Als "Vollblutdemoskop" hat sich Herbert Werner einmal selbst bezeichnet. Bereits 1948 fing er im Allensbacher Institut für Demoskopie (IfD) an, das Elisabeth Noelle erst ein Jahr zuvor gegründet hatte, und wurde zu einem der wichtigsten Mitarbeiter.

Für das IfD würdigt der langjährige Wegbegleiter Rüdiger Schulz die Verdienste Herbert Werners in den schwierigen Aufbaujahren und der Zeit danach. Als Organisationsleiter und Chef vom Dienst habe er die Arbeitsabläufe im Institut koordiniert und sei auch verantwortlich gewesen für die Endkorrektur aller demoskopischen Gutachten und Berichte.

„Mit ungewöhnlichem Pflichtbewusstsein und unermüdlichem Arbeitseinsatz wurde er für das Institut schon bald unentbehrlich. Herbert Werner hat diese Aufgaben jahrzehntelang bis zum Eintritt in den Ruhestand im Jahr 1985 sehr engagiert wahrgenommen.“
Rüdiger Schulz

Für seine besonderen Verdienste erhielt Herbert Werner 1973 das Bundesverdienstkreuz.

Darüber hinaus war der gebürtige Thüringer fest im Allensbacher Ortsleben verwurzelt, war bekannt für seinen Humor und seine Diskussionsfreudigkeit und bis ins hohe Alter wie kaum ein anderer präsent bei Versammlungen. Er war Mitbegründer des Vereins "Mein Platz im Alter" und in gut einem Dutzend Vereinen Mitglied – von der Feuerwehr über den Heimatgeschichtsverein und den Männerchor bis zu den Eisenbahnfreunden.

Vom Narrenverein Alet wurde er zum Ehrenmitglied ernannt und bekam den Goschenorden verliehen.

„Herbert Werner war eine große Allensbacher Persönlichkeit. Er brachte sich in vielfältigster Weise in unser Dorfleben ein. Sein Wort hatte Gewicht.“
Alet-Präsident Ludwig Egenhofer

Werner sei sozusagen der „Außenminister“ des IfDs gewesen, habe das Institut nach außen in der Gemeinde immer vertreten. Und neben seinen Aktivitäten in Vereinen sei er auch ein Kämpfer für die B33 auf der Nordtrasse gewesen.

Der frühere Bürgermeister Helmut Kennerknecht würdigt Herbert Werner als Mister Demoskopie und Freund der Vereine.

„Herbert Werner war ein Mann des Ehrenamtes. Er war im öffentlichen Leben auf vielfältige Weise engagiert und für die Vereinswelt stets eine verlässliche Stütze. Ich habe ihn als sehr liebenswürdigen, humorvollen und immer hilfsbereiten Mitbürger sehr geschätzt.“
Bürgermeister Helmut Kennerknecht

Als Institution im Ort, korrekt und unverwechselbar in seiner Art sowie ein Urgestein und prägendes Mitglied der Freien Wähler würdigt ihn zudem deren Vorsitzender Pius Wehrle. „Er stand dem Vorstand stets mit Rat und Tat zur Seite und hat sich in seiner aktiven Zeit stark für ein lebenswertes Allensbach engagiert.“