Bojen sei es immer kritisch, wenn der Wind Richtung Ufer blase, begründet Zademack. Es habe auch Unfälle gegeben. Und man sei in einem Hafen viel schneller klar zum Segeln. Die Mehrheit der Mitglieder sei dafür gewesen, man habe Faltblätter an alle Haushalte verteilt, doch: „Der Gemeinderat war nicht dafür.“ Und als bei einer Sitzung 1990 in der Bodanrückhalle die Hafengegner in der Überzahl gewesen seien, sei das Projekt zu Grabe getragen worden – vorerst. Zademack kaufte dann noch kurzfristig ein Grundstück im Gewerbegebiet für ein Winterlager, was sich bewährt habe. Aber damals „hätten mich die Mitglieder fast gesteinigt“. Immerhin gab es auch Spaß Ende der 1980er-Jahre: die Ziegen-Regatta. „Einmal im Jahr wurden die Mütter verdonnert und die Jugendlichen machten die Rennleitung. Das war eine Mordsgaudi.“
Bild: Zoch, Thomas

Präsident von 1985 bis 1993. „In meiner Zeit war ganz schön was los“, erinnert sich Bernd Zademack, der sich einst spontan in einer Hauptversammlung zur Wahl stellte, weil kein anderer gewollt habe. Naturschützer hätten damals eine Sperrung des Gnadensees für den Sportbootverkehr angestrebt. In einer Interessengemeinschaft habe man sich zusammen mit anderen Vereinen erfolgreich zur Wehr gesetzt. Und es begannen die Aktivitäten für einen Hafenbau in Allensbach. Mit den Bojen sei es immer kritisch, wenn der Wind Richtung Ufer blase, begründet Zademack. Es habe auch Unfälle gegeben. Und man sei in einem Hafen viel schneller klar zum Segeln. Die Mehrheit der Mitglieder sei dafür gewesen, man habe Faltblätter an alle Haushalte verteilt, doch: „Der Gemeinderat war nicht dafür.“ Und als bei einer Sitzung 1990 in der Bodanrückhalle die Hafengegner in der Überzahl gewesen seien, sei das Projekt zu Grabe getragen worden – vorerst. Zademack kaufte dann noch kurzfristig ein Grundstück im Gewerbegebiet für ein Winterlager, was sich bewährt habe. Aber damals „hätten mich die Mitglieder fast gesteinigt“. Immerhin gab es auch Spaß Ende der 1980er-Jahre: die Ziegen-Regatta. „Einmal im Jahr wurden die Mütter verdonnert und die Jugendlichen machten die Rennleitung. Das war eine Mordsgaudi.“

Werner Wandelt mit einem Fernglas

Präsident 1993 bis 2001. Die SVGA startete einen neuen Versuch pro Hafen. „Wir haben endlos Pläne gezeichnet – nächtelang“, berichtet Wandelt. Doch das Landratsamt habe dies boykottiert, und in der Gemeinde habe der politische Wille gefehlt. „Wir haben einiges Gehirnschmalz verbraucht, aber letztendlich ging es immer gegen Null.“ Parallel dazu wurde das Thema Clubheim aktueller – mit Erfolg. „Ich hatte den Eindruck, dass die Gemeinde dachte, sie könnte mal was für den Verein tun, nachdem ein Hafenprojekt nach dem andern gescheitert war.“ Und so kam man an das Grundstück in der Brunnengasse, was ja auch berechtigt gewesen sei, weil man intensive Jugendarbeit gemacht habe und viele Regatten veranstaltet. Doch: „Die Nachbarn sind Sturm gelaufen.“ Auch im Verein sei es ein Kraftakt gewesen, einige Mitglieder traten aus und gründeten die Allensbacher Seglergemeinschaft (ASG). Doch es habe einen beispiellosen Willen und unendliche Arbeitseinsätze gegeben, um das Clubhaus zu bauen. Und es habe sich bewährt: „Der Verein hat eine Heimstatt, er weiß, wo er hingehört.“ Gern erinnert sich Wandelt an das 25-Jahr-Jubiläum, an ein schönes Fest mit wunderbarem Feuerwerk. „Über den Preis dafür gingen wilde Gerüchte durch Allensbach“, berichtet er schmunzelnd – und verrät: „Es hat fast nichts gekostet. Das war ein Feuerwerker, der was ausprobieren wollte.“
Bild: Zoch, Thomas

Präsident 1993 bis 2001. Die SVGA startete einen neuen Versuch pro Hafen. „Wir haben endlos Pläne gezeichnet – nächtelang“, berichtet Wandelt. Doch das Landratsamt habe dies boykottiert, und in der Gemeinde habe der politische Wille gefehlt. „Wir haben einiges Gehirnschmalz verbraucht, aber letztendlich ging es immer gegen Null.“ Parallel dazu wurde das Thema Clubheim aktueller – mit Erfolg. „Ich hatte den Eindruck, dass die Gemeinde dachte, sie könnte mal was für den Verein tun, nachdem ein Hafenprojekt nach dem andern gescheitert war.“ Und so kam man an das Grundstück in der Brunnengasse, was ja auch berechtigt gewesen sei, weil man intensive Jugendarbeit gemacht habe und viele Regatten veranstaltet. Doch: „Die Nachbarn sind Sturm gelaufen.“ Auch im Verein sei es ein Kraftakt gewesen, einige Mitglieder traten aus und gründeten die Allensbacher Seglergemeinschaft (ASG). Doch es habe einen beispiellosen Willen und unendliche Arbeitseinsätze gegeben, um das Clubhaus zu bauen. Und es habe sich bewährt: „Der Verein hat eine Heimstatt, er weiß, wo er hingehört.“ Gern erinnert sich Wandelt an das 25-Jahr-Jubiläum, an ein schönes Fest mit wunderbarem Feuerwerk. „Über den Preis dafür gingen wilde Gerüchte durch Allensbach“, berichtet er schmunzelnd – und verrät: „Es hat fast nichts gekostet. Das war ein Feuerwerker, der was ausprobieren wollte.“

Klaus Unger vor einem Jugendboot

Präsident von 2001 bis 2013. Das Clubheim in der Brunnengasse war eben gebaut, als Klaus Unger Präsident wurde. Und neben restlichen Ausbauarbeiten habe er zwei große Aufgaben gehabt. Zum einen habe der Vorstand die beiden großen Projekte Winterlager und Clubheim, die jeweils rund 200000 Mark gekostet hätten, in den Griff bekommen müssen. „Das musste in trockene Tücher gebracht werden. Wir haben sparsam gewirtschaftet, diszipliniert Haushalt geführt. Das war eine Anstrengung.“ Das Winterlager im Gewerbegebiet habe man voll vermietet, um die Einnahmen auszuschöpfen. Zum anderen habe es enorme Spannungen mit Nachbarn gegeben wegen des Clubheimbaus und der Hafenpläne. Man habe auf diese zugehen müssen, um die Spannungen abzuauen. „Es war ein Prozess, aber es hat gut funktioniert. Viele wurden Mitglieder“, so Unger. Und auch sonst habe man die Mitgliederzahl steigern können durch viele Ausbildungsmaßnahmen zum Segelschein. Und es habe in dieser Zeit eine starke Jugend gegeben. Die SVGA habe daher ein Skiff-Boot angeschafft und die Jugendregatta Alet-Cup um diese Bootsklasse erweitert. Dadurch hätten plötzlich mehr Boote auch aus anderen Ländern teilgenommen. Und die Fusion auf Augehöhe mit der Allensbacher Seglergemeinschaft (ASG) sei eine vernünftige Lösung gewesen.
Bild: Zoch, Thomas

Präsident von 2001 bis 2013. Das Clubheim in der Brunnengasse war eben gebaut, als Klaus Unger Präsident wurde. Und neben restlichen Ausbauarbeiten habe er zwei große Aufgaben gehabt. Zum einen habe der Vorstand die beiden großen Projekte Winterlager und Clubheim, die jeweils rund 200000 Mark gekostet hätten, in den Griff bekommen müssen. „Das musste in trockene Tücher gebracht werden. Wir haben sparsam gewirtschaftet, diszipliniert Haushalt geführt. Das war eine Anstrengung.“ Das Winterlager im Gewerbegebiet habe man voll vermietet, um die Einnahmen auszuschöpfen. Zum anderen habe es enorme Spannungen mit Nachbarn gegeben wegen des Clubheimbaus und der Hafenpläne. Man habe auf diese zugehen müssen, um die Spannungen abzuauen. „Es war ein Prozess, aber es hat gut funktioniert. Viele wurden Mitglieder“, so Unger. Und auch sonst habe man die Mitgliederzahl steigern können durch viele Ausbildungsmaßnahmen zum Segelschein. Und es habe in dieser Zeit eine starke Jugend gegeben. Die SVGA habe daher ein Skiff-Boot angeschafft und die Jugendregatta Alet-Cup um diese Bootsklasse erweitert. Dadurch hätten plötzlich mehr Boote auch aus anderen Ländern teilgenommen. Und die Fusion auf Augehöhe mit der Allensbacher Seglergemeinschaft (ASG) sei eine vernünftige Lösung gewesen.

Wolfgang Plößl mit einer Karte des Untersees

Präsident seit 2017. Als wichtigste Maßnahme in seiner noch kurzen Amtszeit nennt der aktuelle SVGA-Präsident die Einführung einer Geschäftsstelle im Jahr 2017, was vom ganzen Vorstand befürwortet worden sei. „Der Auslöser war das Thema Liegeplatzverwaltung, wo wir auch Dienstleister für Nichtmitglieder sind. Es sind einfach Verwaltungsaufgaben, die sehr zeitintensiv und für rein Ehrenamtliche sehr fordernd sind. Das ist für alle Beteiligten sehr angenehm – auch für die Mitglieder, die immer jemand erreichen können.“ Generell sei es auch nach 50 Jahren die Herausforderung, den Verein am Leben zu halten. Man habe unter den Mitgliedern zwar einen ordentlichen Stamm von 40 bis 60 Jahren, aber es fehlten ein bisschen die jungen Erwachsenen. „Wir haben eine gute Jugendarbeit“, so Plößl, doch: „Wir wollen versuchen, mit anderen Vereinen zu kooperieren.“ Es gehe darum, die Lasten auf mehr Schultern zu verteilen zum Beispiel bei gemeinsamen Trainingsveranstaltungen oder Regatten. Und ein wichtiges Ereignis mit intensiver Vorbereitung sei natürlich das 50-Jahr-Jubiläum gewesen. Kurt-Christian Tennstädt habe hierfür ein Organisationskomitee gebildet, Für die Vereinschronik habe Peter Müller viel recherchiert und zusammengetragen.
Bild: Zoch, Thomas

Präsident seit 2017. Als wichtigste Maßnahme in seiner noch kurzen Amtszeit nennt der aktuelle SVGA-Präsident die Einführung einer Geschäftsstelle im Jahr 2017, was vom ganzen Vorstand befürwortet worden sei. „Der Auslöser war das Thema Liegeplatzverwaltung, wo wir auch Dienstleister für Nichtmitglieder sind. Es sind einfach Verwaltungsaufgaben, die sehr zeitintensiv und für rein Ehrenamtliche sehr fordernd sind. Das ist für alle Beteiligten sehr angenehm – auch für die Mitglieder, die immer jemand erreichen können.“ Generell sei es auch nach 50 Jahren die Herausforderung, den Verein am Leben zu halten. Man habe unter den Mitgliedern zwar einen ordentlichen Stamm von 40 bis 60 Jahren, aber es fehlten ein bisschen die jungen Erwachsenen. „Wir haben eine gute Jugendarbeit“, so Plößl, doch: „Wir wollen versuchen, mit anderen Vereinen zu kooperieren.“ Es gehe darum, die Lasten auf mehr Schultern zu verteilen zum Beispiel bei gemeinsamen Trainingsveranstaltungen oder Regatten. Und ein wichtiges Ereignis mit intensiver Vorbereitung sei natürlich das 50-Jahr-Jubiläum gewesen. Kurt-Christian Tennstädt habe hierfür ein Organisationskomitee gebildet, Für die Vereinschronik habe Peter Müller viel recherchiert und zusammengetragen.

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