Helga Helms eröffnete vor 50 Jahren am 1. Mai die Stube auf Hof Höfen. Sie erinnert sich:

„Sie fragten, ob sie bei uns ein Glas Milch bekommen könnten. Die hatten wir nicht, aber dafür Sprudel. Wir stellten draußen ein paar Gartenstühle auf. Damals wurde noch nicht so viel gewandert wie heute. Und es gab noch keine Vesperstube auf dem Bodanrück. Das hat vom ersten Tag an in den umliegenden Dörfern eingeschlagen.“
Für ihre Gutmütigkeit handelte sie sich erst einmal Ärger ein.

„Wir bekamen eine Anzeige, weil wir illegal ausschenken würden“, erzählt ihr Sohn Jochen. Da das Vergehen als geringfügig eingestuft wurde, wurde die Anzeige schließlich fallen gelassen. Aber daraus entwickelte sich die Idee, das professionell aufzuziehen. Für Helga Helms schien dies eine gute Idee, um den nicht zufriedenstellenden Betrieb der Baumschule ihres Ehemannes auszugleichen.

Was vor 50 Jahren als Versperstube als Restaurationsbetrieb auf Hof Höfen begann, ist heute ein großer Biergarten mit rund 200 Sitzplätzen.
Was vor 50 Jahren als Versperstube als Restaurationsbetrieb auf Hof Höfen begann, ist heute ein großer Biergarten mit rund 200 Sitzplätzen. | Bild: Nikolaj Schutzbach

So wurde der schon lange nicht mehr genutzte Kuhstall in eine Vesper-Stube mit rund 40 Sitzplätzen umgebaut, der Futtergang zur Küche und die Durchreichen zugemauert.

„Am 1. Februar 1969 haben wir begonnen mit Presslufthammer und Schubkarren den Boden raus zu schaffen. Auch meine beiden Buben haben mitgeholfen. Den Betonsockel an der Durchreiche haben wir fast nicht weggebracht.“
Helga Helms

Und ihr Sohn Jochen erzählt: „Ich habe auch gespitzt. Ich war stolz darauf mitzumachen. Ich habe es gerne gemacht. Wir haben dann einen Ziegelboden aus umgedrehten Kuhstallplatten eingebaut, mit den Rillen nach unten.“

Damit es keine Flecken gibt und der Boden sich leichte reinigen lässt, wurde er solange mit einer Bodenmilch getränkt, bis die Ziegel gesättigt waren. „Nachher haben wir nur noch Putzwasser zum Saubermachen gebraucht“, erklärt Jochen Helms.

Die Eröffnung fand wie geplant am 1. Mai 1969 statt

Frisches Wasser gab es aus zwei Brunnen, etwa hundert Meter vom Haus entfernt. Einen weiteren Brunnen hatte die Familie nach ihrem Einzug im Jahr 1963 im angrenzenden Wohnhaus entdeckt. Er war mittlerweile versiegt. Aber nachdem der Schlamm abgepumpt war, fing das Wasser wieder zu fließen an.

So ging es weiter – und wird es weitergehen

  • 1981 verließen Helga Helms und ihre Söhne das Anwesen.
  • 1986 folgte Rolf Tepel als Wirt nach.
  • Anfang der 1990er Jahre übernahm Petra Schmalenberger den Hof Höfen. Ihr Partner Peter Marcks stieß ein Jahr später dazu. „Das war eine tolle Zeit“, sagt er begeistert. Die Abgeschiedenheit und die Natur drumherum habe er sehr geschätzt. Geöffnet hatten sie von Ostern bis Dezember. „Drei Monate Pause waren ein schöner Anreiz“, erklärt er.
  • Ende 2012 verließen Marcks und Schmalenberger den Hof. Heute betreiben sie zusammen die Gaststätte Rübezahl in Litzelstetten.
Peter Marcks war gut 20 Jahre lang Koch auf Hof Höfen. Heute betreibt er den Rübezahl in Litzelstetten.
Peter Marcks war gut 20 Jahre lang Koch auf Hof Höfen. Heute betreibt er den Rübezahl in Litzelstetten. | Bild: Nikolaj Schutzbach
  • Im Jahr 2015 erfüllte sich Hansi Rommel, Altwirt des Landgasthauses Kreuz in Dettingen, seinen Jugendtraum und pachtete von Johannes von Bodman den Hof Höfen. Erst als er mit ihm einig war, habe er seiner Familie das Vorhaben gebeichtet. Trotz des anfänglichen Widerstandes steht seine Familie mittlerweile hinter ihm.
  • 2020 möchte Schwiegersohn Alex den Vertrag übernehmen.