Ein Kind wurde auf dem Stöckenhof bereits von einem Auto angefahren, zwei Hunde wurden überfahren und getötet. Im Frühsommer 2017 wandte sich die Betreiberfamilie Serpi deshalb ein weiteres Mal an die Gemeinde Allensbach mit der Bitte, für eine Verkehrsberuhigung zu sorgen.

Manche Autofahrer haben hier Tempo 50 drauf

Denn mitten durch den Hof führt eine schmale öffentliche Gemeindestraße von Freudental Richtung Wildpark/Markelfingen, und darauf seien viele Autofahrer zu schnell unterwegs – mit bis zu 50 Kilometern pro Stunde. Das sei gefährlich nicht nur für Kinder und Hunde, sondern auch für Reiter und ihre Pferde, das gesamte Hofleben. Doch bei der Gemeinde scheint man dies nicht als größeres Problem zu sehen. Jedenfalls hat sie bisher nicht gehandelt.

Bereits vor über einem Jahr waren Bürgermeister Stefan Friedrich, der Leiter der Straßenverkehrsbehörde Stefan Basel sowie Vertreter von Landratsamt und Polizei zwar bei einer Verkehrsschau auf dem Hof. Die Gemeinde werde mal das Tempomessdisplay beim Hof aufhängen, hieß es, um zu klären, wie viele Autos und wie schnell diese dort fahren. Doch seither ist nichts passiert, klagen die Serpis.

Das Landratsamt spielt den Ball zurück ins Rathaus

Sie wandten sich deshalb im Mai ans Landratsamt. Basel antwortete im Juni, er habe die Gemeinde gebeten, zeitnah die Messungen vorzunehmen. Danach könne man bei einer weiteren Verkehrsschau das Ergebnis besprechen. Der Bürgermeister erklärte nun auf SÜDKURIER-Nachfrage, dies sei zeitlich noch nicht möglich gewesen. Es gebe nur wenige solcher Displays und etliche Straßen stünden zur Überwachung auf dem Plan. "Das heißt nicht, dass wir den Stöckenhof vergessen haben. Wir wollen das tun – spätestens im Winter", hat er Messungen angekündigt.

Bisher gibt es an der Stelle keinerlei Tempolimit

Friedrich appelliert wie die Polizei ansonsten an die Verkehrsteilnehmer, das Gebot der gegenseitigen Rücksichtnahme zu beachten. Wenn dort Tempo 30 gelte, könnte das je nach Situation schon zu schnell sein. Dann müsse man das Tempo anpassen. Allerdings hängt beim Hof überhaupt kein Schild, das ein Tempo vorgibt. Nur eines mit "Spielende Kinder", das die Serpis selbst aufgestellt haben.

"Man ist machtlos – bis etwas passiert"

Schon vor Jahren hatte die Familie bei der Gemeinde darauf hingewiesen, dass es auf dem Hof gefährliche Situationen gebe. Umso mehr können sie nicht verstehen, dass nicht gehandelt wird. Andreas Serpi sagt: "Der Verkehr hat zugenommen." Und es gehe nur um rund 120 Meter durch den Hof, wo langsam gefahren werden sollte. Seine Frau Jutta meint, bei anderen Höfen zum Beispiel im Hegau seien Schilder aufgestellt worden. Und Tochter Melissa fügt an: "Man ist machtlos – bis etwas passiert."

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