Ende der Ausbaustrecke, Tempo 60, scharfe Rechtskurve, Aufpassen auf entgegenkommende Linksabbieger in Richtung Markelfingen, dann die Linkskurve: Was zehntausende Autofahrer täglich auf der Bundesstraße 33 zwischen Radolfzell und Konstanz derzeit noch erleben, ist bald vorbei. Am Montag, 2. Juli, geht ein markantes neues Teilstück der künftigen neuen B33 in Betrieb. Westlich von Allensbach sind die Bauarbeiten überraschend so schnell vorangekommen, dass die Straßenbauverwaltung die erste Fahrbahn schon freigeben kann. Damit geht es auf einer Länge von etwa eineinhalb Kilometern mit nur geringem Gefälle und fast gerade voran, das seit 1990 bestehende Provisorium in Form einer Schnellstraßen-Auffahrt, die dann zur eigentlichen Straße wurde, hat ein Ende.

Das ist die neue Streckenführung der B33 bei Allensbach (im Hintergrund am oberen Bildrand): Es gibt zweimal zwei Fahrspuren, allerdings geht vorerst nur die nördliche (linke) Fahrbahn in Betrieb, die südliche folgt bis Spätherbst.
Das ist die neue Streckenführung der B33 bei Allensbach (im Hintergrund am oberen Bildrand): Es gibt zweimal zwei Fahrspuren, allerdings geht vorerst nur die nördliche (linke) Fahrbahn in Betrieb, die südliche folgt bis Spätherbst. | Bild: Gerhard Plessing

Auch das gibt es: Eine Straße wird schneller fertig als geplant

Eigentlich sollte der Abschnitt A beim seit Jahren laufenden B33-Ausbau erst Ende des Jahres fertig werden, sagt Yvonne Guduscheit, die Chefin der Neunbauleitung Singen. Diese Dienststelle des Regierungspräsidiums koordiniert und noch mindestens bis 2027 laufende Großbaustelle, an deren Ende eine durchgehend vierspurige Verbindung von der Autobahn in Singen bis zur Autobahn in Kreuzlingen steht. Während ein neuer Abschnitt am Konstanzer Flugplatz bis zur Kindlebildkreuzung bereits seit einigen Jahren vierspurig befahren werden kann, folgt der nächste Abschnitt in komplett neuem Standard bis Jahresende, die Freigabe ist laut Yvonne Guduscheit für Spätherbst geplant.

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Für die nächsten Monate gibt es allerdings nur zwei Spuren und Gegenverkehr

Denn nächste Woche wird zunächst die nördliche Fahrbahn der neuen B33 in Betrieb genommen. Für jede Richtung hat sie eine Spur, gelbe vorübergehende Markierungen zeigen schon jetzt, dass hier Überholverbot herrschen wird. Die südliche Fahrbahn, so Yvonne Guduscheit und ihr Mitarbeiter Robert Kloker, soll bis Jahresende fertig sein. Dann ist die Schnellstraße tatsächlich länger als bisher, hier wird dann voraussichtlich ebenfalls ein Tempolimit von 120 Kilometern pro Stunde herrschen. Zuvor muss allerdings die alte Abfahrt Allensbach-West komplett abgebaut werden, denn hier trifft dann bis auf weiteres die neue, vierspurige Straße auf die alte, zweispurige Strecke.

Das Glück der Planer: Sie konnten in der freien Landschaft bauen

Den schnellen Baufortschritt erklären Kloker und Guduscheit vor allem mit dem günstigen Wetter – und der Tatsache, dass auf diesem Teilstück eben nicht unter laufendem Verkehr gebaut werden musste. Die neue Straße verläuft durch freies Gelände. Weichen musste für die enorme Schneise eine größere Waldfläche, Ersatz soll in der Nähe bei Markelfingen gepflanzt werden. Außerdem schufen die Bauarbeiter mit schweren Maschinen einen Einschnitt durch das Gelände, damit die neue Straße übersichtlich ist und ein gleichmäßiges Gefälle hat.

Der Zustand vor gut einem Jahr: Wo heute eine fast fertige Straße verlauft, sind die Arbeiten noch voll im Gange. Hier der Blick auf das bisherige Ende der Ausbaustrecke.
Der Zustand vor gut einem Jahr: Wo heute eine fast fertige Straße verlauft, sind die Arbeiten noch voll im Gange. Hier der Blick auf das bisherige Ende der Ausbaustrecke. | Bild: Jörg-Peter Rau

Achtung: Die Durchfahrt durch Markelfingen ist zeitweise nicht möglich

Allerdings bringt die Neuerung für Autofahrer auch Einschränkungen. So wird die Zufahrt nach Markelfingen aus Richtung Konstanz vorübergehend nur noch über die Anschlussstelle Radolfzell möglich sein, was zu Stockungen führen könnte – deshalb gilt ab Montag auf dem bereits vierspurigen Stück Tempo 80. Auch der Weg von Allensbach nach Westen, in Richtung Singen/Radolfzell, ist bis Jahresende nur über den Anschluss Allensbach-Mitte möglich. Nur so sei ein rascher Umbau im Bereich der bisherigen B33 zu machen, sagt Yvonne Guduscheit, "das wissen wir auch aus den Erfahrungen an der Kindlebildkreuzung bei Reichenau, wo wir unzählige Male den Verkehr umlegen mussten."

Ende 2020 sollen dann weitere zwei Kilometer vierspurig ausgebaut sein

Weitere zwei Jahre nach der vollen Inbetriebnahme des westlichsten Neubau-Abschnitts A folgt dann auch das nächste Teilstück, das die Planer mit B bezeichnen. Er reicht vom heutigen Knoten Allensbach-West bis zum Anschluss Allensbach-Mitte. Auch hier ist in weiten Teilen schon zu sehen, dass der Untergrund bereits vorbereitet ist. Allerdings muss noch die neue Nägelried-Brücke gebaut werden, die als Hängekonstruktion die Schnellstraße überspannen wird. 2020 soll also nicht mehr auf 1,5 Kilometern, sondern dann schon auf immerhin knapp 3,5 Kilometern eine flotte und sichere Fahrt möglich sein. Tatsache ist aber auch: Bis der B33-Flaschenhals bei Allensbach, Hegne und Reichenau-Waldsiedlung ganz aufgelöst ist, wird es noch bis 2027 dauern – im besten Fall.