Der Gemeindewald von Allensbach sollte eigentlich geschont werden, weil die Holzvorräte geringer sind, als in früheren Jahren angenommen wurde. „Der Wald ist zum Glück nicht zum Geldverdienen da“, meinte Bürgermeister Stefan Friedrich im Gemeinderat bei der Vorstellung des Betriebsplans fürs Jahr 2020.

Im Jahr 2019 wurden die zu fällenden Festmeter herabgesetzt

Vielmehr sollte der Wald auch nachfolgenden Generationen als Ressource zur Verfügung stehen. Im vergangenen Jahr hatte der Gemeinderat daher den geplanten Hiebsatz für 2019 von 1800 auf 1300 Festmeter reduziert.

Starke Schäden führten zur Überschreitung dieser Zahl

Doch die Realität ist seit einigen Jahren eine andere. Borkenkäfer, Trockenheit und Stürme haben auch im Allensbacher Wald immer wieder zu größeren Schäden geführt. Deshalb mussten Gemeindeförster Martin Kreutz und seine Waldarbeiter auch im laufenden Jahr viel Schadholz aufarbeiten – mit dem Resultat, dass der geplante Hiebsatz um rund 1000 Festmeter überschritten werden musste.

Deshalb hat der Förster fürs kommende Jahr doch wieder mit 1800 Festmeter kalkuliert, weil ein geringerer Einschlag kaum möglich sein werde. „Ich möchte natürlich gern weniger Holz machen“, sagte Kreutz, aber: „Der Käfer wird das bringen“, meinte er.

Förster Martin Kreutz plant im Allensbacher Gemeindewald im kommenden Jahr mehr Holzeinschlag als zuletzt. Er rechnet damit, dass es wie im laufenden Jahr wieder viel Schadholz durch Borkenkäfer und Trockenheit geben wird und sich ein geringerer Hebsatz ohnhein nicht durchhalten lassen würde.
Förster Martin Kreutz plant im Allensbacher Gemeindewald im kommenden Jahr mehr Holzeinschlag als zuletzt. Er rechnet damit, dass es wie im laufenden Jahr wieder viel Schadholz durch Borkenkäfer und Trockenheit geben wird und sich ein geringerer Hebsatz ohnhein nicht durchhalten lassen würde. | Bild: Zoch, Thomas

Preise für Holz sind im Keller und führen zu Verlust

„Das wird sich tendenziell noch ein paar Jahre so fortentwickeln. Das ist kein Allensbacher, sondern ein mitteleuropäisches Problem.“ Dabei setze er viele Maßnahmen gegen den Borkenkäfer ein – etwa Zelte mit Lockstoffen, Zählungen zu Flugzeiten und Brut und sogar Beobachtungen per Helikopter.

Durch das viele Schadholz auf dem Markt seien zudem die Preise nach unten gegangen – besonders stark bei Fichte und Kiefer. Er rechne daher im kommenden Jahr mit einem Verlust von rund 26.000 Euro, nachdem er in den Vorjahren wenigstens noch einen kleinen Gewinn hatte erwirtschaften können.

Pius Wehrle (Freie Wähler) lobte immerhin, dass das Käferholz immer schnell aufgearbeitet werde. Auf seine Nachfrage zum Thema Klimawandel sagte Kreutz, er werde mehr Douglasie statt Fichte nachpflanzen und eher Bergahorn und Eiche statt Buche.