Sie sind seit vielen Jahren ein Ärgernis für viele Fahrgäste: Die fünf in Kette geschalteten Bahnübergänge zwischen Allensbach und Markelfingen. Denn ihre marode Technik aus den 1960er-Jahren ist sehr störanfällig.

Seehas-Pendler kennen das: Wenn der Lokführer mitten auf der Strecke aussteigen muss...

Und wenn es technische Probleme an einem der Bahnübergänge gibt, sind alle fünf davon betroffen. Der Lokführer muss dann an jedem Übergang stoppen und die Schranken von Hand betätigen. Nun will die Bahn endlich Abhilfe schaffen – allerdings erst im nächsten Jahr. Wie ein Bahnsprecher auf Nachfrage erklärte, sei die Sanierung der fünf Bahnübergänge für 2020 geplant.

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Kommunen müssen sich an den Kosten beteiligen. Für Allensbach geht es dabei um gut 400.000 Euro

Mit den betroffenen Gemeinden Allensbach und Reichenau sowie der Stadt Radolfzell seien mittlerweile entsprechende Kreuzungsvereinbarungen geschlossen worden. Denn die Kommunen müssen sich an den Kosten für Umbaumaßnahmen im Straßenbereich beteiligen.

Die Gesamtkosten für alle fünf Übergänge beziffert der Bahnsprecher mit rund 6,4 Millionen Euro. Davon trage die DB Netz etwa vier Millionen für die Bahnanlagen. Die etwa 2,4 Millionen Euro für kreuzungsbedingte Baumaßnahmen dagegen müssen zu je einem Drittel von Bahn, Bund und Kommunen übernommen werden.

Der Allensbacher Hauptamtsleiter Stefan Weiss erklärt, nach aktuellem Stand betrage der Kostenanteil der Gemeinde rund 406.000 Euro. Betroffen sind hier die Bahnübergänge Lohorn westlich außerhalb des Orts und Unterhausgasse am westlichen Ende.

Die Gemeinde erwarte einen Landeszuschuss von rund 50 Prozent, so Weiss. Letzteres war für den Gemeinderat im Juli 2017 die Voraussetzung gewesen, um der Vereinbarung mit der Bahn zuzustimmen. Weiss erklärt, das Eisenbahnbundesamt und das Regierungspräsidium Freiburg hätten die Maßnahmen im Herbst 2018 genehmigt.

Für die Gemeinde Reichenau werden mindestens 210.000 Euro fällig

Einer der drei Übergänge im Gewann Schlafbach liegt auf Reichenauer Gemarkung. Hier soll der Kostenanteil der Gemeinde rund 211.300 Euro betragen.

Petra Eisenbarth, die Leiterin des Ortsbauamts, erklärte aber kürzlich im Gemeinderat, die Berechnung sei schon ein paar Jahre alt. Es könnte schon teurer werden. Armin Okle (Freie Wähler) äußerte Bedenken, dass die Kosten weiter steigen – nach den Erfahrungen bei der Bahnsteigerhöhung. Bürgermeister Wolfgang Zoll meinte dagegen, damals sei es ein anderer Fall gewesen, weil die Bahn geplant, aber die Gemeinde bezahlt habe. "Hier hat die Bahn selbst Interesse, Kosten zu sparen."