Viele Touristen in ganz Europa kennen sie ganz genau, etliche Besucher kommen immer wieder an ihren Lieblingsort, doch viele Einheimische waren noch nie dort: die Campingplätze rund um den Bodensee. Dabei ist dort, wo fremde Zelten und in Wohnmobilen ihre Ferien verbringen meist auch für die Anwohner aus der Nachbarschaft richtig viel geboten.

Wir haben einen Streifzug über drei Campingplätze in Dingelsdorf, Allensbach und von der Reichenau gemacht und präsentieren Ihnen die besten Tipps für einen Kurzurlaub vor der eigenen Haustüre.

Campingplatz Seepark Fließhorn

Johann und Marion Hornstein, Campingplatz Fließhorn Dingelsdorf.
Johann und Marion Hornstein, Campingplatz Fließhorn Dingelsdorf. | Bild: Feiertag, Ingo

Am Fließhorn 1, 78465 Konstanz

Telefon: 07533/5262

Der Weg vom Parkplatz auf die Anlage führt vorbei an einem Naturweiher, auf dem eine Fontäne plätschert. Vor der Rezeption mit angeschlossenem Tante-Emma-Laden begrüßt ein großer Piratenspielplatz die jungen Besucher. Zwischen Litzelstetten und Dingelsdorf führen Johann und Marion Hornstein seit zwölf Jahren den Campingplatz Seepark Fließhorn, den es bereits seit 1952 gibt.

„80 unserer Gäste sind Dauercamper“, sagt Johann Hornstein, „hinzu kommen noch 40 temporäre Gäste. Wir schauen, dass jeder ein bisschen Platz hat und die Zelte oder Wohnwägen nicht so eng stehen.“ Im See baden dürfen am Fließhorn allerdings nur die Urlauber, von denen in diesem Jahr auffallend viele aus Frankreich kommen. „Wir haben einfach keinen Platz für einheimische Badegäste“, sagt Johann Hornstein entschuldigend.

Thailändische Küche lockt Einheimische

Ein Magnet für Gäste aus der ganzen Region ist dagegen die angeschlossene Gaststätte am Fließhorn, die im Winter komplett saniert wurde und bei Einheimischen bekannt und beliebt ist. Noppadol Thirasat und Diana Stolz-Thirasat bieten dort seit elf Jahren original thailändische Gerichte, die der Chef und seine Tante selbst zubereiten, sowie Eisbecher, Kaffee und Kuchen vom Fuchshof an.

„80 Prozent unserer Gäste sind Einheimische“, sagt Noppadol Thirasat, „viele kommen auch aus Meersburg oder Überlingen, weil sie mit dem Boot direkt bei uns anlegen können.“ Ein Höhepunkt des Jahres ist wie immer Loy Krathong. Das thailändische Lichterfest wird am 19. und 20. Oktober am Fließhorn mit vielen Stammkunden gefeiert.

Camping Willam

Christian und Angelika Willam, Campingplatz Willam.
Christian und Angelika Willam, Campingplatz Willam. | Bild: Feiertag, Ingo

Schlafbach 10, 78479 Reichenau

Telefon: 07533/6211

Ein Alleinstellungsmerkmal des Campingplatzes Willam ist seine Lage zwischen Allensbach und Markelfingen. „Wir sind auf der Gemarkung Reichenau, haben eine Allensbacher Telefonnummer und bekommen die Post aus Radolfzell“, sagt Christian Willam und lacht. Gemeinsam mit seiner Mutter Barbara, seiner Tante Angelika und deren Tochter Sarah führt er den 1952 gegründeten Familienbetrieb in dritter Generation.

Etwa 130 Plätze für Dauercamper gibt es auf der Anlage und ebenso viele für Touristen. Hier am Untersee können Einheimische für 3,50 Euro Eintritt ins Wasser, die Parkplätze sind frei. „Wir haben auch viele Campinggäste aus Konstanz und der Region“, sagt Angelika Willam.

Großes Unterhaltungs- und Sportangebot

Neben dem Restaurant Blickwinkel kommen auch viele Einheimische aus den umliegenden Gemeinden, um das große Unterhaltungs- und Aktionsangebot zu nutzen. „Drei- bis fünfmal in der Saison haben wir Livemusik“, sagt Angelika Willam, die mit ihrem Team auch einen Bootsverleih betreibt, wo man Tretboote, Kajaks, Kanus, führerscheinfreie Motorboote und Stand-up-Paddel-Boards (SUP) mieten kann.

Zudem gibt es Spielplätze für Kinder, darunter einer mit Matsch und Sand, der auch von Tagesgästen des Restaurants genutzt werden kann, ebenso wie Bolzplatz, Basketballfeld und Tischtennisplatte.

Campingplatz Hegne

Matthias Kunz, Campingplatz Hegne.
Matthias Kunz, Campingplatz Hegne. | Bild: Feiertag, Ingo

Nachtwaid 1, 78476 Allensbach

Telefon: 07533/9493913

Der Campingplatz Hegne verlangt von seinen Tagesgästen und Badebesuchern keinen Eintritt, allerdings muss – wie im Allensbacher Strandbad auch – fürs Parken bezahlt werden. „Einer unseren großen Vorteile ist die Nähe zu Konstanz durch den nur 300 Meter entfernten Bahnhaltepunkt“, sagt Matthias Kunz, der seit dem kompletten Neubau der Anlage 2013 Pächter in Hegne ist.

43 Dauercamper, 50 Durchgangscamper und 60 Zelte finden bei ihm Platz. Unter den Übernachtungsgästen seien auch viele Konstanzer, die übers Wochenende vor dem Einkaufstrubel der Stadt fliehen.

Bis zu 20 Kilo Spätzle gibt es in der Hauptsaison am Tag

Auch in Hegne sind Kinder willkommen auf dem Spielplatz, der, so Kunz, „nicht allzu groß, aber schön“ ist. 90 Prozent der Kunden des Kanu-, Kajak- und SUP-Verleihs sind in Hegne Einheimische. Und die nutzen auch meist den Besuch für einen Stopp im Restaurant. „Wir bieten jeden Morgen ab 8.30 Uhr ein Frühstücksbüffet an“, sagt Matthias Kunz, „mit immer wechselnden Warmspeisen und Eierspeisen, viel Obst und Gemüse sowie frisch aufgebackenen Brötchen.“

60 Prozent der Gastronomiegäste kommen aus der Umgebung, 40 Prozent sind Camper. „Wir machen alles selber – vom Salat bis zu den Spaghetti – und kochen wie zu Omas Zeiten gute Hausmannskost“, sagt der Hegner Campingplatzchef, „in der Hauptsaison schaben wir bis zu 20 Kilo Spätzle am Tag.“