Im Raum Konstanz und Allensbach sorgt eine vermeintliche Warnung vor Betrügern seit Tagen für Aufregung. In der per WhatsApp und über soziale Netzwerke verbreiteten Nachricht heißt es: „Wir bekommen gerade Meldung intern von der Feuerwehr, es sind Leute unterwegs, die sich von Haus zu Haus durcharbeiten und kontrollieren wollen, ob die jetzt seit Januar gesetzlich vorgeschriebenen Rauchmelder vorhanden sind...nicht rein lassen und Polizei rufen. ...eine organisierte Verbrechen Bande!!!“

Mit dieser Botschaft werden Menschen aus der Region aktuell alarmiert.
Mit dieser Botschaft werden Menschen aus der Region aktuell alarmiert. | Bild: Screenshot/ Südkurier

Dann folgt der Aufruf: „Weiter posten!! Bitte lasst keinen rein!!! BITTE ZAHLREICH TEILEN.“ Nur: Bei den vermeintlichen Warnungen vor Verbrechern, die sich als Rauchmelder-Kontrolleure ausgeben, handelt es sich um einen Kettenbrief, der seit 2016 kursiert. Es ist eine Falschmeldung.

Aktuell gibt es keine Vorfälle

In Wahrheit gibt es – zumindest aktuell – keine solchen Banden in unserer Region. Dies haben dem SÜDKURIER auf Nachfrage die Polizeidienststellen von Konstanz und Allensbach sowie der Feuerwehrkommandant von Allensbach, Hans-Christoph Köhne, bestätigt. So gingen dort zwar aktuell Personen von Haus zu Haus, um Wasserzähler abzulesen – das aber im Auftrag der Gemeinde und ohne betrügerische Absicht.

Zu den angeblichen Rauchmelder-Betrügern erklärt Feuerwehrkommandant Köhne: Derselbe Text sei vor einigen Jahren schon einmal in sozialen Netzwerken kursiert, als Rauchmelder gesetzlich vorgeschrieben wurden. So gibt schon die Formulierung „seit Januar“ einen Hinweis darauf, dass es sich bei der Nachricht um eine Falschmeldung handelt: In Baden-Württemberg gilt die Rauchmelderpflicht für Neu- und Umbauten seit Juli 2013, für Bestandsbauten seit Ende 2014.

Die angeblichen Rauchmelder-Kontrolleure gab es tatsächlich schon

Besonders perfide wird der Kettenbrief vor dem Hintergrund, dass Kriminelle die Masche mit der Rauchmelder-Prüfung tatsächlich wählen, um Zugang zu Wohnungen zu erhalten. So berichtete das bundesweit aktive Recherchenetzwerk "Correctiv" jüngst von Vorfällen in Niedersachsen, bei denen sich Täter nicht nur als Handwerker ausgaben. Das Landeskriminalamt Niedersachsen habe „Fälle im unteren dreistelligen Bereich registriert“. Darunter auch solche, bei denen die Täter vorgaben, im Auftrag der Feuerwehr Rauchmelder zu kontrollieren.

Wie geht man mit der Falschmeldung am Besten um?

Im aktuellen Fall aus der Region können die Hinweise auf angebliche Verbrecher jedoch nicht von der Polizei kommen. Sie nutzt kein WhatsApp, um die Bevölkerung zu warnen. Generell warnt die Polizei vor dem ungeprüften Weiterleiten von Nachrichten. Stutzig sollte man immer dann werden, wenn eindringlich aufgefordert wird, die Nachricht zu teilen. Laut Sprecherin Tatjana Deggelmann rät die Polizei Konstanz, „derartige Kettenbriefe zu löschen und nicht weiterzuverbreiten“.

Wer sich unsicher ist, ob tatsächlich Betrüger unterwegs sind, hat die Möglichkeit, bei der jeweiligen Dienststelle der Polizei anzurufen. Für Konstanz gilt dabei die Telefonnummer 07531 – 9950, für Allensbach die Nummer 07533 – 97149. Und: Kontrolleuren, die ohne Vorankündigung ins Haus wollen, sollte das nicht gestattet werden. Spätestens dann ist es nützlich, die Polizei zu informieren.