Für den Nikolaustag ist ein Bastelnachmittag in der evangelischen Gnadenkirche in Allensbach und im Pfarrhaus geplant. Rund 30 Kinder, Grundschüler, Pfadfinder und Konfirmanden, fertigen dann Weihnachtliches, wie verzierte Gläser und Holzfiguren, berichtet Heidi Drollmann vom Diakonie-Beirat der evangelischen Kirche. „Dann geht‘s am Samstag zu älteren Mitbürgern. Wir wollen einen kleinen Adventsgruß überbringen.“

Viele freuen sich über den Auftritt der Kinder

Die Kinder übergeben ihre Gaben und singen Adventslieder. Manche der Besuchten seien da zu Tränen gerührt, so Drollmann. Gelebte Nächstenliebe ist den sechs Beiratsmitgliedern wichtig. Der stellvertretende Vorsitzende Reinhard Kimmich erklärt: „Mit den Leuten zu reden, ist mindestens so wichtig wie finanzielle Hilfe.“

Der Diakoniefonds der evangelischen Kirche Allensbach hilft das ganze Jahr über bedürftigen Menschen. Im Advent basteln Kinder weihnachtliche Sachen und bringen diese älteren Menschen, berichten die Diakonie-Beirats-Mitglieder (von links) Reinhard Kimmich, Ruth Weber und Heidi Drollmann.
Der Diakoniefonds der evangelischen Kirche Allensbach hilft das ganze Jahr über bedürftigen Menschen. Im Advent basteln Kinder weihnachtliche Sachen und bringen diese älteren Menschen, berichten die Diakonie-Beirats-Mitglieder (von links) Reinhard Kimmich, Ruth Weber und Heidi Drollmann. | Bild: Zoch, Thomas

Schon 100 Euro können sehr weiterhelfen

Doch oft ist es eben Geld, mit dem der Diakoniefonds bedürftigen Menschen aus einer Notlage hilft. In der Vorweihnachtszeit besuche man zwölf Personen und übergebe als Geschenk 100 bis 200 Euro, so Kimmich. Für das ganze Jahr habe man ein Budget von circa 6000 Euro, mit dem man weiterhelfen könne. Selbst kleinere Beträge wie 20 oder 30 Euro seien für manche Bedürftige wichtig, um nicht aus der Bahn geworfen zu werden. In jedem Einzelfall prüfe der Beirat die Bedürftigkeit.

Die nicht bezahlte Stromrechnung

Ruth Weber, die seit vielen Jahren Ansprechpartnerin für die Bedürftigen ist, berichtet von drei Personen, die regelmäßig ihre Stromrechnung nicht bezahlen könnten. Sie kämen immer erst kurz bevor der Strom angestellt werde: „Sie legen die Rechnung einfach beiseite“, berichtet Weber. Es gehe es um Beträge von 100 bis 150 Euro.

Diakonie hilft auch bei Arbeitsplatzverlust

Der Verlust des Arbeitsplatzes sorgt oft für finanzielle Probleme. Weber berichtet von einem Familienvater, der nur befristet erwerbstätig war. „Ihm haben wir sehr geholfen. Aber jetzt ist er stabil“, sagt Weber. Kritisch seien auch Übergangszeiten zwischen Arbeitslosigkeit und einer neuen Arbeitsstelle, wenn einige Monate Zahlungen ausblieben.

Die meisten Menschen in Not melden sich nicht selbst

In einem anderen Fall brauchte eine Frau mit Minijob ein Fahrrad, um zu ihrer Arbeitsstätte zu kommen. Ein Beiratsmitglied habe ein gebrauchtes Fahrrad für 100 Euro vermittelt. Einer Rentnerin habe man mit 200 Euro geholfen, als sie ihre Steuernachzahlung nicht leisten konnte. Der Diakoniefonds helfe auch immer wieder Menschen, die sich nicht selbst gemeldet haben, sondern von deren Not man gehört habe. „Oft sind die Leute scheu und wollen nicht offen darlegen, dass sie in Schwierigkeiten sind.“

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20 Personen sind für die Diakonie aktiv

Neben der finanziellen Unterstützung hilft der Beirat auch mit Beratung. Ruth Weber berichtet, sie sitze oft ein bis zwei Stunden am Tag am Telefon. Sie habe ein Netzwerk an Kontakten geknüpft und könne dadurch Hilfe vermitteln. Zudem lädt der Beirat an jedem dritten Donnerstag im Monat zu einem Mittagstisch in die Gnadenkirche ein. Rund 20 Personen seien im Einsatz für den Diakoniefonds, weitere Mithelfer seien willkommen. Ruth Weber, mittlerweile 81 Jahre alt, möchte den Vorsitz abgeben, zumal in den vergangenen Jahren Mitglieder gewonnen wurden. „Ich gehe in den Ruhestand“, sagt sie lachend. Es gebe eine Kandidatin als Nachfolgerin.