Allensbach – Nach drei Jahren Pause ist es am zweiten Novemberwochenende endlich so weit. Die Eisenbahnfreunde Allensbach (Efa) veranstalten wieder eine große Ausstellung in der Bodanrückhalle. Da ist die Vorfreude bei vielen schon groß. „Es ist schön, dass es diesen Verein hier im Ort gibt“, sagt der Allensbacher Wolfgang Zipfler. „Ich hoffe, dass er noch viele Jahre vor sich hat, mit denen er die Bevölkerung mit seinen Veranstaltungen bereichern kann.“ Extra aus Eigeltingen an den Bodensee kommen will Petra Emmel: „Meine gesamte Familie war schon in den vergangenen Jahren zu Besuch in der Bodanrückhalle. Denn was die Eisenbahnfreunde da bieten, ist schon enorm und detailreich – angefangen von der Ausschmückung der Halle bis hin zu den liebevoll arrangierten Szenen auf den Modulen.“ Und der Böhringer Jürgen Lüber erklärt: „Ich freue mich schon sehr auf die Ausstellung bei den Allensbachern, denn was da den Gästen geboten wird, findet man hier im ganzen Umkreis nicht ohne weiteres. Auf die neuen Module der Vereinsanlage bin ich sehr gespannt, denn Ideen haben die ja immer.“

Auf jeden Fall gibt es sehr viel zu sehen. Die große Vereinsanlage besteht aus 44 Modulen und wird sich auf 52 Metern Länge durch die Halle schlängeln. An ihrem Anfang steht die zwölf Meter lange Club 2-Anlage mit Bahnhof und Stadt. Noch in Arbeit ist dagegen die neue Club 1-Anlage mit sechs mal 1,8 Metern Größe. Sie zeigen die Efa im Rohbau. Später mit Bahnhof, Häusern und Bergen mit Tunnels werde sie natürlich optisch schöner sein, so der Vorsitzende Martin Motz. Doch Schienen und Elektronik gibt es schon, die Züge können fahren.

Und die Besucher könnten sehen, wie so eine Anlage entsteht. „Das ist ein lohnenswerter Einblick“, meint Motz. Diese neue Grundanlage stellt die Verbindung her zur Modulanlage des Junioren-Teams, die etwas niedriger ist und in einem anderen Stromkreis betrieben wird. Die Juniorenanlage ist gewachsen, besteht mittlerweile aus 38 Modulen und ist gut 26 Meter lang. Insgesamt fahren die kleinen Züge also auf einer fast 100 Meter langen Anlage durch die Halle.

Bei der Juniorenanlage gibt es ein paar neue Module – so ein Eckteil mit Berg und Schloss oder ein Fußballplatz, bei dem der Allensbacher Sportverein gegen den von der Reichenau mit 5:0 führt. Zudem hat der zweite Vorsitzende Siggi Welsch ein Modul mit einem Abstellbahnhof weiter gestaltet. Für die große Vereinsanlage seien ein paar Module noch im Bau, sollen aber fertig werden, so Motz. Mitglied Manfred Sobotka bearbeitet eins mit einem Berg, auf dem eine Startrampe für Gleitschirmflieger ist, während unten ein alter Eisenbahnwaggon als Einkehrtreff für Radler und Wanderer dient. Außerdem soll es noch neu zwei Module geben mit Abstellgleisen für Güterzüge, auf die Fahrzeuge aus einer Halle verladen werden. Und auf einem aus fünf Teilen bestehenden Rohbau will Klaus Hauser noch eine Kaserne errichten. Mit den neuen Modulen ersetze man die Teile von einigen Mitgliedern, die die Efa verlassen haben, so Motz. Möglichst viel soll zumindest weit gehend fertig werden. „Wir sind täglich dran – bis zum Tag X“, erklärt Motz. Im Efa-Bahnbetriebswerk (Clubheim und Werkstatt) sei jeden Tag jemand da, um etwas zu machen – teils auch Organisatorisches wie Parkplatzschilder. Und an den Werkstattabenden freitags arbeiten bis zu 15 Aktive auf engem Raum.

Zu sehen gibt es aber noch mehr. Einige Mitglieder zeigen ihre zwölf Quadratmeter großen Anlagen, die wie die Vereinsanlage Spur H0 sind. Besonders interessant dürfte die von Martin Seidemann sein, der eine historische Märklinbahn aus den 1950er-Jahren hat. Roland Bächle führt wieder das Faller-Car-System vor – diese selbst fahrenden Autos sollen später auch auf der neuen Grundanlage unterwegs sein, so Motz. Und einiges größer als vor drei Jahren werde die Spur1-Anlage von Klaus Guldenfuß, das sind die größten Spielzeugloks. Eine virtuelle Eisenbahn am PC wird wieder Manfred Weh präsentieren. „Das ist interessant für Leute, die keinen Platz für eine Modellbahn haben“, so Motz. Wobei Weh diesmal auch die in Radolfzell geplante Seetorquerung plastisch darstelle. Der Second-Hand-Shop werde diesmal größer ausfallen, weil sich in drei Jahren doch einiges angesammelt habe, erklärt Motz. Zudem wird es wieder eine Bastelecke für Kinder geben sowie auch einen Speisewagen im Foyer der Halle, allerdings mit reduziertem Angebot. Neu geben wird es schließlich noch eine Leinwand, auf der Fotos die aktiven Efa-Mitglieder bei der Arbeit zeigen. Denn viele zeitaufwändigen Details – gerade im technischen Bereich – sehen die Besucher bei der fertigen Anlage gar nicht.

Zur Ausstellung

Die Modellbahnausstellung der Eisenbahnfreunde Allensbach findet am Samstag und Sonntag, 12./13. November, in der Bodanrückhalle statt. Die Öffnungszeiten sind am Samstag von 10 bis 18 Uhr, am Sonntag von 10 bis 17 Uhr. Der Eintritt in die Halle kostet vier Euro für Erwachsene. Kinder, Jugendliche und Mitglieder sind frei. In den Speisewagen im Foyer haben alle freien Eintritt. Bei der letzten Efa-Ausstellung 2013 kamen an den beiden Tagen rund 1800 zahlende Besucher – viele davon mit Kindern, so dass die Zahl der Gäste bei an die 4000 gelegen haben dürfte. Bei der Ausstellung werden rund 50 Efa-Mitglieder und Helfer im Einsatz sein. Bis alles steht, haben die Efa vier Tage eingeplant. (toz)