Dieser Tage können Marijke Sondern und Winfried Schaden vom Sozial-Caritativen Förderverein Allensbach (SCFA) wieder etliche Menschen in der Gemeinde glücklich machen. Im Rahmen der Weihnachtsaktion besuche man 41 Haushalte von bedürftigen Familien und Alleinstehenden und beschenke diese mit insgesamt 10.000 Euro, erklärt der Vereinsvorsitzende Schaden. 

Für jeden Einzelnen gibt es letztlich nicht sehr viel Geld, aber Sondern, die Ansprechpartnerin beim SCFA, berichtet, die Leute würden sich unglaublich freuen, dass sie überhaupt etwas bekommen und dass jemand an sie gedacht habe. Wobei Schaden erklärt: „Wir haben den Betrag in diesem Jahr etwas angehoben, weil sich ja auch die Preise entwickelt haben.“ Vor allem für Kinder gebe man einen Aufschlag. Möglich sei dies, weil der Verein dieses Jahr eine gute Spendenlage gehabt habe, denn ohne die Hilfe anderer Mitmenschen könnte auch der SCFA, der aktuell 138 Mitglieder hat, weit weniger helfen. „Wir brauchen immer wieder Spenden.“

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Verein hilft auch in Notlagen

Denn der SCFA beschenke nicht nur zu Weihnachten bedürftige Menschen mit Wohnsitz in der Gemeinde, damit diese sich ein bisschen was leisten können zum Fest der Liebe. Der Verein helfe das ganze Jahr über und oft in akuten Notlagen wie Krankheit oder nach dem Verlust von Arbeitsplatz oder Wohnung, so Schaden. Oder wenn den betroffenen Menschen schlicht das Geld fehle für die nötigsten Lebensmittel, zum Beispiel, weil sich die Auszahlung von Sozialleistungen aus irgendeinem Grund verzögere. Für jemanden, der nichts habe, seien Verzögerungen von ein paar Wochen schon zu viel, wissen Sondern und Schaden aus Erfahrung. Und da könne auch wenig Geld viel helfen. Wobei man auch mit Beratung helfe und zum Beispiel neu Zugezogenen Tipps gebe, wo sie günstig einkaufen könnten. In rund 30 Fällen habe der SCFA im vergangenen Jahr mit insgesamt 5800 Euro helfen können – mit Beträgen zwischen 20 und 500 Euro, erklärt Schaden: „Es fehlt manchmal am Nötigsten. Das ist die Not in Allensbach.“

Da gebe es zum Beispiel einen jungen Familienvater, dem er immer wieder mal etwas Geld gebe. Der steige dann sofort zu ihm ins Auto, um zum nächsten Supermarkt zu fahren. „Die haben nichts zu essen. Die sind blank.“ Bei einer anderen jungen Familie, die von Hartz IV abhängig sei, gebe es immer wieder Probleme, weil deren Unterlagen im Amt nicht beim richtigen Sachbearbeiter ankommen. „Da haben wir denen ein paar Mal 100 Euro gegeben“, so Schaden. Sondern nennt es als häufiges Problem für viele, wenn die Nebenkostenabrechnung komme oder Zuzahlungen für Medikamente anstünden.

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Und dann gebe es Leute, die zwar Arbeit, aber nur einen schlecht bezahlten Job hätten. Da unterstütze der SCFA, damit sie wenigstens diesen nicht auch noch verlieren – zum Beispiel mit einem VHB-Monatsticket für die Fahrt zur Arbeit. In einigen Fällen habe man auch Flüchtlingen geholfen – so etwa Familien aus Syrien und dem Kongo, die ihren Pass verlängern lassen mussten und dazu zu ihrer Botschaft in Berlin mussten. Der SCFA habe jeweils 200 Euro für die Reisekosten gegeben.

In diesem Jahr habe man auch öfter mit Sachspenden helfen können, mit Kleidung und Möbeln. Das gehe aber nur, wenn solche angeboten würden und man zugleich jemand habe, der es brauche, weil der SCFA kein Lager habe. Schaden berichtet von einer jungen Familie, die in einer sehr prekären Wohnlage war, dann eine bessere Wohnung fand – aber die war leer. Sondern erklärt, man habe den Leuten aufgrund eines Angebots an den Verein für wenig Geld ein komplettes Wohnzimmer ausstatten können. Und dann berichtet sie noch von einer großzügigen Kleiderspende, die sie an eine sehr bedürftige alleinstehende Frau habe weitergeben können. „Sie war sehr glücklich. Das hat mich richtig gefreut.“ Und was sie eigentlich immer verteilen könne – zu Weihnachten erst recht – seien Spielsachen.

Alle Folgen der Serie „Wir helfen mit“ finden Sie gesammelt auf dieser Seite.

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