Licht und Schatten sieht die Gemeinde Allensbach in den vom Landkreis geplanten Fahrplanänderungen der Regionalbusse ab Ende 2019. Positiv sei, dass die Linie von Allensbach nach Langenrain nun bis Dettingen erweitert werden soll, erklärten Bürgermeister Stefan Friedrich, Hauptamtsleiter Stefan Weiss und der Langenrainer Ortsvorsteher Lothar Bottlang. Letzterer betonte: „Das ist ein alter Wunsch.“ Sie hoben ebenso als positiv hervor, dass diese Linie in der anderen Richtung künftig öfter bis Konstanz und nicht nur bis Hegne fahren soll. Allerdings moniert die Gemeinde in ihrer Stellungnahme an den Landkreis, dass die Busse nicht mehr bis ins Stadtzentrum fahren, sondern in der Max-Stromeyer-Straße Endstation sein soll. Die Fahrgäste sollen dann am Haltepunkt Fürstenberg auf den Seehas umsteigen.

Probleme für Ältere und Gehbehinderte

Die Gemeinde fordert dagegen, dass wenigstens einige Busse am Tag bis zum Zähringerplatz für Menschen fahren, die ins Krankenhaus oder zu Ärzten müssen. Der Hegner Ortsvorsteher Pius Kininger, Andreas Beirer (beide CDU) und Doris Hellmuth (Bunte Liste) betonten, dies sei besonders wichtig. Hellmuth führte an, dass in den Fahrplanentwürfen des Landratsamts zudem fürs Umsteigen, das für ältere oder gehbehinderte Menschen ohnehin nicht einfach sei, zu kurze Zeiten oder langes Warten vorgesehen seien. Der Bürgermeister schloss sich an. Es sollte berücksichtigt werden, dass die Gesundheitsversorgung für Allensbacher vor allem in Konstanz sei. „Wenn es geht, holen wir Verbesserungen heraus“, sagte Friedrich. Einiges habe man in Gesprächen mit dem Landratsamt auch schon unterbringen können.

Abbau von parellen Linien zur Schiene

Weiss erläuterte, der Kreis wolle weiter Busverkehr abbauen, der parallel zur Schiene fahre. „Das bedeutet schon eine Umstellung.“ Betroffen sei davon auch die Linie Konstanz-Radolfzell über Allensbach, die komplett gestrichen werde. Und ebenso der sogenannte Marianum-Bus, der bisher morgens ab Konstanz-Marktstätte über Hegne bis Langenrain fährt. Künftig sollen die Schüler aus Konstanz mit dem Seehas bis Fürstenberg fahren und dort auf den Bus umsteigen. Die Gemeinde fordert daher, der Landkreis solle, wenn die Kosten feststehen, noch einmal prüfen, ob wirklich diese schienenparallelen Busverbindungen entfallen müssen.

Klage aus den Teilorten

Die Kaltbrunner Ortsvorsteherin Elisabeth Müller monierte zudem: Die Anbindung der Busse in die Ortsteile ab dem Bahnhof Allensbach stimme nicht. Es gebe zu lange Wartezeiten. Zudem bemängelte Müller, dass der Nachtschwärmerbus künftig noch früher fahren solle als bisher. Sie kenne Jugendliche, die meinten, dann müssten sie gar nicht erst weggehen. Karin Heiligmann (Freie Wähler) schloss sich an. Der Nachtschwärmer werde dann auch für ältere Fahrgäste uninteressant.

Positiv: mehr Busse anstatt Anrufsammeltaxis

Von der Gemeinde begrüßt wird, dass der Busverkehr insgesamt um 1,3 Millionen Fahrplankilometer ausgebaut werden soll und dass künftig wieder mehr Busse statt Anrufsammeltaxis (Ast) eingesetzt würden. Zugleich wird aber auch gefordert, dass beim Ast auf mehr Qualität zu achten sei angesichts der Kritik von Fahrgästen. Außerdem müsse es weiter möglich sein, dass die Gemeinde das Ein-Euro-Ticket anbiete und mitfinanziere.

Verbesserungen für Schüler

Seit vielen Jahren wird der regionale Busverkehr im Landkreis Konstanz von der Südbaden-Busgesellschaft (SBG) betrieben, einer Gesellschaft der Deutschen Bahn. Der Konzessionsvertrag läuft Ende 2019 aus. Der Landkreis, der diesen Busverkehr finanziert, plant deshalb im Oktober 2018 eine europaweite neue Ausschreibung. Bis dahin sollen die neuen Fahrpläne als Teil des Leistungsverzeichnisses feststehen. Grundsätzlich sollen die Verbindungen und die Qualität ausgebaut werden. So sind zum Beispiel im Schülerverkehr deutliche Verbesserungen vorgesehen, was neben der Gemeinde Allensbach auch die Reichenau begrüßt. Zur Gegenfinanzierung ist aber auch die Streichung von weniger genutzten Linien geplant. Unabhängig davon, wie die Wünsche der Gemeinden berücksichtigt werden und welche Gesellschaft künftig den Busverkehr betreiben wird, müssen sich die Fahrgäste in jedem Fall auf eine Reihe von Änderungen ab Ende 2019 einstellen – ob nun positiv oder negativ.