Als die Konstanzerin Michaela Bossart am Sonntagabend mit ihrem Sohn von Radolfzell nach Dettingen fahren wollte, ging nichts mehr. Eine Fahrt die eigentlich weniger als eine halbe Stunde dauert, entpuppte sich für die 30-jährige Mutter als Geduldsprobe: "Insgesamt standen wir über zwei Stunden im Stau", berichtet Bossart. Der Grund: Der Unfall auf der Bundesstraße 33 bei Allensbach führte zu einer Vollsperrung in beide Richtungen. Der Sonntagabendverkehr kam dadurch zum Erliegen.

Bus lässt Fahrgäste raus

Für die Mutter und ihren zweieinhalb-jährigen Sohn begann die Warterei nach der Autobahnabfahrt: "Alleine mit einem kleinem Kind, versetzt einen so eine Situation ganz schön in Stress", berichtet Bossart. Wegen der langen Warterei, reagierten Autofahrer unterschiedlich auf die Situation: Einige konnten umdrehen, andere mussten den Stau aussitzen. "Es sind unglaublich viele Leute ausgestiegen und auf dem noch nicht fertigen Stück Straße gelaufen", schildert Bossart die Situation. "Auch ein Bus hat dort seine Fahrgäste aussteigen und laufen lassen."

Pferde mussten im Stall bleiben

Viele der Autos hingegen steckten über mehrere Stunden an ein und derselben Stelle fest. So erging es Lisa Weißenberger. Sie wollte ihre Pferde am Abend auf die Weide fahren. Doch daraus wurde nichts: "Meine Pferde mussten im Stall bleiben", erklärt Weißenberger. Denn nach einer Stunde Warten habe sie schließlich umgedreht. Vermisst hat sie dabei vor allem Informationen zur Situation vor Ort. "Es kann nicht sein, dass man über eine Stunde dort steht, ohne zu wissen, wie lange es noch dauert", sagt Weißenberger. Künftig würde sie sich eine Umgehungsstraße wünschen. "Es ist einfach blöd, wenn Tiere darunter leiden, dass Konstanz den Verkehr nicht im Griff hat", erklärt Weißenberger.

Fähre statt Bundesstraße

Iris Leis verlagerte ihre Heimfahrt in Richtung Sigmaringen spontan auf die andere Seeseite und nahm die Fähre. Nachdem sie gemeinsam mit ihrem Freund etwa 45 Minuten vor Dettingen im Stau stand, drehte sie um: "Wir sind gerade so über den Kreisel, der sich schon zweispurig staute, wieder rausgekommen", berichtet Leis. In Staad musste das Paar noch eine Stunde auf die Fähre warten. Angesichts des Megastaus war es dennoch die richtige Entscheidung: "Wenn wir am Kreisel stehen geblieben wären, hätte es sicher noch länger gedauert", so Leis. "Wenn dort eh eine Baustelle ist, wäre es doch gut, eine Notfallstrecke mitzubauen."

Freundlicher Umgang

Für Michaela Bossart hatte der Stau zumindest etwas Positives: Ein Mann mit einem Wohmobil habe ihr etwas zu Essen und zu Trinken angeboten, als er gesehen habe, dass sie mit ihrem Kind im Stau stehe. "Es waren alle sehr freundlich", sagt Bossart. Nach 2,5 Stunden ging es für die Mutter weiter. Allerdings sei die Sperrung dann noch nicht aufgehoben gewesen.