Geduld und ein Spritzer Mut – das sind die Zutaten, die ein Autofahrer braucht, der über die Bundesstraße 33 von Hegne nach Konstanz fahren will. Denn der Weg Richtung Konzilstadt führt über zwei sehr befahrene Fahrbahnen. Täglich nutzen bis zu 30.000 Autofahrer die B33. Wer also links Richtung Konstanz abbiegen will, braucht zwei Lücken, die ein gefahrloses Einfädeln in den fließenden Verkehr zulassen.

Bild: Schönlein, Ute

Ein Schleichweg führt auf die B33

Das ist nicht immer leicht, sagt Knut Andersen. Der ehemalige Orthopäde lebt seit über 25 Jahren in Hegne. Zu Stoßzeiten, wie zum Beispiel im morgendlichen Berufsverkehr, sei es fast unmöglich, von der Konradistraße links auf die B33 abzubiegen. „Es ist einfach zu viel Verkehr“, sagt er. Er nutze daher immer den Schleichweg durch die Unterführung. Die Gemeindestraße Im Tal führt unter der Bundesstraße hindurch zum Campingplatz am See. Von der Nachtwaid, so der Name der Straße, die wieder auf die B33 führt, sei es leichter, auf die Bundesstraße abzubiegen. „Dort geht es dann auch rechts Richtung Konstanz„, erklärt Andersen.

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Einfahrt auf Bundesstraße oft nur durch freundliche Autofahrer möglich

Auch Fußpflegerin Isabella Ruoff wohnt und arbeitet seit 25 Jahren in Hegne. Ein Problem, mit dem Auto nach Konstanz zu kommen, hat sie nicht. „Ich fahre immer durch die Unterführung“, erklärt sie. „Meistens gibt es einen freundlichen LKW-Fahrer, der einen auf die B33 einfahren lässt.“ Sie ärgere sich nur über die Fahrer, die dann trotzdem nicht fahren würden. „Man muss auch Autofahren können und darf nicht so viel Angst um sein heiliges Blech haben“, sagt sie.

Von Hegne aus direkt Richtung Konstanz? Zu Stoßzeiten fast unmöglich. Linksabbieger müssen hier zwei Spuren der viel befahrenen B33 queren.
Von Hegne aus direkt Richtung Konstanz? Zu Stoßzeiten fast unmöglich. Linksabbieger müssen hier zwei Spuren der viel befahrenen B33 queren. | Bild: Steinert, Kerstin

Die Lösung für dieses Verkehrsproblem könnte so einfach sein, denkt sich der Laie. Immerhin gibt es eine Ampelanlage an der Kreuzung Konradistraße und B33 – nur leider ist sie nicht aktiv. „Die Lichtsignalanlage an der Einmündung Hegne-Ost wurde im Jahr 2002 eingerichtet, um den Linienbussen 7370 eine sichere Einfahrt auf die B33 zu ermöglichen“, erklärt Jens Bittermann, Pressesprecher des Landratsamts Konstanz.

Ampelanlage wird nicht umgestellt

Zwei Lichtschranken auf der Konradistraße sendete der Ampelanlage ein Signal, damit diese auf Rot oder Grün umspringt, um dem Bus so eine sichere Einfahrt auf die B33 zu ermöglichen. Die Ampel dauerhaft oder zu Stoßzeiten zu betreiben, sei aber keine gute Idee, sagt Bittermann. „Ermöglicht die Signalanlage jedem Fahrzeug an der Einmündung Hegne-Ost das signalisierte Linksabbiegen, wird der Verkehrsfluss auf der Bundesstraße zusätzlich belastet“, erläutert er. Die Folge wären größere Rückstaus. Aus diesem Grund sei nicht geplant, die Ampel für den Verkehr aus Hegne zu aktivieren.

Womöglich fallen diese Probleme in den kommenden Jahren ganz weg. Wenn die B33 vierspurig ausgebaut und der Tunnel zur Waldsiedlung fertiggestellt ist, wird sich der Durchgangsverkehr bei Hegne wahrscheinlich von selbst reduzieren.