Bis zum geplanten Bau des neuen Kinderhauses in Allensbach wird es noch längere Zeit dauern. Erst einmal soll die Verwaltung zwei mögliche Standorte prüfen – westlich der Bodanrückhalle und am Ackerweg, wo der Montessori-Kindergarten in Containern untergebracht ist.

Und so muss die Gemeinde weiter versuchen, den Bedarf an Betreuungsplätzen irgendwie zu decken. Und da hapert es weiterhin bei der Ganztagsbetreuung für über Dreijährige und im Krippenbereich, wie Hauptamtsleiter Stefan Weiss erklärt (siehe Info).

Volle Krippenplätze und freie Kindergartenplätze

Stattdessen werden sozusagen die falschen Plätze frei – im Ü3-Bereich gibt es einen Überhang. „Grundsätzlich ist es so, dass im kommenden Kindergarten-Jahr im Ü3-Bereich mehr Plätze frei werden, als Anmeldungen vorliegen. Das entlastet uns leider weder im Ü3-Ganztags- noch im Krippenbereich“, sagt Weiss. Warum ist das so?

Besonders deutlich ist die Situation im Kinderhaus Kaltbrunn, das in erster Linie für Kinder aus den Ortsteilen gedacht ist. Aktuell gebe es eine volle Belegung – bei den zehn Krippenplätzen sowieso, berichtet die Leiterin Monika Drivalos, aber auch bei den 44 Plätzen im Ü3-Bereich.

Doch nun werden im September 17 Kinder von dort in die Schule wechseln, erklärt Drivalos: „Dass die Teilorte so viele Kinder in die Schule bringen, ist nicht üblich.“ Und nach aktuellem Stand werde das Kinderhaus Kaltbrunn mit etlichen freien Ü3-Plätzen ins neue Kiga-Jahr starten.

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„Das sind die üblichen Schwankungen“

Wie es dann weitergehen werde, sei schwer vorherzusagen, es könnte Zuzüge geben. Doch generell meint sie zur Situation in der Betreuung: „Das sind die üblichen Schwankungen.“ Im Jahr 2020 werden dann nach heutigen Stand nur vier Kinder in die Schule wechseln.

Hauptamtsleiter Weiss betont: „Diese wohl bekannte und typische Wellenbewegung der Geburtenzahlen macht die Planung im Betreuungsbereich sehr schwer.“ In Kaltbrunn stelle sich die Situation aktuell so dar, dass im Lauf des Kindergartenjahres 2019/2020 bisher elf Kinder nachrücken würden.

Angebote für Zuzügler und andere Gemeinden

Das seien nur Ortsteil-Kinder. Weitere zwei bis drei Plätze würden jährlich für Zuzügler und Ummelder frei gehalten. „Die übrigen vier bis fünf Plätze, darunter auch für ganztags, haben wir Eltern angeboten, die in einem Allensbacher Kinderhaus keinen Platz mehr erhalten konnten.

Diese Angebote wurden bisher nur in geringem Umfang beziehungsweise gar nicht angenommen“, berichtet Weiss. Warum die betreffenden Eltern keinen Platz in Kaltbrunn wollten, könne die Verwaltung nicht sagen. „Wir vermuten, dass gegebenenfalls der Anfahrtsweg ein Hinderungsgrund sein könnte.“ Im U3-Bereich sei dagegen auch der Kindergarten Kaltbrunn weiter voll belegt.

Ein Gegenrechnen sei nicht möglich

Doch wenn es bei den über Dreijährigen mehr Plätze gibt als nötig, ließen sich dann nicht kurzfristig davon welche umwandeln in die dringend nötigen Krippenplätze?

Dazu erklärt Weiss: „Grundsätzlich ist es möglich, dass Notplätze oberhalb der Grenzen der Betriebserlaubnis eingerichtet werden. Dies hat allerdings gar nichts mit den Ü3-Kapazitäten zu tun. Diese sind infrastrukturell und personell völlig unabhängig vom Krippenbereich. Wenn man zehn Ü3-Plätze weniger belegt hat, bedeutetet es nicht, dass man dann automatisch mehr U3-Plätze vergeben darf.“

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Zusätzliche Plätze müssten jeweils einzeln vom Kommunalverband Jugend und Soziales (KVLS) genehmigt werden, so Weiss. „Dies ist besonders im betreuungsintensiven Kleinkindbereich ein sehr sensibles Thema.“ Trotzdem würden Zusatzplätze in der momentanen Notsituation von der Verwaltung stets überprüft und bei entsprechender Eignung beantragt.

„So ist ja beispielsweise die Schildkrötengruppe in der Schule und die zusätzliche U3-Gruppe im Montessori-Kindergarten sowie der Waldkindergarten bereits in den letzten drei Jahren entstanden.“

Für eine Überbelegung sei das Gebäude nicht optimal ausgerichtet

Im Fall des Kinderhauses Kaltbrunn seien zudem die beiden Bereiche auch geschossmäßig voneinander getrennt. Der Krippenbereich im Obergeschoss sei fast autark, sodass sich keine Synergien durch die Wenigerbelegung im Erdgeschoss ergeben würden, so Weiss.

Ferner seien die Kapazitäten und die Infrastruktur im Gebäude in Kaltbrunn für eine Überbelegung nicht optimal ausgerichtet. Und auch die pädagogische Situation müsse dies hergeben, sagt der Hauptamtsleiter: „Die Kinder sollen immer im Vordergrund stehen, sodass nicht eine Aufbewahrungsstätte für 15 Krippenkinder entsteht, wo eigentlich nur zehn Kinder nach der Betriebserlaubnis vorgesehen sind.“

Kinder können sich über neue Spielgeräte freuen

Im Kinderhaus Kaltbrunn können sich die Kinder und Betreuerinnen derweil über neue Spielgeräte und damit eine bessere Ausstattung freuen. Diese seien jüngst beim Sommerfest offiziell übergeben worden, sagt Leiterin Drivalos. Erfreulich sei vor allem eine Spielkombination mit unter anderem Steuerrad, Röhre und Rutsche, weil diese für Kinder von eins bis sechs Jahre geeignet sei.

Damit habe das Kinderhaus nun auch im Außenbereich etwas für die Krippenkinder. Zudem gebe es neu einen großen Turm mit Rutsche, Kletterwand und Häuschen, freut sich Drivalos.