Die Ermittlung der genauen Ursache für den schweren Unfall auf der Bundesstraße 33 bei der Abfahrt Allensbach-Mitte dürfte sich noch wochenlang hinziehen. Die Staatsanwaltschaft hat eine Gutachterin eingeschaltet, die den genauen Ablauf so gut wie möglich rekonstruieren soll.

Die Expertin der Dekra war am Montagabend während der Bergungsarbeiten vor Ort und dokumentierte die Unfallstelle und das Wrack des Kastenwagens, in dem ein Mann nach dem Zusammenprall mit einem Sattelzug gestorben war. Das Unfallfahrzeug wurde von der Unfallstelle abtransportiert und wird nun in einer Werkstatt eingehend untersucht.

Das Auto, in dem der 46-Jährige starb, wird untersucht – vielleicht ergeben sich Hinweise darauf, wie es zu dem schweren Unfall bei Allensbach kommen konnte.
Das Auto, in dem der 46-Jährige starb, wird untersucht – vielleicht ergeben sich Hinweise darauf, wie es zu dem schweren Unfall bei Allensbach kommen konnte. | Bild: Jörg-Peter Rau

Außerdem gibt es offenbar mehrere Zeugen, die zur Klärung beitragen könnten. Zum einen ist dies der Fahrer des Sattelzugs aus der Ukraine, der nach Angaben der Polizei mittelschwer verletzt wurde. Wie es an der Unfallstelle hieß, erlitt er einen Schock und wurde zunächst ins Krankenhaus gebracht. Er konnte sich selbst aus der völlig demolierten Kabine seines Lastwagens befreien und hatte offenbar viel Glück im Unglück.

Auch der Fahrer eines Autos, das laut einer Polizei-Pressemitteilung vom frühen Dienstagmorgen unmittelbar hinter dem Sattelschlepper fuhr, beobachtete den Unfall offenbar. Sein Auto wurde von Fahrzeugteilen beschädigt, als er über diese fuhr.

Hätte der Fahrer des Sattelzugs den Unfall vermeiden können? Auch das ist eine Frage, mit der sich im Auftrag der Staatsanwaltschaft jetzt Gutachter beschäftigen.
Hätte der Fahrer des Sattelzugs den Unfall vermeiden können? Auch das ist eine Frage, mit der sich im Auftrag der Staatsanwaltschaft jetzt Gutachter beschäftigen. | Bild: Jörg-Peter Rau

Laut Polizei gab die Staatsanwaltschaft das Gutachten in Auftrag, weil festgestellt werden soll, ob der Sattelzug-Fahrer den Unfall hätte vermeiden können. "Sollte das Gutachten zu diesem Schluss kommen", so Bernd Schmidt vom Polizeipräsidium Konstanz, würde der Leichnam des tödlich verletzten Fahrers gerichtsmedizinisch untersucht. Der Fahrer war den Angaben zufolge 46 Jahre alt. Zu seiner Herkunft machte die Polizei keine weiteren Angaben.

Klar ist inzwischen, dass wohl der Fahrer des Kastenwagens als auch der des Sattelzugs allein in ihren Fahrzeugen waren. Warum der als Servicemobil einer Firma mit Hauptsitz in Heidenheim ausgebaute Hochdach-Kombi auf die Gegenfahrbahn geriet und frontal auf den entgegenkommenden Lastwagen prallte, ist völlig offen.

Die Streckenführung der Bundesstraße 33 ist um Unfallbereich vergleichsweise übersichtlich. Der Kastenwagen war auf einer weiten Rechtskurve in Richtung Konstanz unterwegs. An der Stelle herrscht Überholverbot, und es gilt eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 80 Stundenkilometer.

Tonnenschwere Papierrollen als Ladung: Der umgestürzte Sattelzug erwies sich für die Einsatzkräfte als schwierige Aufgabe.
Tonnenschwere Papierrollen als Ladung: Der umgestürzte Sattelzug erwies sich für die Einsatzkräfte als schwierige Aufgabe. | Bild: Jörg-Peter Rau

Während der Kastenwagen gegen 20.45 Uhr auf einem Transporter weggebracht wurde, gestaltete sich die Bergung des auf der Seite liegenden Sattelschleppers als schwierig. Die Feuerwehr Allensbach musste bis gegen Mitternacht die Unfallstelle ausleuchten, damit ein eigens herbeigerufener Autokran das rund 40 Tonnen schwere Fahrzeug aufrichten konnte. Zuvor mussten Experten die geladenen Papierrollen mit einem Einzelgewicht von jeweils mehrere Tonnen auf einen Tieflader hieven.

Entladen per Autokran: Die Bergungsarbeiten dauerten bis weit in Nacht hinein an.
Entladen per Autokran: Die Bergungsarbeiten dauerten bis weit in Nacht hinein an. | Bild: Freiwillige Feuerwehr Allensbach

Die Arbeiten dauerten bis nach Mitternacht an. Für die Beseitigung von Erde, die vom Seitenstreifen auf die Straße gelangte, war auch ein Bagger im Einsatz, die Feuerwehr musste überdies mit Spezialmittel ausgelaufene Betriebsstoffe der Fahrzeuge auffangen.

Vom Abend bis weit in die Nacht wurde der Verkehr großräumig über den Bodanrück umgeleitet, hier bereits an der Westtangente bei Konstanz-Wollmatingen.
Vom Abend bis weit in die Nacht wurde der Verkehr großräumig über den Bodanrück umgeleitet, hier bereits an der Westtangente bei Konstanz-Wollmatingen. | Bild: Jörg-Peter Rau

Auf der B 33 herrschte erst gegen 1.45 Uhr am Dienstagmorgen wieder freie Fahrt, da zunächst zur Verhinderung weiterer Unfälle die Fahrbahn und ihre Umgebung umfassend gereinigt werden mussten. Die Straßenmeisterei hatte rasch eine Umleitungsstecke bereits ab Konstanz-Wollmatingen über Dettingen und den Bodanrück ausgeschildert.

Der Verkehr in Richtung Konstanz konnte laut Polizei gut zwei Stunden nach dem Unfall, ab etwa 20.15 Uhr, über die Ab- und Auffahrt am Knoten Allensbach-Mitte an der Unfallstelle vorbeigeführt werden. Die Höhe des entstandenen Sachschadens stand zunächst noch nicht fest.