Bei Eltern und der Leitung des Montessori-Kindergartens in Allensbach steigt der Unmut. Denn auch nach der jüngsten Gemeinderatssitzung ist weiter offen, wann und wo das neue Kinderhaus gebaut werden soll. Und damit auch, wie lange sie mit dem Provisorium im Container leben müssen.

Nun sind drei neue Standorte im Gespräch, für die Architekten erst mal Entwürfe machen sollen

Diana Senger, die Leiterin des Montessori-Kindergartens, äußerte sich nach der Sitzung enttäuscht.

„Wir haben schon gehofft, dass eine Entscheidung über den Standort fällt. Wir hängen gerade in der Luft. Die Angst ist da, dass wir jetzt auf lange Jahre hier im Container sind.“
Diana Senger

Die Situation sei beengt, und es gebe keinen schönen Außenbereich wie beim benachbarten Walzenberg-Kinderhaus. Die Eltern seien daher unzufrieden und hätten keine Geduld mehr. Schon im alten Kindergarten sei man von der Gemeinde immer wieder vertröstet worden, wenn es Wünsche gab, mit dem Hinweis, man bekomme ja was ganz Neues, so Senger.

Immerhin sei es aber erfreulich, dass die Gemeinde nun beim Container-Provisorium den Innen- und Außenbereich baulich und gestalterisch nachbessern wolle. Es fehle zum Beispiel an Spielgeräten, Sandkästen und einer befestigten Fläche. "Wir haben Sprudelkisten und Paletten zum Spielen", so die Leiterin. Und bei Regen sei es schnell matschig.

Warum der ursprüngliche Plan nicht umgesetzt werden kann – und was die Alternativen sein könnten

Eigentlich wollte die Gemeinde Allensbach mit dem Bau des dringend benötigten neuen Kinderhauses in diesem Frühjahr in der Höhrenbergstraße beginnen. Doch nun ist klar, dass auf dem Grundstück des alten Montessori-Kindergartens ein viergruppiges Kinderhaus zu groß und hoch würde, weshalb das Landratsamt die Pläne Anfang des Jahres ablehnte.

Die Allensbacher Verwaltung schlug nun dem Gemeinderat als Alternativen ein Grundstück nordwestlich der Bodanrückhalle vor, hinter dem dortigen Haus an der Schulstraße:

Dieses Grundstück nordwestlich der Bodanrückhalle (hinten) fände die Allensbacher Verwaltung am besten geeignet für das neue Kinderhaus.
Dieses Grundstück nordwestlich der Bodanrückhalle (hinten) fände die Allensbacher Verwaltung am besten geeignet für das neue Kinderhaus. | Bild: Zoch, Thomas

Ein weiteres mögliches Grundstück liegt südöstlich der Schule, angrenzend an den Schulhof:

Ebenfalls im Gespräch als Standort für das neue Kinderhaus in Allensbach ist das kleine Grundstück hinter dem Zaun, das an den Schulhof (links das dortige Klettergerüst) angrenzt.
Ebenfalls im Gespräch als Standort für das neue Kinderhaus in Allensbach ist das kleine Grundstück hinter dem Zaun, das an den Schulhof (links das dortige Klettergerüst) angrenzt. | Bild: Zoch, Thomas

Auf Antrag der CDU soll zudem als weiterer möglicher Standort das Grundstück am Acker-/Engelbert-Weltin-Weg geprüft werden. Dort, wo als Übergangslösung die Montessori-Kinder und eine neue U3-Gruppe in Containern untergebracht sind.

Da die Zwischenlösung nun deutlich länger dauern wird, soll sie wenigstens besser ausgestattet werden

Das sagte Bürgermeister Stefan Friedrich zu. Elternbeirat, Montessori-Verein und Kindergartenleitung hatten in einem Brief Verbesserungen gefordert. Von einer Übergangslösung könne man nun nicht mehr sprechen, heißt es in dem Schreiben. Und die Kinder hätten ein Recht auf eine gepflegte Anlage.

Um dem voraussichtlich weiter steigenden Bedarf an Betreuungsplätzen gerecht zu werden, soll zudem als weitere Übergangslösung der derzeit leer stehende, alte und sanierungsbedürftige Montessori-Kindergarten möglichst bald und schnell so weit ertüchtigt werden, damit dort zwei weitere Gruppen betreut werden können. Auch diesem CDU-Antrag stimmte der Gemeinderat einhellig zu.

So diskutierte der Gemeinderat das Thema

Die Verwaltung hatte das Grundstück bei der Bodanrückhalle favorisiert. Obwohl dort wie auch gegenüber der Schule erst ein Bebauungsplan aufgestellt werden müsste, meinte der Bürgermeister, die Gemeinde könnte in rund sechs Monaten Baurecht bekommen. Es gebe positive Signale des Landratsamts: „Es wirft uns zeitlich nicht viel zurück.“

Dem widersprach Ludwig Egenhofer (CDU) vehement: „Wir stecken in einer Sackgasse. Zu viele Fragen sind offen.“ In sechs Monaten könne kein Baurecht erlangt werden. „Wenn es gut läuft, brauchen wir zwei Jahre, bis die ersten Kinder einziehen können“, sagte Egenhofer. Die Verwaltung solle zudem ein Konzept erstellen, was auf dem Grundstück am Ackerweg neben einem Kinderhaus noch möglich sei. Seine Fraktion werde erst einem Bauantrag zustimmen, wenn es eine klare Aussage des Landratsamts gebe, dass an dem fraglichen Standort ein Kinderhaus gebaut werden könne. Worauf der Bürgermeister erklärte, eine eindeutige Zusage des Amts könne man erst bekommen, wenn ein Bauantrag vorliege.

Tobias Volz (SPD) meinte: „Wir sind in einer sehr schwierigen Lage.“ Er monierte, dass die Verwaltung keinen genaueren Zeitplan vorgelegt habe und begrüßte die Vorschläge der CDU. Die Alternativen der Verwaltung bezeichnete er als Schnellschuss, mit dem sich die Gemeinde auch die Möglichkeit einer Mehrzweckhalle in diesem Bereich verbauen könnte. Volz merkte aber auch an, dass es mit der doppelten Übergangslösung im Container und dem alten Montessori-Kindergarten schwierig werden könnte, weil eine Einrichtung an zwei Orten betrieben würde.

Pius Wehrle (Freie Wähler) sprach sich ebenso dafür aus, den alten Montessori-Kindergarten herzurichten, um Zeit zu gewinnen zur Prüfung der Alternative am Ackerweg. Die von der Verwaltung vorgeschlagenen Alternativen würden sicher nicht so schnell genehmigt.

Doris Hellmuth (Bunte Liste) schloss sich an, zumal die BL bereits vor einiger Zeit das Grundstück am Ackerweg vorgeschlagen habe. Alle drei Grundstücke müssten nun parallel und gleichwertig ohne Priorisierung geprüft werden.