Bei der Anmeldung muss Johannes Hafner seinen Ausweis und den Blutspenderausweis vorlegen, damit seine Daten abgeglichen werden können. Für ihn ist es eine Routineaufgabe. Diese Spende wird seine 55. seit 2003 sein. Hafner ist somit Inhaber einer silbernen Karte.

Der Reichenauer Johannes Hafner bei der Blutspende in Allensbach. Hier die Anmeldung bei Christina Hohner.
Der Reichenauer Johannes Hafner bei der Blutspende in Allensbach. Hier die Anmeldung bei Christina Hohner. | Bild: Hanser, Oliver

Anschließend muss der Spender einen Fragebogen zu seiner gesundheitlichen Vorgeschichte ausfüllen. Auf einem Infoblatt stehen mögliche Risiken. Angst hatte der Reichenauer noch nie, auch gab es keinerlei Komplikationen bei seinen vielen Spenden. Im Gegenteil. „Es tut überhaupt nicht weh. Man muss nur etwa eine Stunde Zeit investieren“, sagt der 35-Jährige, „anschließend geht es drei bis vier Tage, dann hat man das Gefühl, Bäume ausreißen zu können.“

Auf einem sogenannten Selbstaussschluss-Formular kann der Spender entscheiden, ob sein Blut verwendet werden darf oder nicht, falls er fürchtet, eine Infektion zu haben. Eine Untersuchung der Spende erfolgt in jedem Fall. Einen Unterschied gibt es übrigens zwischen Blutspenderinnen und Blutspendern. Männer dürfen sechsmal im Jahr spenden, Frauen viermal. Für beide gilt: Zwischen zwei Spenden müssen mindestens 56 Tage liegen.

Johannes Hafner füllt das Anmeldeformular aus.
Johannes Hafner füllt das Anmeldeformular aus. | Bild: Hanser, Oliver

„Haben Sie genug gegessen und getrunken und Ihre früheren Spenden gut vertragen?“, fragt Reingart Bruttel am Labortisch. Mit einem kleinen Piekser in den Finger wird ein Tropfen Blut abgenommen und im Schnelltest der Hämoglobinwert ermittelt. Hämoglobin ist der rote Blutfarbstoff, mit dessen Hilfe eine mögliche Blutarmut ausgeschlossen und der Eisenwert bestimmt werden kann.

Video: Hanser, Oliver

„Der Piekser in den Finger ist schlimmer als die spätere Abnahme“, sagt Hafner und lacht. „Nein, im Ernst“, fährt er fort, „ich hatte noch nie einen blauen Fleck.“ Auch Blutdruck und Puls sind im grünen Bereich, sodass es für ihn weitergehen kann in eines der Ärztekabinen.

Doktor Michael Schipulle geht mit Johannes Hafner nochmals alle Fragen durch und schaut sich die Laborwerte an. Er entscheidet, ob etwas gegen eine Spende spricht. Dies können Auslandsreisen sein, oder Krankheiten, oder kürzlich erfolgte Operationen. Wenn es notwendig ist, bekommen die Spender hier noch Eisentabletten. Hafner nimmt auch diese Hürde ohne Mühe.

Johannes Hafner wird von Arzt Michael Schipulle untersucht.
Johannes Hafner wird von Arzt Michael Schipulle untersucht. | Bild: Hanser, Oliver

Nun erfolgt die Blutabnahme. Marianne Hertrich bindet den Oberarm von Johannes Hafner, der es sich auf einer Liege bequem gemacht hat, ab. In den nächsten sieben bis zehn Minuten wird ihm ein halber Liter Vollblut abgenommen.

Marianne Hertrich ist für die Blutabnahme zuständig.
Marianne Hertrich ist für die Blutabnahme zuständig. | Bild: Hanser, Oliver

Der Beutel, der auf einer Wippe liegt, damit sich die Flüssigkeit bewegt, füllt sich mit jeder Sekunde. Der Reichenauer, der vier- bis fünfmal im Jahr sein Blut für den guten Zweck gibt, gehört zur schnellen Sorte. „Wenn es viel länger als sieben Minuten dauert, bin ich enttäuscht“, sagt Hafner. Nach 7:07 Minuten ist alles erledigt – gerade noch im Rahmen.

Video: Hanser, Oliver

Jetzt wird Wolf-Dieter Görcke gerufen. Der freiwillige Helfer ist das menschliche Taxi, das Johannes Hafner von der Spendeliege zur Ruheliege begleitet. Nach der Entnahme ist ein wenig Entspannung nötig. Hier kann sich der Kreislauf erholen.

Helfer Wolf-Dieter Görcke bringt Johannes Hafner zu einer Ruheliege.
Helfer Wolf-Dieter Görcke bringt Johannes Hafner zu einer Ruheliege. | Bild: Hanser, Oliver

„Man wird immer freundlich behandelt“, lobt der 35-jährige Hafner die fleißigen Helfer. Nach einem SÜDKURIER-Artikel hatten sich zehn neue Freiwillige gemeldet, die dazu beigetragen haben, dass in Allensbach alles glatt laufen konnte.

Im Foyer der Halle gönnt Johannes Hafner sich noch zwei Stücke Kuchen sowie ein Glas Cola und einen Kaffee. Trinken ist nach der Blutspende wichtig, sodass die gespendete Blutflüssigkeit schnell wieder ersetzt werden kann.

Geschafft: Johannes Hafner gönnt sich Kaffee und Kuchen.
Geschafft: Johannes Hafner gönnt sich Kaffee und Kuchen. | Bild: Hanser, Oliver

Nun ist es geschafft. Der alte Blutspendehase Johannes Hafner hat das 55. Mal hinter sich gebracht.

Schon bald wird der Reichenauer zum 56. mal Blut spenden.
Schon bald wird der Reichenauer zum 56. mal Blut spenden. | Bild: Hanser, Oliver

An seine Premiere kann er sich noch gut erinnern. Es war im August 2003 und die erste Spende, die überhaupt auf der Insel Reichenau durchgeführt wurde. Das Lockmittel war damals ein Gutschein für ein Schnellrestaurant. So ein Anreiz ist längst nicht mehr nötig – dem treuen Spender Johannes Hafner reicht es zu wissen, dass er Gutes tut.