Wenn ein Tier in Not ist, dann kann Elisabeth Rainer nicht wegschauen. Sie hilft. Das hat sich längst herumgesprochen. Jetzt wurde sie vor eine neue Herausforderung gestellt, denn im Rahmen einer Dachsanierung stieß ihr Sohn auf ein Taubennest.

Eltern kamen nicht mehr zu ihren Jungen

Das Problem dieser Störung: „Die Eltern saßen auf dem Nachbardach und kamen nicht mehr zu ihren Jungen“, berichtet Elisabeth Rainer. Die Jungvögel einfach verhungern zu lassen, kam überhaupt nicht in Frage. Die Schwiegertochter wandte sich zunächst an eine Taubenzüchterin, doch diese hatte schon zu viele Jungvögel zum Aufpäppeln. Dann packte sie die beiden kleinen Täubchen ein, besorgte Aufzuchtfutter und Körner und brachte die Täubchen zu Elisabeth Rainer.

Nach dem Fund eines verwaisten Taubennests auf dem Dachboden ihres Sohnes, beschloss Elisabeth Rainer kurzerhand, die Täuble selbst aufzuziehen.
Nach dem Fund eines verwaisten Taubennests auf dem Dachboden ihres Sohnes, beschloss Elisabeth Rainer kurzerhand, die Täuble selbst aufzuziehen. | Bild: Aurelia Scherrer

Mit Vögeln per se kennt sich die Allensbacherin aus, schließlich hat sie schon von Kindheit an Spatzen, Amseln, Rabenkrähen und Co. aufgezogen und wieder in die Freiheit entlassen. Die beiden kleinen Tauben jedoch stellten eine Herausforderung dar, denn: „Sie sperren ihren Schnabel nicht auf.“

Probleme bei der Fütterung

Elisabeth Rainer informierte sich im Internet über die Taubenaufzucht und die Taubenzüchterin „hat mir eine Stunde erklärt, wie man Täuble füttert, denn diese stecken ihren Schnabel in den Rachen der Mutter, die das Futter hoch würgt“.

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Schon zeigt Elisabeth Rainer die Ersatzvariante: „Man füllt eine Tasse oder ein Glas mit Futter, bindet Latex über die Öffnung, in das man ein Loch schneidet, steckt den Schabel rein, kippt das Gefäß ein bisschen und plötzlich geht‘s“, schildert die Tierfreundin, die jetzt auch Tauben wertschätzt: „Es sind faszinierende, sehr sanfte Tierle, die Ruhe ausstrahlen. Sie haben zu Unrecht einen schlechten Ruf“, stellt sie fest, fügt aber wissend an: „Zwei Täuble sind süß, mit 50 wäre es natürlich etwas anderes.“

Elisabeth Rainer hat Tauben wert zuschätzen gelernt. „Sie haben zu Unrecht einen schlechten Ruf“, sagt sie. Mit 50 Tieren wäre es aber natürlich auch etwas anderes.
Elisabeth Rainer hat Tauben wert zuschätzen gelernt. „Sie haben zu Unrecht einen schlechten Ruf“, sagt sie. Mit 50 Tieren wäre es aber natürlich auch etwas anderes. | Bild: Aurelia Scherrer

Sizilianische Hunde, ihr Herzenanliegen

Die beiden jungen Tauben sind jetzt auf einem guten Weg und werden in Kürze ausgewildert, sodass sich Elisabeth Rainer wieder auf ihr Hauptanliegen konzentrieren kann: Die ehrenamtliche Vermittlung von sizilianischen Hunden. Auf der süditalienischen Insel, auf der sie mit ihrem Mann regelmäßig Urlaub macht, stieß sie auf ein Tierasyl. Die Zustände seien verheerend. „Ich war total entsetzt und hatte viele schlaflose Nächte.“

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Das ist bereits Jahre her. Seither hat sie schon viele Tiere erfolgreich nach Deutschland vermittelt. Nun wird das Asyl bald geschlossen, weshalb Elisabeth Rainer noch die letzten sieben älteren Hunde dort wegholen und in gute Hände abgeben möchte. Wer einen Hund aufnehmen und ihm ein gutes Leben bieten will, kann via WhatsApp unter der Telefonnummer (0160) 99 15 96 77 Kontakt mit Elisabeth Rainer aufnehmen.