Die evangelische Kirchengemeinde würdigte das große ehrenamtliche Engagement von Ruth Weber mit der Verleihung der Goldenen Ehrennadel der Evangelischen Kirche in Baden. Beim Erntedankgottesdienst in der Gnadenkirche überreichte Christan Grams, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes in Radolfzell, das Anerkennungszeichen.

"Ruth Weber ist ein Mensch, der im Stillen wirkt und sich nie in den Vordergrund drängt, sie ist Vertrauensperson und Ratgeberin", fasste Kirchengemeinderätin Roswitha Lüdtke in ihrer Laudatio die Wesensmerkmale zusammen. Als Mitbegründerin des Diakonievereins war und ist sie für hilfesuchende Menschen da. Beratung, Begleitung, Umgang mit Ämter und Gewährung finanzieller Hilfe zählen zu ihren Aufgaben. Als gelernte Krankenschwester konnte sie auch pflegerische Unterstützung anbieten. "Jetzt wird es weniger. Ich mache mehr Telefondienst und vermittle", erläutert die 79-Jährige die dem Alter geschuldeten Veränderungen.

Ruth Weber erinnert sich an viele Menschen und deren schwierigen Lage. "Ich denke da an die langjährige Unterstützung für einen psychisch kranken Mann, den ich lange betreut habe und dem es heute wieder gut geht", sagte sie glücklich. "Da war die Familie, der übers Wochenende der Strom angedreht wurde – ja auch das gibt es in Allensbach. Oder es war keine Babynahrung mehr da", schilderte Pfarrer Frank-Uwe Kündiger zwei weitere Begebenheiten, wo Weber und der Diakoniefond helfen konnten.

"Sie hat auch viel Freude an der Gestaltung des Gottesdienstraumes und des Altars. Manche Blumen würden traurig aussehen ohne sie. Danke, Ruth, du bist unser Alltagsengel", sagte Roswitha Lüdtke. "Sie ist mit ihrem leisen Lebens-Einsatz so etwas wie die stille Sensation mitten in einer sonst marktschreierischen Gesellschaft, in der auch die Medien eher auf Negativbotschaften reagieren als auf den selbstverständlichen Dienst der Mitmenschlichkeit", erklärte Kündiger.