Völlig friedlich und lustig ging es bei Kaiserwetter beim großen Umzug im Rahmen des Seenarrentreffens in Kaltbrunn zu. Tausende Besucher und Teilnehmer aus den Bodanrückorten hatten sich im Dorf eingefunden. Bei Sonnenschein und witziger Moderation durch den stellvertretenden Landvogt Christian Herz hatten alle sehr viel Spaß mit den teilweise spektakulär verkleideten Gruppen und Zünften. Ein schöner Abschluss des schönen Narrentreffens der Ducherle aus Kaltbrunn.

Allerdings machten Gerüchte die Runde, auf Krawall gebürstete Jugendliche aus Singen, Radolfzell und Konstanz hätten sich per WhatsApp verabredet gehabt, um den Nachtumzug am Freitag aufzumischen. Sie seien alkoholisiert zum Nachtumzug eingetroffen und hätten eine Schlägerei angezettelt. Zu sexuellen Übergriffen sei es nicht gekommen. Dem Polizeipräsidium lagen aber keine negativen Berichte über den Nachtumzug vor. Auf Anfrage des SÜDKURIER hieß es, dass die Polizei-Kollegen vor Ort zu der Veranstaltung (noch) nichts vermerkt hätten. Narrenpräsident Peter Waidele widerspricht den Gerüchten. Es sei nichts Schlimmes passiert und stimme auch nicht, dass man früher als geplant Schluss gemacht habe. Das Hauptzelt sei bis um 3 Uhr morgens geöffnet gewesen.

80 Jahre Narrenzunft Ducherle: Dies war der Anlass, das Seenarrentreffen diesmal in Kaltbrunn abzuhalten. Beim Zunftabend am Samstag gab es jedoch kein festes Programm, teilweise wussten nicht mal die Akteure selbst, wann sie auftreten würden. Trotzdem war der Zunftabend ein voller Erfolg. Das 80-jährige Bestehen stand im Vordergrund und die Ehrungen nahmen einen großen Raum ein. Natürlich gab es auch die üblichen Zutaten eines normalen bunten Abends. Allensbachs Bürgermeister Stefan Friedrich, der selbst in Kaltbrunn wohnt, ging in die Bütt. Die Reichenauer Damen von DanceSation sowie die Promilleband der Musikkameradschaft Langenrain-Freudental absolvierten gelungene Gastauftritte. Das Damenballett der Durcherle, die im Stall eine Tanzgaudi veranstalteten, war mit Sicherheit einer der Höhepunkte.

Gleich zu Beginn des Abends, nach der Eröffnung mit dem Fanfarenzug, fasste Narrenratspräsident Peter Waidele die Chronik des Vereins in Reimen zusammen. Dann tanzten die kleinsten Mäschgerle in afrikanischen oder japanischen Verkleidungen durch die Weltgeschichte. Kerstin Bergmann reimte sich in ihrer Bütt die Urlaubsfernreise zum absoluten Stress zusammen. Der Neu-Kaltbrunner Peter Haumann konnte ein Lied von arabischen Barbieren und ihren unkonventionellen Methoden singen.

Zunft überrascht Präsident

Eine Überraschung hatten sich die Narrenräte für ihren Präsidenten ausgedacht und kurzerhand dafür gesorgt, dass seine Ehrung mit der silbernen Nadel der Narrenvereinigung Hegau-Bodensee zu einem eigenen Programmpunkt wurde. Denn Landvogt Manfred Knopf hatte ihn scheinbar vergessen. Vizepräsidentin Barbara Weltin konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen, als sie hinter der Bühne das zunächst enttäuschte Gesicht von Waidele sah. Natürlich ging alles gut aus und Waidele wurde geehrt. Manfred Knopf erwähnte in seiner Laudatio auch die Ausrichtung des Seenarrentreffens, das schon mit dem Nachtumzug am Freitag einen "fulminanten Auftakt" geboten habe. Tatsächlich sprechen alle Teilnehmer von einem schönen Nachtumzug mit mehreren tausend Besuchern.

Ehrungen

Neben den vereinseigenen Ehrungen für langjähriges Engagement für die Ducherle, gab es auch die offiziellen Auszeichnungen des Narrenvereins Hegau-Bodensee.

  • Silberne Ehrennadel: Peter Waidele, Daniel Marquardt, Bernd Mayer, Helmut Renner.
  • Verdienstorden Silber: Stefanie Rothmund.
  • Verdienstorden Bronze: Silke Waidele, Carolin Erne, Alex Erne, Katrin Wernicke, Anna-Maria Trenkle (nicht anwesend), Katrin Wernicke (nicht anwesend).